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Tote Frau in Kofferraum in Sinsheim gefunden – Ehemann wegen Mordes angeklagt

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Von: Marten Kopf

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Sinsheim - Nach dem gewaltsamen Tod einer 64-Jährigen im Juni erhebt die Staatsanwaltschaft Heidelberg Anklage wegen Mordes gegen den Ehemann. Die Ermittler werfen dem Mann Heimtücke vor.

Nach der Meldung, die da am 23. Juni öffentlich wird, ist das Entsetzen in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) seinerzeit groß. Das kleine Gewerbegebiet „Annagrund“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur PreZero-Arena von Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim wird an diesem späten Donnerstagabend weiträumig von Einsatzkräften abgesperrt.

Grausiger Fund ins Sinsheim: Leiche in Kofferraum gefunden

Grund ist eine schreckliche Entdeckung: In einem Auto zwischen parkenden Lastwagen wird gegen 22:15 Uhr eine 64-jährige tote Frau gefunden, die Verstorbene liegt im Kofferraum des Fahrzeugs. Ihre Verletzungen legen nahe, dass der Tod durch fremde Gewalteinwirkung eintrat. Eine später durchgeführte Obduktion wird diesen Verdacht schlussendlich bestätigen.

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg übernimmt die Ermittlungen, gründet die Sonderkommission „Hecke“, richtet ein anonymes Hinweisportal ein. Am 19. Juli schließlich melden die Beamten einen Erfolg: Ein Verdächtiger wird festgenommen. Schnell verdichten sich die Hinweise, es könnte sich bei dem Tatverdächtigen um den Ehemann der Getöteten handeln, auch wenn die Polizei das zunächst nicht offiziell bestätigen möchte. Das tat sie dann aber doch. Und jetzt kommt neue Bewegung in das Verfahren.

Nach Leichenfund in Kofferraum: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes

Denn sie Staatsanwaltschaft Heidelberg erlässt nach umfangreichen Ermittlungen schon Mitte November 2022 Anklage gegen den 66 Jahre alten Ehemann. Dem Mann werde vorgeworfen, seine Ehefrau in dem gemeinsamen Wohnhaus in Sinsheim ermordet zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hätten zu dem hinreichenden Tatverdacht geführt, dass der Angeschuldigte seine Frau völlig überraschend angriff und ihr mit einem schweren Gegenstand, vermutlich einem Hammer, einen einzigen wuchtigen Schlag auf den Kopf versetzte, an dessen Folgen sie kurz darauf verstarb.

Die Anklage gehe davon aus, so die Staatsanwaltschaft, dass der Beschuldigte bei seiner vorsätzlichen Tötung heimtückisch vorging und zudem dabei aus Habgier handelte, nämlich um sich Hinterbliebenenleistungen aufgrund des Todes seiner Ehefrau zu verschaffen. Gegen den Tatverdächtigen wird nun Anklage wegen Mordes erhoben. Zuständig ist die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Heidelberg, geplant sind bislang acht Verhandlungstage im Januar und Februar 2023. (mko/PM)

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