Neue Gebäude werden angemietet

Mehr Platz für Asylbewerber – oder doch nicht?

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Wird es in Sinsheim mehr Platz für Asylbewerber geben?

Sinsheim – Das Landratsamt mietet ein weiteres Gebäude zur Flüchtlingsunterbringung in der Steinsbergstraße an. Doch das bedeutet nicht, dass mehr Flüchtlinge aufgenommen werden können:

Im besagten Gebäude war vorher die Betriebsstelle der Bodenseewasserversorgung untergebracht, zieht jedoch aus organisatorischen Gründen nach Sternenfels-Stromberg. 

Bevor das Gebäude allerdings bezogen werden kann, muss erst eine Genehmigung der Stadt Sinsheim zum Umbau vorliegen.  

Neue Gesetzes-Vorgabe

Der Grund für die Anmietung liegt in einer neuen Vorgabe des Flüchtlingsaufnahme-Gesetzes: Diese sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2016 jedem Asylbewerber sechs (statt bisher viereinhalb) Quadratmeter Wohn- und Schlaffläche bereitstehen müssen.  

Diese Vorgabe konnte nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft der bisherigen Flüchtlingsunterbringung im Fohlenweideweg gewährleistet werden. Das bedeutet, dass zwar mehr Platz da ist, die Asylbewerber aber auch mehr Platz pro Kopf brauchen. 

Der Erste Landesbeamte Joachim Bauer, Stellvertreter des Landrats, berichtet, dass durch die Anmietung langfristig eine Entzerrung der Aslybewerber-Unterbringung in Sinsheim geschaffen werde. Nur zur Vermeidung drohender Obdachlosigkeit und nur vorübergehend darf 2016 verdichtet belegt werden. 

Die Zahlen 

Baden-Württemberg hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 10.400 Asylerstantragsteller aufgenommen. Über das ganze Jahr verteilt werden es 22.456  Flüchtlinge sein. Dem Rhein-Neckar-Kreis wurden bis zum 31. März 2015 bereits 635 Asylerstantragsteller zugewiesen. Hinzu kamen noch rund 60 Asylfolgeantragsteller. 2014 musste der Kreis für 1.345 Asylbewerber eine Unterkunft besorgen, davon waren 194 Folgeantragsteller.

In Sinsheim sind insgesamt 472 Asylbewerber und Flüchtlinge vom Landratsamt in einer Gemeinschaftsunterkunft und in Wohnungen untergebracht.

Aufgrund der hohen Zuweisungen aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen müssten derzeit aber auch in Städten und Gemeinden, in denen die Kreisverwaltung bereits Asylbewerber unterbringt, weitere Wohnraumangebote angenommen werden.

Die Hauptherkunftsländer der in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 in Deutschland registrierten Flüchtlinge sind der Kosovo, Syrien, Serbien, Albanien, Afghanistan, Irak, Mazedonien, Eritrea, Nigeria sowie Bosnien und Herzegowina.

kp

Quelle: Mannheim24

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