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Sinsheim: Mord an Sinan (†13) – Verteidiger des Teenie-Killers (14) legt Revision ein

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Von: Marten Kopf, Eliran Kendi

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Sinsheim/Heidelberg - Ein 14-Jähriger wird wegen Mordes an Sinan (†13) zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Verteidiger des Verurteilten will das jedoch nicht akzeptieren.

Update vom 16. Dezember, 12:45 Uhr: Vor einer Woche ist ein 14-jähriger wegen Mordes am damals 13-jährigen Sinan verurteilt worden. Nun ist klar: Der Verteidiger des Verurteilten will die Entscheidung des Landgerichts Heidelberg nicht hinnehmen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist seine Revision am Bundesgerichtshof eingegangen. Der Teenager hat im Februar dieses Jahres einen 13-Jährigen mit mehreren Messerstichen getötet. Offenbar hat er den Teenager für einen Nebenbuhler gehalten, denn am Tatort ins Sinsheim sich auch ein damals zwölfjähriges Mädchen befunden.

Die Verteidigung hat zuvor eine Verurteilung zu siebeneinhalb Jahren wegen Totschlags gefordert. Demgegenüber hat die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft beantragt und damit den Strafrahmen für Mord im Jugendrecht voll ausgeschöpft. Bis zum Ende der Revision durch das Karlsruher Gericht bleibt der Verurteilte in U-Haft.

Stadt:Sinsheim Rhein-Neckar-Kreis
Landkreis:Rhein-Neckar-Kreis
Attraktion:Technik Museum Sinsheim
Einwohnerzahl:35.482 (31. Dez. 2008)

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Bluttat in Sinsheim: Sinan (†13) brutal erstochen – Urteil gegen Teenie-Killer (14) gefällt

Update vom 10. Dezember: Wegen Mordes an einem 13 Jahre alten Jungen hat das Landgericht Heidelberg einen 14-Jährigen zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Große Jugendkammer sah es am Freitag nach einer umfangreichen Beweisaufnahme als erwiesen an, dass das Opfer am 24. Februar in ein Waldstück bei Sinsheim-Eschelbach gelockt wurde. Der Angeklagte stach dort nach Ansicht des Gerichts mit Tötungsabsicht mit einem Messer insgesamt sieben Mal in den Rücken und Halsbereich des arg- und wehrlosen Jungen. Dieser starb wenig später vor Ort. Die Richter nannten als Mordmerkmal die Heimtücke. Der nun verurteilte Jugendliche bestritt die Tat anfangs, gestand sie später jedoch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der tödliche Angriff mit einem Küchenmesser erschütterte selbst hartgesottene Kriminalbeamte. Vor allem, weil Opfer und Täter sehr jung sind. Am Tatort hielt sich auch ein damals zwölfjähriges Mädchen auf, über dessen Rolle viel spekuliert wird. Offiziell hieß es lediglich, das Motiv für die tödliche Messerattacke sei Eifersucht gewesen. Auch in seiner Mitteilung zum Urteil nimmt das Gericht keine Stellung zu den Beweggründen des Verurteilten. Der Prozess wurde aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Die Staatsanwaltschaft sowie die Nebenklage hatten zuvor beantragt, den Angeklagten wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von 10 Jahren zu verurteilen. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung zu siebeneinhalb Jahren wegen Totschlags gefordert. Der Strafrahmen einer Jugendstrafe reicht bei vorsätzlichen Tötungen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. (mko/dpa)

Bluttat in Sinsheim: Sinan (†13) brutal erstochen – Auftakt im Mord-Prozess

Erstmeldung vom 21. Oktober: „Ermittlungen wegen Verdachts eines Tötungsdelikts eines 14-jährigen Jugendlichen zum Nachteil eines 13-jährigen Kindes in Sinsheim-Eschelbach abgeschlossen; Staatsanwaltschaft Heidelberg erhebt Anklage“. So nüchtern überschreibt die Staatsanwaltschaft Heidelberg Mitte Juli eine Pressemitteilung zu einem Verbrechen jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Denn die Tat sorgt bis heute für Entsetzen: Nicht nur, dass ihr im Februar ein 13-Jähriger zum Opfer fällt – der mutmaßliche Täter ist selbst nur ein Jahr älter und bereits wegen eines Messerangriffs auf einen Mitschüler polizeibekannt.

Am Mittwochmorgen (20. Oktober) hat der Prozess gegen den zur Tatzeit 14-Jährigen vor dem Landgericht Heidelberg begonnen. Er soll den etwa gleichaltrigen Sinan Anfang des Jahres im Sinsheimer Stadtteil Eschelbach (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) hinterrücks mit mehreren Messerstichen getötet haben. Aus Eifersucht.

Eschelbach: 14-Jähriger ersticht 13-Jährigen hinterrücks aus Eifersucht

Die Heidelberger Staatsanwälte gehen davon aus, dass die Tat detailliert geplant war. Als Motiv vermutet die Anklage die Eifersucht wegen eines Mädchens. Sie gehen davon aus, dass der 14-Jährige sein Opfer hinterrücks mit mehreren Messerstichen umgebracht hat. Er soll Sinan am 24. Februar in einem Waldstück in Sinsheim aufgelauert haben, als der Junge dort mit einem Mädchen spazieren ging. Den Vorwürfen zufolge spricht der Angreifer Sinan an, stürzt sich von hinten auf ihn – und sticht ihm mit einem Messer dreimal in den Rücken, als er schon am Boden liegt. Der 14-Jährige habe ihn auch an Brust und Hals verletzt, wobei die Hauptschlagader getroffen worden sein soll. Sinan stirbt kurz darauf.

Die Polizei findet den 14-Jährigen mit einem Küchenmesser in der Hand neben der Leiche des Jungen und dem Mädchen im Stadtteil Eschelbach. Er beteuert seine Unschuld und schweigt dann Ermittlerangaben zufolge. Hinter der Tat steckte nach damaligen Erkenntnissen ein Eifersuchtsstreit um das zwölfjährige Mädchen.

Mordfall Sinan: Mutmaßlicher Täter polizeibekannt

Der Fall hat weit über Sinsheim hinaus Aufsehen erregt und eine Debatte über den Umgang mit Tätern im Alter um die Strafmündigkeit ab 14 Jahren entfacht, zumal der Verdächtige der Polizei bekannt war: Im November 2020 verletzt er einen Mitschüler an einer Realschule in Östringen im Landkreis Karlsruhe mit einem Messer schwer. Danach kümmert sich das Jugendamt um die Familie. Eine Gefahr für das Kindeswohl sieht man aber nicht, ein Familiengericht wird nicht eingeschaltet. Der damals strafunmündige 13-Jährige kommt nach Angaben der Behörde stattdessen für drei Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie unter – und nimmt dort an einem Programm gegen Gewalt als Mittel der Konfliktlösung teil.

Dass der 14-Jährige nun wegen Mordes vor Gericht steht, geht auf die Einschätzung von Sachverständigen zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte Experten zurate gezogen und war zu dem Schluss gekommen, dass der Jugendliche strafrechtlich verantwortlich sei, „dass er also nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug war, das Unrecht seiner Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln“. Das Mädchen, mit dem das Opfer im Wald spazieren war, soll in den Plan des Angeklagten involviert gewesen sein.

Nach Mord in Eschelbach: Bis zu zehn Jahre Haft für Täter – Trauermarsch für Opfer

In dem Verfahren vor der Großen Jugendkammer in Heidelberg geht es aber nur um den 14-Jährigen, nicht um das Mädchen. Zehn Fortsetzungstermine hat das Gericht in einem ersten Schritt angesetzt. Es will 34 Zeugen und drei Sachverständige hören. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Angeklagte habe an diesem ersten Prozesstag Angaben gemacht, sagt eine Gerichtssprecherin, mehr könne und dürfe sie aber nicht preisgeben. Denn wegen des Alters des Täters gelten gesetzliche Vorgaben zum Jugendschutz. Ein Urteil soll frühestens im Dezember fallen. Für die Tat droht eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren.

Der Getötete – wie der Angeklagte mit deutsch-türkischer Staatsbürgerschaft – wurde nach islamischem Recht beerdigt. Rund 900 Menschen kamen am Wochenende nach der Tat zu einem Trauermarsch in den Ort. Am Mittwoch sind vor den verschlossenen Türen des Gerichtssaals keine Angehörigen zu sehen. Etwas erhöht scheinen die Sicherheitsmaßnahmen, so der Eindruck vor Ort: ein paar Justizbeamte mehr als sonst, eine Polizeistreife ums Gericht. (dpa/mko)

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