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Sinsheim: Tote Frau in Kofferraum – „dringender Tatverdacht“ gegen Ehemann

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Von: Marten Kopf

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Sinsheim - Nach dem gewaltsamen Tod einer 64-Jährigen bestätigt die Polizei den Tatverdacht gegen den Ehemann der Getöteten – und räumt mit einem Gerücht auf, das durch die Welt geisterte.

Nach der Meldung, die da am 23. Juni öffentlich wird, ist das Entsetzen in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) groß. Das kleine Gewerbegebiet „Annagrund“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur PreZero-Arena von Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim wird an diesem späten Donnerstagabend weiträumig von Einsatzkräften abgesperrt.

StadtSinsheim
LandkreisRhein-Neckar-Kreis
Einwohnerzahl35.433 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterJörg Albrecht (parteilos)

Sinsheim: Nach Leichenfund in Kofferraum – LKA ermittelt mit Sonderkommission

Grund ist eine schreckliche Entdeckung: In einem Auto zwischen parkenden Lastwagen wird gegen 22:15 Uhr eine 64-jährige tote Frau gefunden, die Verstorbene liegt im Kofferraum des Fahrzeugs. Ihre Verletzungen legen nahe, dass der Tod durch fremde Gewalteinwirkung eintrat. Eine später durchgeführte Obduktion wird diesen Verdacht schlussendlich bestätigen.

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg übernimmt die Ermittlungen, gründet die Sonderkommission „Hecke“, richtet ein anonymes Hinweisportal ein. Am 19. Juli schließlich melden die Beamten einen Erfolg: Ein Verdächtiger wird festgenommen. Schnell verdichten sich die Hinweise, es könnte sich bei dem Tatverdächtigen um den Ehemann der Getöteten handeln, auch wenn die Polizei das zunächst nicht offiziell bestätigen möchte. Bis jetzt.

Sinsheim: Tote 64-Jährige in Kofferraum – Verdacht gegen 66-jährigen Ehemann

Seit dem Tag der Festnahme führe die Zentrale Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg unter Einbindung des Kriminaltechnischen Instituts des LKA Baden-Württemberg und des Polizeipräsidiums Einsatz umfangreiche Spuren- und Durchsuchungsmaßnahmen rund um das Wohnhaus des 64-jährigen Tatopfers durch.

Die Ermittlungen der Sonderkommission „Hecke“ hätten bereits Anfang letzter Woche zu dem dringenden Tatverdacht gegen den 66-jährigen Ehemann der Getöteten geführt, bestätigt die Polizei nun also, was zuvor schon kolportiert worden war. Die weiteren, noch andauernden Ermittlungen, insbesondere die kriminaltechnische Auswertung der bislang im Wohnhaus gesicherten Spuren, hätten die für den Ehemann der Getöteten als Täter sprechende Spurenlage weiter verdichtet. 

Getötete 64-Jährige in Sinsheim: Rund 70 Hinweise aus der Bevölkerung

Nachdem die Sonderkommission „Hecke“ am 24. Juni ihre Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts aufgenommen hatte, seien beim Polizeipräsidium Mannheim rund 70 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, meldet die Polizei. Und sie räumt mit einem Gerücht auf, das schon kurz nach Beginn den Ermittlungen durch die Medien geisterte:

„Die von einer großen Tageszeitung aufgebrachte Behauptung, das Tatopfer sei Mitglied einer Facebook-Chatgruppe gewesen, hat sich als ebenso falsch herausgestellt wie die Behauptung, die Tat hänge in irgendeiner Weise mit dieser Facebook-Gruppe zusammen“. Angeblich nämlich – so die damalige (Falsch-)Meldung habe es sich bei besagter Facebook-Gruppe um einen Erotik-Chat für ältere Menschen gehandelt. (mko/pol)

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