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Soldaten kämpfen für vegane Speisen: Revolutioniert die Bundeswehr ihr Kantinen-Essen?

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In Deutschland leben immer mehr Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Wird es nun Zeit, dass die Bundeswehr ihr Speiseangebot überdenkt und sich anpasst?

Die Anzahl der vegetarisch oder vegan lebenden Menschen ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich an Schulen, Universitäten und anderen Instituten Menschen mit einer solchen Ernährungsweise aufhalten. Viele dieser Einrichtungen haben ihr Speiseangebot daran ausgerichtet. Doch wie sieht es bei der Bundeswehr aus?

Vegane Soldaten möchten vegane Speisen: Veränderungen des Speiseangebots bei der Bundeswehr

In der Vergangenheit ist die Bundeswehr bereits „mit der Zeit“ gegangen und das Speiseangebot in den Kasernen-Kantinen für die 182.000 Soldat*innen ist reichhaltiger geworden. Neben regelmäßigen vegetarischen Speisen werden bei der deutschen Bundeswehr für Muslime Gerichte ohne Schweinefleisch angeboten und auch für koscheres Essen ist gesorgt.

Unter den Soldaten gibt es eine Gruppe, denen das noch nicht reicht und um ein etwas erweitertes Speiseangebot bitten: Vegane Soldaten. Sie möchten eine rein pflanzliche Verpflegung als weitere Option, also ein veganes Menü in den Kasernen. Als Grund hierfür nennen sie, dass „eine quantitativ und qualitativ hochwertige Kost nicht zuletzt in körperlich herausfordernden Berufen ein Muss ist“.

CDU-Chef Friedrich Merz beim Besuch von Bundeswehr-Soldaten. Ob auch veganes Essen auf den Teller kam?
CDU-Chef Friedrich Merz beim Besuch von Bundeswehr-Soldaten. Ob auch veganes Essen auf den Teller kam? © Tobias Koch/picture alliance/dpa

Soldaten fordern vegane Speisen: Veganismus fällt in die Weltanschauung

Hierbei nennen die Soldaten ihr Menschenrecht sich vegan zu ernähren, das gewahrt werden muss. Laut Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention wird der ethische Veganismus international als Weltanschauung mit besonderen Essgewohnheiten gewertet. 1993 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte anerkannt, dass die Entscheidung sich aus ethischen Gründen vegetarisch oder vegan zu ernähren schützenswert ist. So darf laut Recht „jeder Mensch seine Sphären unter Berücksichtigung des Tierwohls frei von staatlicher Einschränkung ausleben“.

Bisher fallen bei der Bundeswehr die veganen Speiseoptionen eher mager aus. Auf Anfrage sagt ein Sprecher der Bundeswehr, dass „eine rein vegane Ernährung aktuell nicht vorgesehen ist“. Jedoch können vegan lebende Soldaten, die sich an der Gemeinschaftsverpflegung der Bundeswehr in Kantinen beteiligen, mit vorhandenen veganen Komponenten selbst versorgen. Außerdem besteht die Nutzung von Gemeinschaftsküchen in den Wohnheimen.

Soldaten fordern vegane Speisen: Dafür werden zu viele Ergänzungsmittel benötigt

Als Grund hierfür wird genannt, dass die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen ohne Nahrungsergänzungsmittel nicht oder nur schwer möglich ist. Bei einem Auslandseinsatz in Mali zum Beispiel sei dies aufgrund der hohen Anzahl an Ergänzungsmitteln nicht zu stemmen, zu teuer und logistisch nicht möglich. Laut Juristen können sich vegane Soldaten gerne auf Artikel neun der Europäischen Menschenrechtskonvention berufen, jedoch könne dieser durch Überforderung der Logistik eingeschränkt werden.

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In anderen Ländern, wie Israel zum Beispiel, wird bereits vegane Kost bei der Armee angeboten. Dabei bestand aber auch in Israel die vegane Ernährung zunächst nur aus den Beilagen der omnivoren Soldaten. So war das Essen der Veganer mal nur Kartoffeln, Brot, oder Gemüse. Über die Jahre hinweg hat die israelische Armee sich an rein pflanzliche Ernährungsweisen herangetastet und mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit zu veganer Ausrüstung. Also besteht für deutsche Soldaten Hoffnung, dass sie eines Tages mehr vegane Optionen beim Bund erhalten. (rah)

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