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„Speed Marathon“ – Mannheimer Polizei nimmt Raser ins Visier

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Von: Sylvia Niestroj-Haß

Bei der europaweiten Aktion „Speed-Marathon“ macht 2021 auch Mannheim mit
Raser werden beim „Speed-Marathon“ ins Visier genommen © Uwe Anspach/dpa

Mannheimer Polizei nimmt 2021 an einer europaweiten Aktion zur Geschwindigkeitskontrolle teil: Beim „Speed-Marathon“ geht’s Rasern an den Kragen. Flächendeckend wird mit verschiedenen Mitteln kontrolliert.

Was wie der Name eines Autorennens klingt, hat genau das Gegenteil zum Ziel: Beim „Speed Marathon“, einer europaweiten Aktionswoche zur Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit, ruft die Polizei die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein. Dabei geht’s Rasern an den Kragen. Im Jahr 2021 macht auch die Stadt Mannheim mit – kontrolliert wird dabei mit verschiedenen Mitteln.

„Speed-Marathon“ – eine europaweite Aktion zur Bekämpfung der Hauptunfallsache Geschwindigkeit

Der „Speed-Marathon“ ist eine europaweite Aktion zur Bekämpfung von Geschwindigkeit als der häufigsten Unfallursache. Viele sogar tödliche Verkehrsunfälle wären vermeidbar, wenn Autofahrer*innen Geschwindigkeitsbegrenzungen ernst nehmen würden. Der erste Blitzmarathon fand bereits 2012 in Nordrhein-Westfalen statt und wird seit Oktober 2013 bundesweit durchgeführt. Seit 2015 ist der Blitzmarathon eine europaweite Aktion unter dem Namen „Speed Marathon“.

„Speed-Marathon“ – ganztägige Kontrollen in Mannheim

Im Rahmen der Aktionswoche des „Speed-Marathons“ werden am Mittwoch, dem 21. 04. 2021, in Mannheim ganztägig Verkehrskontrollen durch die Polizei durchgeführt. Die Kontrollen finden an der B 44 stadteinwärts auf dem
Brückenbauwerk, in Höhe der Straßenbahnhaltestelle Waldhof-Nord, statt. Dabei werden sämtliche zur Verfügung stehende Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte eingesetzt:

Temposünder werden beim „Speed-Marathon“ ins Visier genommen. Geschwindigkeitsübertretungen werden dabei nach dem aktuellen Bußgeldkatalog geahndet. Der aktuelle Bußgeldkatalog für die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit reicht von 15 Euro innerorts und 10 Euro außerorts für eine Überschreitung von bis zu 10 km/h bis in den dreistelligen Bereich: Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von über 30 km/h droht sogar ein einmonatiges Fahrverbot und satte 160 Euro Strafe (innerorts wie außerorts). Einen Punkt in Flensburg gibt’s schon ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 bis 25 km/h.

Neuer Bußgeldkatalog 2021 innerorts/außerorts

Das Strafmaß für Geschwindigkeitsbegrenzung wurde am 16. April angepasst und die neuen Bußgelder haben es in sich. Diese Bußgelder und Strafen gelten zwar noch nicht, sind aber bereits beschlossene Sache: Bald wird Rasen deutlich teurer – also, runter vom Gas! Dies sind die geplanten verschärften Bußgelder:

GeschwindigkeitüberschreitungBußgeld innerorts/außerortsPunkteFahrverbot
bis 10 km/h30 Euro / 20 Euro
11 - 15 km/h50 Euro / 40 Euro
16 - 20 km/h70 Euro / 60 Euro
21 - 25 km/h115 Euro / 100 Euro1 Punkt
26 - 30 km/h180 Euro / 150 Euro1 Punkt1 Monat (bei zweimaliger Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb eines Jahres)
31 - 40 km/h260 Euro /200 Euro2 Punkte1 Monat
41 - 50 km/h400 Euro /320 Euro2 Punkte1 Monat
51 - 60 km/h560 Euro / 480 Euro2 Punkte2 Monate
61 - 70 km/h700 Euro / 600 Euro2 Punkte3 Monate
mehr als 70 km/h800 Euro / 700 Euro2 Punkte3 Monate

„Speed Marathon“ – Überhöhte Geschwindigkeit immer noch eine der Hauptunfallursachen in Deutschland

Im letzten Jahr sind Verkehrsunfälle in allen Bereichen, darunter auch aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitung, stark zurückgegangen – Einfluss darauf hatten auch Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Die Zahl der Verkehrstoten war 2020 auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt eine im Februar 2021 veröffentlichte Statistik der Polizei Baden-Württemberg.

Noch immer gilt jedoch Geschwindigkeit als eine der Hauptunfallursachen in Deutschland. Dabei ist interessant zu wissen, dass als Geschwindigkeitsunfall nicht nur ein Unfall gilt, der aufgrund einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit geschieht, sondern auch, wenn dem/der Fahrer*in ein unangepasstes Tempo vorgeworfen wird. Das heißt: Manchmal kann selbst eine Geschwindigkeit unter dem zulässigen Höchsttempo zu schnell sein – etwa bei besonderen Witterungsbedingungen wie Glätte, Starkregen oder Hagel. Außerdem gilt natürlich ungeachtet aller Geschwindigkeitsbegrenzungen: Vorausschauend fahren – so kann Unfällen am besten vorgebeugt werden.

„Speed-Marathon“ – Europaweiter Blitzertag als Zeichensetzung

Der „Speed-Marathon“, der am 21. März auch in Mannheim stattfindet, will ein Zeichen setzen und das Bewusstsein für die Gefahr von Geschwindigkeitsüberschreitungen schärfen. Viele, vor allem jüngere Autofahrer*innen sind sich der Konsequenzen ihres „Rasens“ nicht richtig bewusst. Dabei könnten so sehr viele Unfälle verhindert werden. Ob der „Speed-Marathon“ nun tatsächlich zu einer generellen Verminderung der Verkehrsunfälle aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung führt, sei natürlich dahin gestellt. Aber dem ein oder anderen wird das auf dem „Speed-Marathon“ verpasste „Knöllchen“ vielleicht eine Lehre sein – das ist die Hoffnung der Betreiber. (snh)

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