Unglaublicher Fall

Punkte-Jäger in Flensburg: Wegen dieser dreisten Aktion muss ein Lkw-Fahrer in den Knast

Seinen Audi ist der uneinsichtige Autofahrer jetzt los!
+
Seinen Audi ist der uneinsichtige Autofahrer jetzt los!

Frankenthal/Speyer - Ein Lkw-Fahrer hat in Flensburg unglaubliche 373 Punkte angesammelt. Das Landgericht Frankenthal hält ihn für unbelehrbar und greift zu drastischen MItteln.

  • Rheinland-Pfalz: Lagerist aus Speyer (37) fängt an als Lkw-Fahrer zu arbeiten – und das ohne Füherschein
  • Im Februar wird er wegen Fahrens ohne Führerschein zu Bewährungsstrafe verurteilt 
  • Er hat 373 Punkte in Flensburg angesammelt und wird zu 9 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt
  • Das Landgericht Frankenthal bestraft ihn jetzt doch härter:

Update vom 28. Juli: Nach zahlreichen Fahrten ohne gültigen Führerschein soll ein 38-jähriger Mann in Rheinland-Pfalz für neun Monate ins Gefängnis. Bewährungsstrafen und Geldbußen hätten den dreist handelnden Beschuldigten nicht davon abgehalten, sich immer wieder aufs Neue ans Steuer zu setzen, entschied das Landgericht in Frankenthal am Dienstag in einer Berufungsverhandlung. Es wandelte damit auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe in Haft um. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Frankenthal: 373 angesammelte Punkte in Flensburg spielen bei Entscheidung keine Rolle

Der Mann war jahrelang mit einem ungültigen italienischen Führerschein unterwegs. In dem Prozess ging es konkret um zwei Fahrten. Allerdings hatte der Fall für Aufsehen gesorgt, weil der Mann der Polizei zufolge schon früher 373 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei gesammelt hat.

Die Zahl setzt sich zusammen aus über 150 Fahrten ohne gültigen Führerschein, die der Mann als Berufsfahrer absolviert hatte. Die Behörden kontrollierten im Nachhinein die Tachoscheiben und verhängten pro Fahrt zwei Punkte. Vor Gericht spielte der Punktestand am Dienstag keine direkte Rolle.

Frankenthal: Lkw-Fahrer zeigt sich reumütig – Staatsanwaltschaft nimmt ihm das nicht ab

Der Beschuldigte sprach in der Berufungsverhandlung von „großen Fehlern“, die er gemacht habe. Er habe daraus gelernt. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Mann hingegen als uneinsichtig. Das sah auch das Gericht so. „Wir können nicht von einer positiven Prognose ausgehen“, so Richter Andreas Tangl.

Für den Beschuldigten geht es um viel: Er war wegen früherer Fahrten bereits zu einer weiteren, achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Diese Bewährung könnte ebenfalls in Haft umgewandelt werden, falls die jetzige Entscheidung rechtskräftig wird. Sein Verteidiger behielt sich am Dienstag das Recht vor, in Revision zu gehen. Er sehe eine günstige Sozialprognose für seinen Mandanten, sagte der Anwalt.

373 Punkte in Flensburg: Kommt Audi-Fahrer doch nicht so leicht davon?

Update vom 5. Januar 2020: Neun Monate Haft auf Bewährung wegen vorsätzlichen Fahrens ohne gültigen Führerschein – gegen dieses Urteil des Amtsgerichts Speyer von Dezember hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Diese betreffe nicht den Schuldspruch gegen den 37-jährigen Angeklagten, sondern die Höhe der Strafe sowie die Frage der Bewährung, sagt ein Sprecher in Frankenthal. Denn der Mann hat sich bereits trotz laufender Bewährungsstrafe aus Februar hinters Steuer gesetzt und insgesamt 373 Punkte in Flensburg angesammelt.

Bei einer Haftstrafe könnte auch die frühere Bewährung widerrufen werden. Wenn das Urteil von Dezember schriftlich vorliege, prüfe die Staatsanwaltschaft, ob sie die Berufung aufrecht erhalte, sagt der Sprecher der Anklagebehörde. Das Amtsgericht Speyer bestätigte den Eingang eines entsprechenden Schreibens der Staatsanwaltschaft in Frankenthal.

373 Punkte in Flensburg: Audi-Fahrer erhält milde Strafe!

Update vom 18. November: Ein 37-jähriger Mann ist wegen vorsätzlichen Fahrens ohne gültigen Führerschein vom Amtsgericht Speyer zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann habe die beiden angeklagten Fahrten glaubhaft gestanden und zudem auf eine Rückgabe seines beschlagnahmten Fahrzeugs verzichtet, begründete der Richter die Entscheidung. Der Fall hatte auch deswegen für Aufsehen gesorgt, weil der Mann der Polizei zufolge 373 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei angesammelt hat. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate Haft ohne Bewährung für den 37-Jährigen gefordert und die Verteidigung auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe plädiert. 

In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte erklärt, er bereue die Taten. „Ich flehe Sie an, geben Sie mir keine Gefängnisstrafe", wandte er sich an das Gericht. Dem Mann waren zwei Fahrten vorgeworfen worden - allerdings war er wegen früherer Fahrten ohne gültige Fahrerlaubnis bereits zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zum Prozessauftakt hatte sein Anwalt mitgeteilt, dass er die Vorwürfe in vollem Umfang einräume. Die Polizei in Neustadt an der Weinstraße hatte den Mann im September mit einem ungültigen, italienischen Führerschein erwischt.

Der 37-Jährige habe gewusst, dass er damit nicht in Deutschland fahren dürfe, hatte es geheißen. Trotzdem habe er eine Stelle als Berufskraftfahrer angetreten. Anhand des Fahrtenschreibers seien ihm mehr als 150 rechtswidrige Fahrten nachwiesen worden - "für jede gab es zwei Punkte".

373 Punkte in Flensburg:  Uneinsichtigem Lkw-Fahrer droht krasse Strafe

Update vom 31. Oktober: Im Fall des 37-Jährigen, der durch Fahren ohne Fahrerlaubnis über 370 Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg gesammelt hat, will die Staatsanwaltschaft Frankenthal „in den nächsten Wochen“ über eine Anklage entscheiden. Das sagt ein Justizsprecher. Dem notorischen Verkehrssünder aus Speyer droht eine Haftstrafe.

373 Punkte in Flensburg:  Uneinsichtigem Lkw-Fahrer droht krasse Strafe

Ein unglaubliches Punktekonto in Flensburg hat ein 37-jähriger Lagerist aus Speyer vorzuweisen. Es beläuft sich nämlich auf stolze 373 Punkte! Doch wie kann überhaupt sein? Der Mann aus Speyer hatte verbotenerweise einen italienischen Führerschein erworben, wohl wissend, dass er damit nicht in Deutschland fahren darf. Obwohl er somit keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, tritt er eine Stelle als Lkw-Fahrer an. Doch das bleibt der Polizei nicht verborgen: Der Schwerverkehrskontrolltrupp der Polizeidirektion Neustadt kann ihm über 150 rechtswidrige Fahrten nachweisen. Der Punktestand des Angeklagten beim Kraftfahrbundesamt in Flensburg beträgt da schon 35 Punkte.

Auch interessant: Dramatische Szenen auf Weinfest in Neustadt: Mann (23) sticht Besucher Messer in den Hals

Speyer: Mann hat 373 Punkte in Flensburg – und kauft sich einen Audi 

Der Richter verhängt im Februar eine Bewährungsstrafe und macht dem Mann aus Speyer unmissverständlich klar, dass ein wiederholtes Fahren ohne Führerschein für ihn eine Gefängnisstrafe bedeutet. Doch damit scheint er auf taube Ohren zu stoßen. Die Polizei bekommt mit, dass der Lkw-Fahrer aus Speyer weiterhin ohne Führerschein unterwegs ist. Doch nicht nur das: Er hat sich auch noch einen Audi Q7 gekauft! Sein Punktestand in Flensburg ist in der Zwischenzeit auf beachtliche 373 angewachsen. 

Speyer: 373 Punkte in Flensburg – Polizei beschlagnahmt Audi Q7

Der Schwerverkehrskontrolltrupp und die Fahndungseinheit der ZVD Rheinpfalz der Polizeidirektion Neustadt setzen diesem Treiben nun endgültig ein Ende. Am Dienstag (10. September) kann der unbelehrbare Mann mit dem unglaublichen Punkte-Konto in Flensburg letztendlich in seinem Audi auf frischer Tat ertappt werden. Erneut händigt er den Beamten einen rechtswidrig erlangten Führerschein aus. Die ZVD Rheinpfalz kann ihm mittlerweile mehrere Fahrten mit dem Audi nachweisen und zieht das Fahrzeug im Wert von etwa 35.000 Euro nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft kurzerhand ein. Der unbelehrbare Mann aus Speyer ist völlig sprachlos, als er realisiert, dass sein geliebter Audi ihm wirklich nicht mehr gehört. Wenn der Richter sein Versprechen einlöst und der Audi-Fahrer aus Speyer in den Knast wandert, wird er wohl genauso sprachlos sein. „Wer nicht hören will, muss eben fühlen“, formuliert die Polizei treffend in einer Pressemitteilung. 

Kurios ist auch dieser Fall aus Mannheim: Am 1. Mai wird bei der Polizei ein Verkehrsunfall gemeldet. Die Beamten ahnen nicht, dass  der Unfallfahrer ganze sieben Straftaten in nur zwei Tagen begeht. 

In Stuttgart steht seit dem 11. September ein 20-Jähriger vor Gericht. Er war im März 2019 in einem 550-PS Jaguar durch die Stuttgarter Innenstadt gerast und war mit hoher Geschwindigkeit in einen Kleinwagen gekracht. Die beiden Insassen (22 und 25 Jahre) des Kleinwagens starben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Raser Mord vor.

pol/kp/dpa/jab

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare