Am Kleinen Schlossplatz

Stuttgart: Illegale Corona-Demo – Anruf bei Polizei sorgt für Eklat

In Stuttgart verstoßen 500 Menschen gegen die Corona-Regeln und greifen die Polizei an. (Symbolfoto)
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In Stuttgart verstoßen 500 Menschen gegen die Corona-Regeln und greifen die Polizei an. (Symbolfoto)

Stuttgart - Mitten in der Nacht versammeln sich hunderte Menschen am Kleinen Schlossplatz. Als die Polizei das Treffen auflösen wird, kippt die Stimmung.

  • Etwa 500 Personen versammeln sich in Stuttgart am Kleinen Schlossplatz.
  • Die Polizei schreitet ein, weil sie sich nicht an die Corona-Regeln halten.
  • Ein Mann sorgt mit einem vorgetäuschten Messer-Angriff für Tumult. 

Kräfte der Sicherheitskonzeption Stuttgart können am Samstagabend (30. Mai) ihren Augen kaum glauben. Kurz vor Mitternacht erscheinen etwa 500 Menschen auf und um die Treppen am Kleinen Schlossplatz – mitten in Zeiten der Corona-Pandemie! Die gewaltige Gruppe hält sich größtenteils auch nicht and die Abstandsregeln und verteilt Müll auf dem Platz. Kurz nach Mitternacht erscheint die Polizei und fordert die Masse auf, nach Hause zu gehen. Als Antwort werden Flaschen auf das Auto geworfen. Zwar wird dabei niemand verletzt, der Wagen aber beschädigt. Die Beamten müssen daraufhin hart durchgreifen.

Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg liest Du ab sofort in unserem neuen News-Ticker.

Stuttgart: Großer Polizeieinsatz am Kleinen Schlossplatz

Die Menge verhält sich verbal aggressiv gegen die Polizisten und zeigt auch keine Einsicht, sich an die geltenden Corona-Regeln in Baden-Württemberg zu halten. Die Beamten rufen daraufhin Verstärkung. Insgesamt sind mehr als ein Dutzend Streifenwagenbesatzungen, darunter Hundeführer, Gruppen der Sicherheitskonzeption und Kriminalbeamten vor Ort, um die Menschenmasse vom Kleinen Schlossplatz zu drängen und sie im Bereich der Theodor-Heuss-Straße und dem Rotebühlplatz aufzulösen.

In Stuttgart verstoßen 500 Menschen gegen die Corona-Regeln und greifen die Polizei an. (Symbolfoto)

Die Polizei in Stuttgart hatte auch tagsüber viel zu tun, da erneut Corona-Demos stattgefunden haben. Zudem besetzten Mitglieder der Identitären Bewegung das DGB-Haus. Auslöser ist wohl der Angriff auf ein Mitglied der rechten Gewerkschaft Zentrum Automobil. Der Mann ist am 16. Mai vor einer Demo angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden

Stuttgart: Mann täuscht Angriff vor – und erzeugt Tumult

Nachdem die etwa 500 Personen vom Kleinen Schlossplatz vertrieben worden sind, geht gegen 2 Uhr ein Notruf ein. Ein Mann meldet, dass es einen Messerangriff in der Büchsenstraße geben würde. Dort sei jemand „abgestochen“ worden und brauche Hilfe. Vor Ort treffen die Beamten auf das „Opfer“. Der 18-Jährige erklärt allerdings, dass er sich nur einen Spaß erlaubt habe. Da die Polizisten das allerdings nicht so lustig finden, wollen sie die Personalien des Mannes. 

Der polizeibekannte junge Mann beginnt aber sofort zu schreiben und sperrt sich gegen die Maßnahmen, woraufhin er zu Boden gebracht wird, um ihm Handschellen anzulegen. Da es sich bei dem 18-Jährigen um einen Dunkelhäutigen handelt, sind wohl viele der umherstehenden an den gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA erinnert. Mehrere hundert Menschen kreisen daraufhin die Beamten ein und beschimpfen sie als Rassisten – ohne zu wissen, was zuvor passiert ist. Mehr als 30 Streifenwagen müssen vor Ort für Ruhe sorgen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sichtet nun die Aufnahmen der Body-Cams. Zeugen sollen sich unter ☎ 07118990 5778 melden. 

Nach den brutalen Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt im Juni 2020, kochen bei vielen die Emotionen hoch. Auch der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir verliert während eines Interviews die Fassung und beschimpft einen Passanten, der ihm dauernd ins Wort fällt.

pol/dh

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