27-Jähriger legt Geständnis ab

Böblingen/Holzgerlingen: Bluttat mit drei Toten – Täter stach wegen W-LAN zu

Baden-Württemberg, Stuttgart: Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses gegen ihn wegen dreifachen Mordes in Holzgerlingen vor dem Landgericht Stuttgart.
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Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses gegen ihn wegen dreifachen Mordes in Holzgerlingen vor dem Landgericht Stuttgart (29. September 2020).

Böblingen/Holzgerlingen - Nach dem mutmaßlichen Dreifach-Mord in Holzgerlingen ist der Tatverdächtige geständig. Der vermeintliche Auslöser für die Bluttat ist unfassbar.

  • Bluttat in Holzgerlingen (Kreis Böblingen) – Feuerwehr entdeckt drei Tote in Wohnung (18. März).
  • Ermittler in Böblingen gehen von Tötungsdelikt aus.
  • Tatverdächtiger wird schließlich in Italien festgenommen.
  • Der 31-Jährige ist vor dem Landgericht Stuttgart geständig.

Update vom 1. Oktober: Mitte März werden drei Leichen in einer Kleinstadt nahe Stuttgart in einer Wohnung gefunden. Der mutmaßliche Dreifachmörder von Holzgerlingen hat nun zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Der heute 31-Jährige soll die Tat zutiefst bereuen. Das zumindest verlautbart sein Anwalt in einer kurzen Erklärung am Dienstag (29. September) vor dem Stuttgarter Landgericht. Demnach soll es sich bei der Bluttat, um eine Kurzschlussreaktion handeln. Zuvor soll es bereits wiederholt Streit zwischen dem Tatverdächtigen Mieter und seinem Vermieter gegeben haben.

Böblingen/Holzgerlingen: Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten „niedere Beweggründe“ vor

Daher wirft die Staatsanwaltschaft einen absolut unfassbaren Beweggrund für den Dreifach-Mord in den Raum: Der Angeklagte soll aus Wut über einen abgeschalteten Anschluss für das W-Lan seinen Vermieter und zwei weitere Menschen getötet haben! Damit ist für den Ankläger die Sache klar: Der Mann habe seine Opfer heimtückisch und aus niederen Beweggründen erstochen.

Vor dem mutmaßlichen Dreifachmord soll sich der Angeklagte in der Nacht an die Polizei gewandt und um Hilfe wegen des W-Lan-Anschlusses gebeten haben. Doch die Polizei habe darauf verwiesen, dass dies eine zivilrechtliche Auseinandersetzung sei. Daraufhin habe der Mann seine Opfer erstochen.

Am 18. März findet die Polizei schließlich die Leichen einer 27-Jährigen sowie ihres 33 Jahre alten Lebensgefährten und dessen Vater (62).

Böblingen/Holzgerlingen: Verteidiger sieht psychische Erkrankung als Auslöser

Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft Stuttgart widerspricht der Verteidiger des 31-Jährigen. So soll der Auslöser für die Bluttat der Kontrollverluste des Anklagten sein – bedingt durch eine psychische Erkrankung. Seit Beginn des Mietverhältnisses habe sich der Informatiker in einer depressiven Phase befunden. Der Angeklagte hat in der Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses gewohnt.

Böblingen/Holzgerlingen: Bluttat mit drei Toten – Tatverdächtiger in Italien geschnappt!

Update vom 20. März: Nach der Bluttat in Holzgerlingen mit drei Toten hat die Polizei den flüchtigen Tatverdächtigen in Italien festgenommen. Wie die Ermittler am Freitagnachmittag mitteilen, wurde der 30-jährige Bosnier am Morgen von einer Sondereinheit der italienischen Polizei im Bereich der französisch-italienischen Grenze geschnappt. Zuvor wurden digitale Spuren ausgewertet, über die die Ermittler den Fluchtweg des Tatverdächtigen nachvollziehen konnten. Der Mann, der seit der Entdeckung der drei Leichen in einem Haus in Holzgerlingen auf der Flucht war, soll nun den deutschen Ermittlungsbehörden überstellt werden.

Wie die Ermittler weiter mitteilen, sei mittlerweile eine Obduktion an den Toten durchgeführt worden. „Alle drei Getöteten weisen demnach mehrere Verletzungen auf, die todesursächlich waren“, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. 

Böblingen/Holzgerlingen: 3 Leichen in Haus entdeckt! Verdächtiger auf der Flucht

Update vom 19. März: Neue Details zur Bluttat in Holzgerlingen bei Böblingen! Am Mittwochmorgen entdecken Einsatzkräfte der Polizei in einem Wohnhaus in der Bühlenstraße die Leichen zweier Männer und einer Frau. Die Toten weisen Spuren massiver Gewalteinwirkung auf. Zuvor hatte sich die Mutter einer 27-jährigen Frau bei der Polizei gemeldet, da ihre Tochter weder eine Verabredung am Morgen eingehalten hatte noch telefonisch erreichbar war. Als die Beamten gegen 9:50 Uhr am Wohnhaus der 27-Jährigen in Holzgerlingen (Kreis Böblingen) eintreffen, öffnet niemand die Tür. Als sich Einsatzkräfte der Feuerwehr schließlich Zutritt zu dem Drei-Parteien-Haus verschaffen, der Schock: Dort finden sie die Leichen der 27-jährigen Frau, ihres 33-jährigen Lebensgefährten und des 62-jährigen Vaters.

Die da Ermittler von einem Gewaltverbrechen ausgehen, werden umgehend umfangreiche Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet – ohne Erfolg. Im Zuge der Ermittlungen haben die Beamten einen Tatverdächtigen ausgemacht: Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich laut Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizei Ludwigsburg um einen 30-jährigen Bosnier handeln, der im Dachgeschoss des Hauses zur Untermiete wohnt. Von dem Mann fehlt seitdem jede Spur.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren, um den Täter der Bluttat von Holzgerlingen zu fassen. Dafür wurde bei der Kriminalpolizeidirektion Böblingen die über 40-köpfige Sonderkommission „Bühlen“ eingerichtet. Am Donnerstag (19. März) setzen Kriminaltechniker mit Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts des Landeskriminalamts Baden-Württemberg ihre Arbeit am Tatort fort. Die Obduktion der drei Toten soll ebenfalls am Donnerstag durchgeführt werden. 

Böblingen/Holzgerlingen: 3 Tote in Wohnhaus – Bluttat stellt Ermittler vor Rätsel

Erstmeldung vom 18. März: Am Mittwoch (18. März) kommt es in Holzgerlingen im Kreis Böblingen zu einem schrecklichen Verbrechen. Wie die Polizei Ludwigsburg am Mittag berichtet, werden am Morgen in einem Mehrparteienhaus in der Bühlenstraße drei Leichen gefunden. Vor Ort wird den Ermittlern aus Böblingen anhand von Spuren an den Leichen schnell klar, dass es sich dabei um ein Tötungsdelikt handeln muss. Zu den Hintergründen der Bluttat in Böblingen ist bislang nur wenig bekannt.

Böblingen/Holzgerlingen: Drei Leichen in Wohnhaus entdeckt – Polizei geht von Gewaltverbrechen aus

Gegen 9 Uhr am Mittwochmorgen geht bei der Polizei der Anruf einer besorgten Frau aus Böblingen ein – sie berichtet, dass sie ihrer Tochter, die in Holzgerlingen wohnt, nicht erreichen kann. Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr rücken daraufhin zu dem Wohnhaus in der Bühlenstraße aus. Da vor Ort weder Kontakt zu der Tochter der Anruferin noch zu den weiteren Anwohnern, bei denen es sich ersten Angaben zu Folge ebenfalls um Familienmitglieder handeln soll, hergestellt werden kann, verschaffen die die Einsatzkräfte der Feuerwehr Böblingen Zutritt zur Wohnung. Dort machen sie dann eine schreckliche Entdeckung.

In dem Wohnhaus in Holzgerlingen (Kreis Böblingen) finden die Beamten schließlich die Leichen von zwei Männern und einer Frau. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Polizei Ludwigsburg in einer gemeinsamen Pressemitteilung berichten, wiesen die drei Leichen in der Wohnung in Holzgerlingen bei Böblingen „Spuren von Gewalteinwirkung“ auf.

Böblingen/Holzgerlingen: Bluttat in Wohnhaus, drei Leichen entdeckt – Hintergründe unklar

Noch ist sind die genauen Todesumstände der Horror-Tat in Holzgerlingen bei Böblingen völlig unklar, ebenso die Hintergründe. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen.

Ein Wohnhaus in der Bühlenstraße in Holzgerlingen wurde am 18. März offenbar Schauplatz eines Gewaltverbrechen – hier wurden drei Leichen in einem Mehrparteienhaus entdeckt.

Auch interessant: Im August 2019 wird eine ganze Familie aus Böblingen ausgelöscht – bei einem tragischen Unfall auf der B96 in Oberhavel kommen ein 37-jähriger Mann, eine 43-jährige Frau und ihre gemeinsame zehnjährige Tochter ums Leben.

rob

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