Tatwaffe: 550 PS-Jaguar

Todes-Raser von Stuttgart wegen Mordes vor Gericht – Polizist schildert Reaktion des Angeklagten

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Beginn Mordprozess gegen jungen Autofahrer

Stuttgart - Das Gaspedal voll durchgedrückt, rast ein 20-Jähriger mit Tempo 160 auf eine Kreuzung zu – und tötet ein junges Pärchen. Jetzt startet der Mord-Prozess gegen den Raser.

  • Raser-Unfall in Stuttgart im März 2019: 20-Jähriger tötet mit Jaguar 2 Menschen
  • Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes
  • Am Mittwoch (11. September) startet Mord-Prozess am Landgericht Stuttgart
  • Schockierende Zeugen-Aussagen: Todesfahrt sollte Instagram-Story werden

Update 14:44 Uhr: Der Polizist, der als erster am Unfallort in Stuttgart gewesen ist, sagt nach dem Auto-Vermieter aus. „Jetzt kann ich mich ja gleich umbringen“, soll der Jaguar-Raser kurz nach dem Crash dem Polizisten gesagt haben. Er habe völlig unter Schock gestanden und sei kaum ansprechbar gewesen, beschreibt der Beamte die Situation. Als er erfahren hat, dass zwei Menschen bei dem Unfall gestorben sind, sei er „richtig in sich zusammengesackt“. Gegen seine Festnahme hat der Angeklagte nicht protestiert. Sein Bruder, der später dazugekommen ist, hingegen schon.

Stuttgart: Raser-Prozess nach tödlichem Unfall: Jaguar-Vermieter zieht drastische Konsequenzen

Update 12:34 Uhr: Der Vermieter des Jaguar zeigt sich vor Gericht sehr betroffen. Er habe den Verleih am Tag nach dem Unfall gleich aufgegeben, heißt es laut den „Stuttgarter Nachrichten“. Der Vermieter des Jaguars ist selbst erst 25 Jahre alt und hat den Verleih als Nebenjob betrieben – drei PS-starke Autos hatte der junge Mann im Angebot. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so ein schwerer Unfall im Stadtgebiet möglich gewesen wäre“, zitiert ihn die Zeitung. 

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Den Jaguar hat der Raser bereits Monate im Voraus gebucht. Der 20-Jährige habe auf den Jaguar-Vermieter einen sehr zuverlässigen Eindruck gemacht. Es sei der dritte Wagen gewesen, den sich der Angeklagte bei dem 25-Jährigen ausgeliehen habe. Er sei ruhig und bescheiden aufgetreten, beschreibt ihn der Zeuge.

Auch erzählt er, dass der Jaguar-Raser ihn direkt nach dem Unfall in Stuttgart angerufen und sich nach der Schadensregulierung erkundigt habe. Das bestätigt auch die Aussage eines Zeugen, der behauptet, der Angeklagte habe sich vor allem Sorgen darum gemacht habe, ob die Versicherung den Schaden am Jaguar übernehmen wird.

Stuttgart: Raser wegen Mordes vor Gericht – Jaguar-Vermieter heute im Zeugenstand

Update 13. September, 10:02 Uhr: Heute startet der zweite Prozesstag gegen den 20-Jährigen am Landgericht Stuttgart. Im Zeugenstand wird der Mann vernommen, der dem Raser den Jaguar vermietet hat. Vor allem die Frage, warum der Mann keine unerfahrenen und jungen Fahrer bei der Vermietung des 550 PS-Monsters ausgeschlossen hat, will das Gericht beantwortet haben. Denn viele Autovermietungen, schließen Fahrer unter 25 Jahren aus, wenn es um die Vermietung PS-starker Sportwagen, wie den Jaguar F-Type, geht.

Anklage wegen Mordes nach tödlichem Sportwagenunfall

Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sei das Interesse der Öffentlichkeit am zweiten Verhandlungstag zwar immer noch groß, aber nicht mehr so gewaltig wie beim Auftakt. Da haben bereits 100 Menschen am Einlass gewartet. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen dauert der Einlass am ersten Prozesstag knapp 90 Minuten.

Stuttgart: Jaguar-Fahrer rast 2 Menschen tot – Zeugenaussagen machen sprachlos

Update vom 12. September, 11:30 Uhr: Im Mord-Prozess um den Jaguar-Fahrer, der im März in Stuttgart zwei Unbeteiligte bei einem Unfall tötete, hat der Beifahrer aus dem Unfallauto den 20-jährigen Unfallverursacher als „psychisch labil“ beschrieben. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. Der junge Mann sei ein „Internetposer“, der mit Fotos von PS-starken Autos auf Instagram Eindruck schinden wolle. Im Freundeskreis habe man sich über den Todes-Fahrer aber eher lustig gemacht. 

Unglaubliches berichtet ein 25-jähriger Kfz-Mechaniker vom Geschehen direkt nach dem schrecklichen Raser-Unfall in der Rosensteinstraße in Stuttgart: Er habe vor der Tür geraucht, als er ein Quietschen gehört habe. Trümmer seien durch die Gegend geflogen. Der Mann rannte zur Unfallstelle. Die tödlich verletzten Insassen des Kleinwagens scheinen die Jaguar-Raser nicht interessiert zu haben. Der Zeuge habe gehört, wie ein Insasse aus dem Jaguar fragte, ob der Schaden von der Versicherung übernommen wird!

Stuttgart: Jaguar-Raser vor Gericht: Zeuge berichtet Unglaubliches! 

Ein anderer Zeuge berichtet, dass direkt nach dem Raser-Unfall in Stuttgart von allen Seiten Menschen zu den beiden zerstörten Autos gerannt seien. Erfolglos versuchten einige, die Tür des Kleinwagens aufzustemmen, in den der Jaguar gekracht war. „Was habt ihr getan? Ihr habt Leute umgebracht“, soll jemand gerufen haben.  

Für den Prozess am Landgericht Stuttgart sind 15 weitere Verhandlungstermine angesetzt: 13., 16. und 18. September, sowie 1., 2., 7., 9., 10., 14., 16., 21., 25. Oktober, sowie 4., 11. und 15. November. Die Jugendkammer muss entscheiden, ob sie den 20-jährigen Jaguar-Raser nach Jugendrecht verurteilt oder als Erwachsenen behandelt. Nach Jugendrecht blühen dem Raser 10 Jahre Haft, nach Erwachsenenrecht lebenslänglich. 

Stuttgart: Jaguar-Todesfahrt – alles nur für ‚Fame‘ auf Instagram?

Update, 18 Uhr: Schon bei der Vernehmung des ersten Zeugen im Mord-Prozess gegen den Jaguar-Fahrer, steht ein mögliches Motiv des Stuttgart-Rasers im Raum. Laut Stuttgarter Zeitung könnte es darum gegangen sein, Videos und Fotos für das soziale Netzwerk Instagram zu produzieren. Der Beifahrer des 20-Jährigen erklärt am Mittwoch vor Gericht, dass es junge Leute geben würde, die sich PS-starke Autos ausliehen, um Fotos und Videos von ihren Fahrten auf Instagram zu posten. Er selbst sei genau aus diesem Grund an dem besagten Abend in dem Jaguar des 20-Jährigen in Stuttgart mitgefahren: „Ich wollte da mitfahren, das kommt krass an auf Instagram.“ 

Stuttgart: Jaguar-Raser vor Gericht – Vater des Opfers mit emotionaler Botschaft

Update, 14 Uhr: Wie BILD berichtet, hätte vor dem Prozessauftakt am Landgericht in Stuttgart ein so großer Andrang geherrscht, dass der Beginn der Verhandlung verschoben werden musste. Der Vater des getöteten Riccardo (†25) habe laut Bericht ein T-Shirt mit einem Foto seines Sohnes getragen. Die Mutter der getöteten Jaqueline B. bricht in Tränen aus, als sie den Jaguar-Raser im Gerichtssaal sieht – nicht das letzte Mal bei diesem emotionalen Prozess.

Eltern der getöteten Jaqueline B. (†22).

Update, 13 Uhr: Als erster Zeuge im Mord-Prozess in Stuttgart wurde der Beifahrer des Jaguar-Rasers vernommen. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung am Mittwoch. Der 19-Jährige hätte ausgesagt, dass die Unfallfahrt nur rund eine Minute gedauert hätte. Weiter berichtet die Zeitung, dass der Beifahrer den Jaguar-Raser als psychisch labilen „Internetposer“ bezeichnet hätte, der auf sozialen Netzwerken Eindruck habe machen wollen. 

Stuttgart: Todesfahrer vor Gericht – Mordwaffe Jaguar?

Update, 11 Uhr: Der Mord-Prozess gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart hat begonnen. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen muss sich der 20-jährige Fahrer eines 550-PS-Wagens vor dem Landgericht Stuttgart für den Tod eines jungen Paares verantworten. Der wegen Mordes angeklagte Jaguar-Raser soll bei einer Tempofahrt die Kontrolle über seinen gemieteten Sportwagen verloren haben. Er sei vor dem Crash mit seinem PS-starken Auto mit 160 bis 165 auf eine Kreuzung in der Innenstadt zugerast, sagt die Staatsanwaltschaft zum Auftakt des Prozesses in Stuttgart. Nach einem Gutachten habe der 20-Jährige das Gaspedal voll durchgedrückt, um die Höchstgeschwindigkeit des Sportwagens auszutesten. 

Stuttgart: Jaguar-Raser tötet junges Paar – dramatische Szenen vor Gericht

Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, habe die Oberstaatsanwältin beim Mord-Prozess in Stuttgart mehrfach darüber gesprochen, dass der 20-jährige Angeklagte einen Geschwindigkeitsrausch habe ausleben wollen. Die Mütter der beiden Unfalltoten verfolgten laut Bericht ebenfalls den Prozess, seien bei der Anklageverlesung sogar in Tränen ausgebrochen. Der Angeklagte schweige vorerst zu den Vorwürfen. 

Stuttgart: Jaguar-Raser nach Unfall-Drama vor Gericht – Junges Paar tot

Er drückt das Gaspedal voll durch und rast im März 2019 mit 160 km/h in Stuttgart durch eine 50er-Zone. An einer Kreuzung passiert es: Der Raser prallt mit einem gemieteten Jaguar mit voller Wucht gegen einen stehenden Kleinwagen, in dem ein junges Paar (22 und 25 Jahre) sitzt. Die beiden jungen Menschen haben keine Chance und sterben noch an der Unfallstelle. Das Paar ist erst vor wenigen Wochen von NRW nach Stuttgart gezogen, das gemeinsame Leben sollte erst beginnen. Doch es endet viel zu früh. Der Raser bleibt vollkommen unverletzt.

Stuttgart: Jaguar-Fahrer tötet 2 Menschen – Prozess startet

Es wird ein emotionaler Prozess am Landgericht Stuttgart, der am Mittwoch (11. September) um 9 Uhr beginnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jaguar-Raser Mord vor. Der 20-Jährige habe den Tod anderer zumindest billigend in Kauf genommen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Zunächst hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen fahrlässiger Tötung gegen den Jaguar-Fahrer ermittelt, der selbst unverletzt geblieben war. Entscheidend für die Mordanklage ist ein Gutachten zur Geschwindigkeit, das belegt, dass er das Gaspedal des Jaguars voll durchgedrückt hatte. Es ist die erste Anklage dieser Art nach einem Raser-Unfall in Baden-Württemberg. Da der Mann aus Stuttgart zum Tatzeitpunkt jünger als 21 Jahre war, gilt er als Heranwachsender, und es wird vor einer Jugendkammer verhandelt. 

Stuttgart: Raser tötet zwei Menschen – wie kommt 20-Jähriger an den Jaguar?

Den Jaguar F4 soll der Unfallverursacher bei einem kleinen Verleih in Nürtingen im Kreis Esslingen bei Stuttgart gemietet haben, der sich auf Luxuslimousinen spezialisiert hat. Im Internet wird der Jaguar bis zum Unfall mit dem Ausstattungsmerkmal „extrem laute Auspuffklappenanlage“ beworben. Der Sportwagen hat 550 PS und beschleunigt laut Herstellerangaben in 5,7 Sekunden von 0 auf 100. 

Gegen diesen Kleinwagen prallt der Jaguar-Fahrer und tötet die zwei Insassen.

Für den Jaguar war nach Medienangaben lediglich ein Mindestalter von 19 Jahren vorausgesetzt. Verboten ist das nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) nicht: „Ein Autovermieter darf selbst entscheiden, wem er seine Fahrzeuge gibt. Wir geben da keine Altersgrenze vor für Haftpflichtversicherungen“, so eine Sprecherin des GDV (Berlin).

Stuttgart: Mord-Prozess nach Raser-Unfall – kein Einzelfall

Es ist nicht die erste Mordanklage, bei der das Auto als Tatwaffe behandelt wird: Seit dem 18. Juli steht auch ein 18-Jähriger aus Heppenheim wegen Mordes vor Gericht. Dieser hat kurz vor Silvester 2018 auf einem Parkplatz auf der A5 eine Mutter getötet, als er mit seinem Auto in ihren stehenden Wagen gekracht ist. Auch hier wirft die Staatsanwaltschaft dem Raser vor, den Tod anderer Menschen billigend in Kauf genommen zu haben. 

Deutschlandweit zum ersten Mal erregte ein Fall aus Berlin Aufsehen, als das Landgericht Berlin zwei Raser zu lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt hatte. Die beiden Männer haben auf dem Kurfürstendamm ein illegales Autorennen veranstaltet und so einen Unfall gebaut, bei dem ein 69-Jähriger starb. Der BGH hob das Urteil auf, doch in einem neuen Prozess kamen die Richter zum selben Entschluss und verurteilten die beiden Raser erneut zu lebenslanger Haft.

jab/dpa

Quelle: Mannheim24

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