Nach Krawallen in Stuttgart

Cem Özdemir rastet völlig aus und beschimpft Passanten: „Halten Sie bitte die Fresse“

Stuttgart - Nach den Krawallen in Stuttgart liegen bei vielen die Nerven blank. Auch bei Grünen-Politiker Cem Özdemir brodeln die Emotionen während eines Interviews – dabei beschimpft er einen Passanten.

  • Nach den Krawallen in Stuttgart besucht Cem Özdemir die Innenstadt, um sich selbst ein Bild zu machen.
  • Während eines Interviews in der Stuttgarter Innenstadt, unterbricht ihn ein Passant.
  • Cem Özdemir verliert dabei die Fassung und beschimpft den Passanten.

Nach den Krawallen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt herrscht bei vielen Stuttgartern Unverständnis, Wut und Trauer. Auch Bundestagsabgeordneter Cem Özdemir (GRÜNE) lässt sich von seinen Emotionen leiten und verliert seine Fassung während eines Interviews in der Stuttgarter Innenstadt. Bei einem Interview mit einem „WELT“-Reporter spricht Özdemir über die Krawalle in Stuttgart, als ihm plötzlich ein Passant ins Wort fällt.

Gerade als Özdemir über die Strafverfolgung der Krawallmacher spricht, kommt ihm ein älterer Mann sehr nahe und sagt: „Die Polizeidiktatur ist schuld!“ Prompt dreht sich Özdemir um, schaut dem Mann in die Augen und sagt: „Halten Sie bitte die Fresse, danke, ich rede gerade.

Stuttgart nach den Krawallen: Cem Özdemir dreht bei Interview durch

Doch der Mann lässt Özdemirs Beschimpfung nicht einfach auf sich ruhen und brüllt den Grünen-Politiker an. Daraufhin drehte sich Özdemir wieder zu dem Mann und sagte erneut: „Ich rede gerade. Wir sind hier in Deutschland, ich rede gerade, bitte Maul halten.“ Der Passant schimpft in einem unverständlichen Deutsch weiter, doch dreht sich schließlich um und läuft weg. „So, machen wir weiter“, sagt Özdemir daraufhin und dreht sich wieder zur Kamera.

Cem Özdemir während Interview: „Halten Sie bitte die Fresse“

Einige Stunden später entschuldigt sich Özdemir dann bei Twitter für seinen Wutausbruch: „Immerhin habe ich ,bitte‘ gesagt ... Aber im Ernst, ,Fresse‘ hätte mir nicht rausrutschen dürfen. Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass wir nicht in einer Polizeidiktatur leben, hätte ich andere Worte wählen müssen“.

Cem Özdemir nach „Halten Sie bitte die Fresse“-Interview: „Es war nicht richtig von mir“.

Am Tag darauf wird Özdemirs Wutausbruch erneut bei einem „WELT“-Interview mit dem Grünen-Politiker thematisiert. Özdemir erklärt, dass sein Verhalten unprofessionell war, aber dass es ihn der „Polizeidiktatur Kommentar“ sehr gestört habe: „Es war nicht richtig von mir. Ich hab‘ ihn zwar gesiezt und ‚bitte‘ und ‚danke‘ gesagt. Und trotzdem macht man das nicht. Das ist eben Teil meiner Jobbeschreibung, dass ich das auch aushalten muss.“

Im weiteren Interview verurteilt Özdemir die Krawalle in Stuttgart. Anders als bei vielen „Black Lives Matter“-Protesten hätten die Randale in der Landeshauptstadt keine politische Botschaft gehabt. „Das sind Krawallbrüder, die wollten zerstören, die wollten Dinge kaputt machen, die wollten ihren Zorn irgendwie loswerden", sagt Özdemir gegenüber der WELT.

Der Grünen-Politiker macht im Interview klar, dass er einerseits harte Strafen für diejenigen fordert, die erwischt wurden. Allerdings will er auch, dass die Politik das Problem an der Wurzel anpackt: „Wie [kann] es sein, dass Jugendliche dort rumhängen, nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit zu tun haben und dann glauben, sie hätten das Recht sich Dinge zu nehmen, die ihnen nicht gehören oder Leute zu verletzen?“ Später fügt Özdemir noch an: „Wir sind hier in einer liberalen Demokratie und das sollten wir wertschätzen. . . Wir müssen sie aber auch beschützen und verteidigen.

mw

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