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Mieter müssen dem Makler ab dem 1. Juni keine Provision zahlen.

Neue Regelung seit 1. Juni

Wie manche Makler trotz „Bestellerprinzip“ tricksen

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Stuttgart – Seit diesem Jahr gilt das „Bestellerprinzip“ bei der Vermittlung von Wohnungen. Das heißt: Der Vermieter bezahlt den Makler. Trotzdem versuchen manche Makler zu tricksen...

So auch in dem Fall einer Mieterin in Stuttgart. Zwei Wochen nachdem der Mietvertrag unter Dach und Fach ist, kommt für sie der Schock – eine Rechnung über 250 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer. 

Doch für was? Der Vermieter hatte doch den Makler schon bezahlt? Auf der Rechnung steht: „Bearbeitungsgebühr“. Tatsächlich war das versteckt im Mietvertrag vereinbart worden. 

Was tun, wenn dieser Fall eintrifft? 

Rolf Gaßmann, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes Baden-Württemberg, empfiehlt in dieser Situation: Nicht zahlen.

Denn seit dem 1. Juni gilt das sogenannte Bestellerprinzip. Der Makler bekommt sein Geld von demjenigen, der ihn beauftragt hat.

Doch beinahe täglich landeten Fälle auf seinem Tisch, in denen Makler das umgehen wollen, sagt Gaßmann.

Achtung vor diesen gängigen Tricksereien

- Eine Online-Anzeige wirbt für eine 53 Quadratmeter-Wohnung, 790 Euro warm, zuzüglich zweier Kaltmieten Provision

- Ein Makler fordert Gebühren ein, als gäbe es keine neue Regelung.

- Ein anderer Anbieter erhebt bei Vertragsschluss eine Service-Gebühr von 470 Euro. Was die Mieter, meist Studenten, genau davon haben, ist nicht klar.

- Ein weiteres Maklerbüro wirbt immer noch auf seiner Webseite mit den Worten „Für Vermieter kostenlos“.

Auch die Verbraucherzentrale vermeldet einige Beschwerden. Hier sollen Makler Mieter nachträglich aufgefordert haben, einen Auftrag aufzugeben - damit der Vermittler Provision fordern kann.

Gestiegene Einwohnerzahl

Von 2010 bis 2014 hat sich die Einwohnerzahl im Südwesten nach Angaben des Statischen Landesamtes um mehr als zwei Prozent auf rund 10,7 Millionen erhöht, vor allem dank des Zuzugs aus anderen Bundesländern und dem Ausland.

Den größten Zuwachs verzeichneten die Städte: Freiburg, Heidelberg und Stuttgart. Der Wohnungsmarkt – ein Haifischbecken.

Daher ließe sich schon mit Besichtigungsgebühren um die 35 Euro einiges an Geld machen, sagt Gaßmann. Zwei solcher Fälle habe sein Mieterverein bereits abgemahnt, von weiteren habe er gehört.

Mieterbund als Marktwächter

„Wir werden der Marktwächter sein“, gibt sich Rolf Gaßmann kämpferisch. 

Die Empfehlung lautet: Diese Fälle unbedingt dem Mieterverein melden!

Doch in praktisch allen Groß- und Unistädten im Land sei die Wohnsituation angespannt und Maklertricks von schwarzen Schafen möglich. Lediglich in Mannheim und Ulm seien noch recht günstige Wohnungen zu bekommen. Doch auch hier steigen die Preise.

Kritik am „Bestellerprinzip“

Während die Mietervereine das Bestellerprinzip als lange überfällig sehen, sind die Makler unzufrieden mit den neuen Regeln.

Sie seien ein Eingriff in die Vertragsfreiheit. Auch könnten sich Vermieter und Mieter nicht mehr die Provision teilen. 

Nachteil für die Makler: Jeder Makler der im Mieterauftrag handelt, darf jede Wohnung nur einem Interessenten zeigen! 

Nur so sei klar, dass er nur für den einen Auftraggeber gesucht habe, sagt Verbandssprecher Kippes.

Legal Provision zu fordern sei damit fast unmöglich. Daher gehe der Verband juristisch gegen das Bestellerprinzip vor. „Wir klagen dagegen, aber sind dafür, dass es eingehalten wird, so lange es gilt.“

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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