Bluttat in Stuttgart 

Video von Schwert-Killer im Netz aufgetaucht – macht man sich mit dem Teilen strafbar? 

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Das Video wie der Schwert-Killer in Stuttgart auf sein Opfer einsticht, verbreitet sich im Netz wie ein Virus. 

Stuttgart - Es kursiert auf allen sozialen Kanälen: Das Video zeigt, wie ein Mann auf offener Straße einen Mann mit einem Schwert tötet. Doch macht man sich durch das Teilen des Videos eigentlich strafbar?

  • Am Mittwochabend tötet ein Mann in Stuttgart seinen ehemaligen Mitbewohner auf offener Straße mit einem Schwert
  • Der Mann wird zwei Stunden nach der Tat in Stuttgart verhaftet und sitzt mittlerweile wegen Mordes in U-Haft
  • Im Internet kursiert ein Video des tödlichen Schwert-Angriffs in  Stuttgart – macht man sich mit dem teilen des Videos strafbar? 

Es sind abscheuliche Szenen, die sich am Mittwochabend auf offener Straße in Stuttgart abspielen: Ein Mann hält einen schwertähnlichen Gegenstand in der Hand und sticht auf sein blutüberströmtes Opfer ein. Alleine die Vorstellung ist schon schrecklich genug, noch schlimmer ist jedoch, dass ein Video von diesem Mord im Netz kursiert. Darauf zu sehen ist, wie ein glatzköpfiger Mann hinter einem Auto auf sein Opfer einsticht. Auch Zeugen können ihn nicht nicht davon abhalten vom regungslos auf dem Boden liegenden Opfer abzulassen. Die grausigen Video-Sequenzen werden nur teilweise von einem Auto verdeckt. 

Auf Twitter, Facebook, Snapchat und Whatsapp ist das Video der Bluttat in Stuttgart abrufbar und wird fleißig geteilt. Auch der HEIDELBERG24-Redaktion liegt das Material vor. Aus moralischen Gründen und zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten des Opfers und des Täters werden wir dieses jedoch natürlich nicht verbreiten. 

Stuttgart: Augenzeugin schildert grausige Szenen der Schwert-Attacke 

Die Twitter-Userin Sonnenkönigin warnt die User davor, sich das Stuttgarter Killer-Video anzuschauen: „Ich habe eben unfreiwillig den Mord von #Stuttgart gesehen , weil ich den Hashtag angeklickt habe um mich zu informieren. Bitte seid vorsichtig, wenn ihr das auch so vorhabt. Ihr werdet unter Umständen mehr erfahren, als euch lieb ist.“ Eine Augenzeugin äußert gegenüber der Bild-Zeitung, dass das verletzte Opfer versucht hätte in das Auto einzusteigen, von dem Schwert-Killer jedoch wieder aus dem Auto gezerrt worden wäre. Dabei hätte der Angreifer immer wieder gerufen: „Warum hast du das getan?“

Stuttgart Killer-Video im Netz aufgetaucht: „Einfach widerlich“ oder nützlich?

Die Community in den sozialen Netzwerken findet klare Worte zu dem im Internet kursierenden Video der Bluttat in Stuttgart. Margit S. macht ihrer Fassungslosigkeit auf Facebook Luft: „Hauptsache erstmal alles mit dem Handy Filmen und glotzen... danach kann ja der Notruf gemacht werden. Einfach widerlich.“ Facebook-Nutzer David A. kann dem Video jedoch auch etwas Positives abgewinnen: „Ich finde es gut wenn man nicht aktiv helfen kann n Video zu machen, hilft den Täter zu finden und dokumentiert die Tat.“

Auch die Polizei Stuttgart äußert sich gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland zum kursierenden Schwert-Killer-Video: Das Stuttgart-Video hätte tatsächlich bei der Fahndung nach dem möglichen Verdächtigen geholfen

Der Täter wurde inzwischen gefasst und sitzt in U-Haft. Er hat den schreckliche Mord mit dem Schwert gestanden. Aktuell prüfen die Ermittler auch, ob es sich bei dem Verdächtigen tatsächlich um einen 28-jährigen Syrer handelt. Laut Informationen der Stuttgarter Zeitung soll der Mann nämlich in Wirklichkeit ein 30-jähriger Palästinenser sein, der seit vier Jahren mit einer falschen Identität in Deutschland lebt.  

Auf den sozialen Netzwerken hat sich das Video inzwischen praktisch verselbstständigt „Inzwischen greift der Algorithmus bei Facebook aber langsam und das Video wird gelöscht, so der Polizeisprecher. 

User Ueedsky schreibt auf Twitter: Gewaltvideos zu verbreiten ist nicht nur eine Straftat. Man verletzt dadurch nicht nur die Würde des Opfers, das natürlich nicht eingewilligt hat, sondern macht sich noch zum Komplizen desjenigen, der in der Regel aus niederen Beweggründen gefilmt hat. Siehe auch IS.“

Stuttgart: Macht man sich mit dem Teilen des Killer-Videos strafbar?

In Deutschland ist es strafbar, Videos zu teilen, die unmenschliche oder grausame Gewalt gegen Menschen zeigen. Im § 131 des Strafgesetzbuches ist zwar von „Schriften“ die  Rede, im Sinne des Gesetzbuches handelt es sich bei Videos jedoch auch um Schriften. Für eine Strafbarkeit muss noch ein gewaltverherrlichender oder gewaltverharmlosender Aspekt hinzukommen. Bei den Augenzeugen-Videos von Stuttgart wäre das eher nicht der Fall. Eine Strafbarkeit wäre jedoch gegeben, wenn die Darstellung der Gewalt „verrohend“ wirke. 

In den „Urheber- und Persönlichkeitsrechten in sozialen Netzwerken“ heißt es jedoch unter anderem: „In bestimmten Konstellationen kann auch bereits das Fotografieren strafbar sein: Das gilt unter anderem, wenn eine unbefugte Aufnahme ‚die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt‘ und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt. Ebenso kann es strafbar sein, unbefugt erstellte Aufnahmen weiterzugeben, wenn sie ‚dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich (...) schaden‘ können.“

Stuttgart: Schwert-Killer-Video in den sozialen Netzwerken teilen – das sagt die Polizei

Der Polizeisprecher erklärt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland was die Menschen erwartet, die das Mord-Video von Stuttgart in den sozialen Netzwerk teilen. Es werden auf jeden Fall weitere Schritte eingeleitet: „Ein strafrechtlicher Hintergrund der Verbreitung wird sicher geprüft werden - soweit sind wir aber noch nicht.“ Die Polizei würde Nutzer kontaktieren und auffordern die Videos aus dem Netz zu nehmen. 

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg weist in einem Tweet darauf hin, dass die Herstellung und Verbreitung von Medien, die grausame oder unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen zeigen“, verboten sind.

Ebenfalls in Stuttgart beschäftigen sich die Ermittler aktuell mit der Vergewaltigung einer 15-Jährigen. Ein Tatverdächtiger wurde am Dienstagmorgen am Stuttgarter Flughafen festgenommen. Die Jugendliche soll den 25-Jährigen im Internet kennengelernt haben.

Noch keine Anhaltspunkte hat die Polizei indes in einem anderen Fall in Stuttgart: Ein Mann hat auf einem Feldweg einen skelettierten Schädel gefunden. Wie der Schädel dort hingelangte, ist bislang unbekannt.

kp

Quelle: Mannheim24

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