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Drei Tote in Baden-Württemberg: Vater (35) tötete seine Familie mit Messer – und dann sich selbst

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Von: Peter Kiefer

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Baden-Württemberg - Vermutlich weil sich seine Frau von ihm trennen wollte, hat ein Mann (35) im Landkreis Ludwigsburg ein Blutbad angerichtet. Was die Obduktion der Leichen ergeben hat:

Nach der schrecklichen Entdeckung von drei toten Familienmitgliedern sowie einem schwerverletzten Jungen (4) im beschaulichen Eberdingen-Nußdorf (Landkreis Ludwigsburg) haben Staatsanwaltschaft Heilbronn und Polizei nach der Obduktion der Leichen am Wochenende wichtige neue Erkenntnisse. Tathergang, Tatwaffe und Todesursachen sind jetzt weitestgehend klar.

GemeindeEberdingen-Nußdorf (Baden-Württemberg)
LandkreisLudwigsburg
Einwohnerzahl6.906 (31. Dez. 2020)
BürgermeisterPeter Schäfer

Eberdingen-Nußdorf: Mann (35) begeht erweiterten Selbstmord – Verdacht bestätigt sich

Bereits kurz nach der Schreckenstat am Donnerstag (12. Mai) hatten die Ermittler den dringenden Verdacht geäußert, dass ein 35-jähriger Mann in dem weißen Reihenhaus im Nußbaumweg seine Ehefrau (33) sowie die gemeinsame sechsjährige Tochter und anschließend sich selbst getötet haben soll.

Dem schwerverletzten Sohn konnte durch eine Not-OP glücklicherweise das Leben gerettet werden. Der Vierjährige ist außer Lebensgefahr und befindet derzeit zur Behandlung in einem Krankenhaus in Baden-Württemberg.

Einsatzkräfte der Spurensicherung und der Polizei stehen vor einem Haus, in dem ein Mann mutmaßlich seine Frau, seine Tochter und sich selbst getötet hat.
Einsatzkräfte der Spurensicherung und der Polizei stehen vor einem Haus, in dem ein Mann mutmaßlich seine Frau, seine Tochter und sich selbst getötet hat. © Christoph Schmidt/picture alliance/dpa

Familien-Tragödie in Baden-Württemberg: Vater tötet Tochter und Ehefrau mit Messer

Nach dem Hinweis einer besorgten Freundin der getöteten Mutter hatten Beamte der Polizei Vaihingen an der Enz gegen 23:45 Uhr den Horror-Fund gemacht. Da es völlig untypisch sei, dass sie von ihrer Bekannten den ganzen Tag über nichts gehört hatte, verständigte die Frau sicherheitshalber die Polizei.

Nicht ohne Grund, wie sich auf brutalste Art und Weise herausstellen sollte. Und das alles, obwohl die Familie laut Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn polizeilich nicht bekannt und somit völlig unauffällig gewesen sei. Auch eine behördliche Betreuung sei nicht bekannt. Laut Staatsanwaltschaft könnte die von der Frau beabsichtigte Trennung den 35-jährigen Mann zu dieser Tat angestachelt haben. Ein Abschiedsbrief war nicht gefunden worden.

3 Tote in Wohnhaus gefunden – Staatsanwaltschaft veröffentlicht Obduktionsergebnisse

Laut der vorläufigen Obduktions- und Untersuchungsergebnisse weisen die Ehefrau und die kleine Tochter massive Schnitt- und Stichverletzungen auf. Bei der Frau wurden desweiteren Anzeichen stumpfer Gewalteinwirkung festgestellt. Auch die Verletzungen des vierjährigen Sohnes sind auf einen Angriff mit einem Messers zurückzuführen.

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Der 35-jährige Täter verstarb nach vorläufiger Einschätzung der Rechtsmedizin an selbst beigebrachten Schnitt- und insbesondere Stichverletzungen. Die Obduktionen bestätigen somit die bisherigen Annahmen der Ermittlungsbehörden, dass der Ehemann und Vater zwischen Mittwoch- und Donnerstagabend (11./12. Mai) seine Familie angegriffen und sich dann selbst getötet hat. (PM/pek)

Hinweis der Redaktion:
Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

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