Unfallursache bekannt

Hochemotionaler Einsatz auf B44: 2 junge Männer sterben – Angehörige kollabieren am Unfallort

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Bei einem Unfall auf der B44 sterben zwei junge Männer.

Mannheim - Bei einem Unfall auf der B44 werden mehrere Personen verletzt – zwei davon sterben in der Klinik. Für den Rettungsdienst wird der Einsatz zur emotionalen Belastungsprobe!

Update vom 22. Juli, 10:35 Uhr: Einen Tag nach dem tragischen Unfall auf der B44 in Mannheim gibt es erste Erkenntnisse zur Unfallursache: Die Ermittlungen der Polizei Mannheim haben ergeben, dass der 19-jährige Fahrer des 7er-BMWs zu schnell unterwegs gewesen ist. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt der B44 ist 90 km/h. Zwei junge Männer sind bei dem Unfall gestorben, ein weiterer 19-Jähriger schwebt seit dem Unfall weiterhin in Lebensgefahr. Fahrer und Beifahrer liegen schwerverletzt im Krankenhaus.

Wie die Polizei Mannheim berichtet, ist dem Fahrer in der Klinik eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein und das Auto sichergestellt worden. Zur Unfallrekonstruktion ist ein Gutachter hinzugezogen worden. Der Schaden durch den Unfall auf der B44 wird auf 75.000 Euro geschätzt. Die Ergebnisse der Blutprobe stehen noch aus.

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Zwei Tote bei Unfall auf B44: Emotionale Belastungsprobe für Rettungsdienst

Erstmeldung vom 21. Juli, 10 Uhr: Auf der B44 bei Mannheim-Sandhofen spielen sich am Samstagabend (20. Juli) nach einem schweren Unfall hochemotionale Szenen ab. Ausgangspunkt ist ein Crash, der sich gegen 19 Uhr ereignet. Ein BMW fährt gerade von Lampertheim in Richtung Mannheim – darin sitzen fünf junge Männer zwischen 18 und 21 Jahren. Wohl durch zu hohe Geschwindigkeit verliert der Fahrer auf der regennassen Straße die Kontrolle über den Wagen, der daraufhin ins Schleudern gerät und gegen einen Baum prallt. 

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Durch den Aufprall werden der 19-jährige Fahrer und der 21-jährige Beifahrer schwer verletzt. Die drei jungen Männer auf dem Rücksitz im Alter von 18 und 19 Jahren werden lebensgefährlich verletzt und müssen sogar vor Ort auf der B44 reanimiert werden. Alle Betroffenen werden in Krankenhäuser gebracht. Dort erliegen im Laufe des Abends ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger ihren schweren Verletzungen! Ein weiterer Insasse des Wagens schwebt noch in Lebensgefahr.

Mannheim: Zwei Tote nach Unfall auf B44 –  emotionaler Einsatz für Rettungskräfte

In einem Schreiben äußert sich Chris Rihm, diensthabender Einsatzleiter des Rettungsdienstes Mannheim, zu dem Einsatz – und wie dieser die Kräfte des Rettungsdienstes an ihre emotionale Belastungsgrenze gebracht habe! Laut ihm wirkt zu Beginn alles wie ein „normaler Einsatz“, als er, der leitende Notarzt Arnd Bublitz und weitere Rettungskräfte gegen 19:20 Uhr alarmiert werden. Schnell wird klar: Der Einsatz auf der B44 ist alles andere als „normal“. 

Insgesamt seien zwei Rettungshubschrauber, sieben Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, ein Krankentransportwagen und die beiden Einsatzleiter des Rettungsdienstes sowie fünf Notfallseelsorger vor Ort gewesen. Diese kommen aus Mannheim, Ludwigshafen, Lampertheim und dem Kreis Bergstraße zusammen. Fünf Notärzte hätten um das Leben der verletzten Insassen gekämpft, was an sich schon belastend genug ist. 

Mannheim/B44: Angehörige kommen an Unfallstelle – und kollabieren

Doch im Verlauf des Einsatzes seien plötzlich Angehörige der jungen Männer am Unfallort auf der B44 in Mannheim aufgetaucht, wodurch sich „emotional dramatische Szenen“ abgespielt hätten. Nach und nach habe sich der Unfallort mit über 40 Angehörigen gefüllt. Von diesen kollabieren auch noch mehrere, als sie die gesamte Tragweite des Unfalls erklärt bekommen! Die Notfallseelsorger, die beiden Einsatzleiter und der leitende Notarzt müssen sich daraufhin noch um die geschockten Angehörigen kümmern. Auch am Tag zuvor sind Notfallseelsorger im Einsatz, als in Bruchsal ein Flugzeug abstürzt und drei Personen sterben

Vor Ort habe man erst die beiden schwer verletzten Personen identifizieren können, sodass deren Angehörige sich mit ihnen auf den Weg ins Krankenhaus gemacht haben. Doch damit endet das Drama auf der B44 noch nicht – denn das Wetter wird plötzlich deutlich schlechter! Deshalb habe Chris Rihm beschlossen, die übrige gebliebenen dreißig Angehörigen in der Rettungswache des ASB in Mannheim-Käfertal betreuen zu lassen. In einem Konvoi werden sie dorthin gebracht und auf mehrere Räume verteilt, sogar ein Gebetsraum steht ihnen zur Verfügung. 

Mannheim: Einsatz auf B44 ist einer der emotional schwierigsten Einsätze gewesen

Währenddessen kämpfen die Einsatzkräfte auf der B44 in Mannheim weiter um das Leben der jungen Männer. Es habe bis kurz vor 23 Uhr gedauert, bis alle Personen identifiziert worden seien und den richtigen Krankenhäusern zugeordnet werden können. Danach sei aber erst die größte Herausforderung gekommen – da trotz größter Bemühungen zwei der Männer sterben! Diese Nachricht habe man dann im Beisein der Seelsorger den Angehörigen überbracht. 

Laut dem aktuellen Stand schwebe der 19-Jährige weiter in Lebensgefahr. Die beiden Schwerverletzten im Alter von 19 und 21 Jahren hätten sich Brüche am Arm und Prellungen zugezogen und seien noch in der Nacht operiert worden. Mittlerweile seien sie in einem stabilen Zustand. Die Verkehrspolizei Mannheim hat die Ermittlungen übernommen und einen Sachverständigen zugezogen. Das BMW-Wrack ist sichergestellt worden. Die B44 ist in Richtung Süd etwa vier Stunden lang gesperrt gewesen. 

Der Einsatz für den Rettungsdienst war dann kurz nach 00:00 Uhr beendet. Aus einem Standardeinsatz wurde so einer der emotional schwierigsten Einsätze in meiner bisherigen siebenjährigen Tätigkeit im Einsatzleitdienst“, schreibt Chris Rihm als Abschluss seiner Nachricht. 

Mehrere Brände auf den Autobahnen der Region

Am heutigen Montag (22. Juli) haben die Feuerwehren besonders viel um die Ohren, denn es kommt gleich zu mehreren Bränden auf den Autobahnen der Region. Auf der A5 bei Karlsruhe kracht ein Lkw-Fahrer in einen anderen Sattelzug – im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Fahrer betrunken ist! Alle beteiligten Fahrzeuge werden von Flammen verschluckt und eine riesige pechschwarze Wolke breitet sich über der Autobahn aus. Da bleibt es nicht aus, dass Schaulustige gaffen was das Zeug hält und es zu Staus und Behinderungen in beide Fahrtrichtungen kommt. Auch auf der A6 kracht ein Lkw-Fahrer am Dienstag (23. Juli) in ein Stauende. Die Fahrerkabine wird komplett zerfetzt, doch der Fahrer wird wie durch ein Wunder nur leicht verletzt.

Auch auf der A6 brennt ein Auto: Beim Viernheimer Kreuz fackelt ein BMW ab – genaue Gründe für den Unfall gibt es allerdings noch nicht. Hier kommt es ebenfalls zu starken Verkehrsbehinderungen und Staus.

pol/dh

Quelle: Mannheim24

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