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Autonomes Fahren schuld an Todes-Crash auf B28? Sachverständige mit klaren Worten

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Von: Peter Kiefer

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Reutlingen - Bei einem schweren Unfall auf der B28 bei Römerstein sind ein Mensch getötet und neun schwer verletzt worden. Hat autonomes Fahren den Todes-Crash verursacht?

Update vom 17. August, 12:49 Uhr: Nach anfänglicher Verunsicherung herrscht jetzt Klarheit zum dramatischen Unfall auf der B28 mit einem Toten und neun Schwerverletzten: Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Tübingen ist am Mittwochvormittag das Verursacherfahrzeug, ein BMW-Testwagen, untersucht worden. Hierbei waren neben drei Unfallsachverständigen, Spezialisten der Verkehrspolizei Tübingen und des LKA Stuttgart auch mehrere BMW-Ingenieure der Unfallforschung beteiligt.

Die Untersuchungen haben unter anderem ergeben, dass mit dem als autonomes E-Testfahrzeug gekennzeichneten BMW iX zum Unfallzeitpunkt kein autonomes Fahren möglich war. Die Ermittlungen zur Ursache des schweren Unfalls dauern an. 

Horror-Unfall auf B28: Auto kracht in Gegenverkehr – 1 Toter und 9 Verletzte

Update vom 16. August, 12:50 Uhr: Der in einen tödlichen Unfall bei Reutlingen verwickelte BMW war nach Angaben des Münchner Autokonzerns „kein autonom fahrendes Fahrzeug“. Das Unternehmen widerspricht damit Angaben der Polizei, wonach es sich bei dem Unfallwagen „um ein Autonomes E- Testfahrzeug“ gehandelt habe.

Bei dem schlimmen Unfall auf der B28 bei Römerstein (Baden-Württemberg) sind am 15. August ein Mensch getötet und neun verletzt worden
Bei dem schlimmen Unfall auf der B28 bei Römerstein (Baden-Württemberg) sind am 15. August ein Mensch getötet und neun verletzt worden © Simon Adomat/picture alliance/dpa/VMD-Images

Tödlicher Unfall auf B28: „BMW-Fahrzeug war kein autonom fahrendes Fahrzeug“

„Das Fahrzeug verfügt über Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2, die heute bereits in Serienfahrzeugen verbaut sind und die Fahrerin und den Fahrer auf Wunsch unterstützen. Bei Level-2-Fahrzeugen bleibt die Fahrerin oder der Fahrer grundsätzlich immer in der Verantwortung“, so der Autobauer. Erst bei hochautomatisierten Fahrzeugen ab Level 3 dürfe der Fahrer das Fahren unter bestimmten Voraussetzungen vollständig an das Fahrzeug delegieren.

Weiter teilt BMW mit: „Derzeit sind wir dabei, die genauen Umstände zu untersuchen. Selbstverständlich stehen wir dazu im engen Austausch mit den Behörden. Fest steht bereits: Das beteiligte BMW-Fahrzeug war kein autonom fahrendes Fahrzeug.“ 

Horror-Unfall auf B28: Autonomer E-Testwagen kracht in Gegenverkehr – 1 Toter und 9 Verletzte

Erstmeldung vom 16. August, 09:03 Uhr: Schrecklicher Unfall am Montagnachmittag (15. August) auf der B28 bei Römerstein im Kreis Reutlingen (Baden-Württemberg). Die Horror-Bilanz der Polizei: Ein Toter und neun Schwerverletzte – darunter ein kleines Kind. Zudem ist ein geschätzter Sachschaden in Höhe von 180.000 Euro entstanden. Die entscheidende Frage bei der Unfallursache: Ist ein autonomes E-Testfahrzeug schuld am Unglück?

Horror-Crash auf B28 bei Reutlingen: Vier Autos beteiligt

Was passiert ist: Ein 43-jähriger Mann ist kurz vor 17 Uhr mit einem vollelektrischen BMW iX von Zainingen herkommend in Richtung Feldstetten unterwegs. In seinem Fahrzeug befanden sich zwei Männer (31/47), eine 42-jährige Frau sowie ein eineinhalb Jahre altes Mädchen.

In einer langgezogenen Rechtskurve nach dem Skilift Salzwinkel kommt der BMW plötzlich aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn und streift den entgegenkommenden Citroen eines 70-Jährigen.

Ein Toter und neun Verletzte bei B28-Unfall – ist autonomes Fahren schuld?

Durch die Berührung gerät der Citroen im Anschluss ebenfalls auf die Gegenfahrbahn und kollidiert frontal mit dem Seat Alhambra eines 32-Jährigen, der mit einer 33-jährigen Beifahrerin unterwegs gewesen ist. Der Seat ist anschließend nach rechts in den Grünstreifen geschleudert und hat sofort angefangen zu brennen.

Der Wagen des Unfallverursachers ist außerdem frontal mit dem Mercedes-Benz Vito eines Mannes (32) zusammengestoßen, der in Richtung Zainingen gefahren ist. Die Kollision war so heftig, dass ein 33 Jahre alter Beifahrer in dem Vito tödliche Verletzungen erlitten hat. Alle Fahrer sowie alle weiteren Insassen in den vier Fahrzeugen haben sich schwere Verletzungen zugezogen.

Tödlicher Unfall mit autonomen, elektrischen BMW-Testfahrzeug: Apothekenfahrer stirbt nach Frontalcrash - 10 Verletzte, darunter 5 schwer - BMW unfallursächlich
Bei dem schweren Unfall stirbt ein Mann noch an der Unfallstelle. © 7aktuell.de | Simon Adomat

Tödlicher Unfall auf B28: Ist E-Testwagen beim Crash autonom gefahren?

Während der Versorgung der Verletzten, der Bergung der Fahrzeuge und der Unfallaufnahme war die B28 bis kurz vor 1 Uhr nachts voll gesperrt. Die Verkehrspolizei Tübingen hat zusammen mit einem Sachverständigen die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

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Die Besonderheit: Bei dem Unfallwagen handelt es sich um ein autonomes E-Testfahrzeug. Ob dieses von dem 43-Jährigen gelenkt worden ist oder nicht, ist Gegenstand der Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Zeugen des Verkehrsunfalls werden gebeten, sich unter der Telefonfonnummer 07071/972-8510 mit der Verkehrspolizei Tübingen in Verbindung zu setzen. Nur wenige Stunden später ist auf der A6 bei Sinsheim-Steinsfurt ein Lastwagen in ein Sicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei gekracht. (pol/pek)

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