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Unikliniken Mannheim und Heidelberg: Verbund statt Fusion – was das konkret bedeutet

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Von: Marten Kopf

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Mannheim/Heidelberg - Die eigentlich angestrebte Fusion der Unikliniken Mannheim und Heidelberg ist vom Tisch. Vorerst. Erstmal soll ein „Klinikverbund“ kommen. Damit sind nicht alle glücklich.

Eine Fusion zwischen den Unikliniken Mannheim und Heidelberg rückt näher. Vielleicht. Und auch nur schrittweise. Zwar gibt es seit dem 7. April nun eine Einigung mehrerer Ministerien über einen Verbund der beiden Unikliniken. Die Frage, ob das nicht aber womöglich eher als Absage an die eigentlich angestrebte Fusion zu werten ist, wird denkbar unterschiedlich beantwortet.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Klinik-Fusion: 900 Millionen Euro Kosten allein für Mannheim

Zunächst einigen sich alle beteiligten Ministerien, darunter die für Wissenschaft und Soziales, über eine erste Stufe hin zu einem Zusammenschluss. „So kommen wir unserem Ziel näher, mit einer gestärkten Universitätsmedizin im Rhein-Neckar-Raum die Region als Leuchtturm der Gesundheits- und Lebenswissenschaften auf ein stabiles Fundament zu stellen“, sagt Staatssekretär Florian Hassler (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart.

Mit dem Beschluss können jetzt die medizinischen Schwerpunkte und Führungsstrukturen konkreter geplant werden. Die Fusion kostet allein auf der Mannheimer Seite bis zu 900 Millionen Euro. Durch einen Neubau in einer Dimension der Berliner Charité soll das defizitäre Haus ersetzt werden.

Das Uniklinikum Mannheim passt sein Sicherheitskonzept aufgrund der verschärften Corona-Situation an.
Das Uniklinikum Mannheim am Neckarufer © MANNHEIM24/Peter Kiefer

Unikliniken Mannheim und Heidelberg: OB Kurz zuversichtlich

Die Stadt Mannheim begrüßt zwar die Grundsatzentscheidung der Landesregierung, den „status quo“ zu verlassen und den Zusammenschluss der Universitätskliniken zu unterstützen. So recht am Ziel sieht man sich aber noch nicht. Es beginne nun eine ausgeprägte „Arbeitsphase“ für alle Beteiligten.

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) spricht sich jetzt für eine deutlichere Formulierung der finalen Vision des Zusammenschlusses aus. Das klare Votum für Mannheim als vollwertigem Standort universitärer Maximalversorgung sei aber immerhin ein deutliches Signal zur Finanzierung des geplanten Neubaus. „Wir gehen zuversichtlich in die nächsten Gespräche“, so Kurz.

Heidelbergs OB Würzner: „Zu kurz gesprungen“

Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, sprach von einer für Baden- Württemberg und die Region Rhein-Neckar zukunftsweisenden Entscheidung. Der nun erzielte Konsens sei allerdings noch keine finale Entscheidung zum Zusammenschluss, sondern die Zusage, weiter in diese Richtung voranzugehen. In der nächsten Phase brauche es eine klare strategische Führung.

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner zeigt sich dagegen enttäuscht über die Entscheidung der Landesregierung, vorerst keine wirkliche Fusion anzugehen: „Das ist viel zu kurz gesprungen. Es geht eben nicht nur um eine Sanierung des Mannheimer Universitätsklinikums. Es war das erklärte Ziel, die Metropolregion mit einer Life-Science-Alliance in die Liga der besten Medizinstandorte der Welt zu führen.“

Geplatzte Klinik-Fusion: „Minimallösung eines Klinikverbunds“

Für diese Strategie sei die Fusion der beiden Universitätskliniken ein zentraler Baustein. Dadurch entstehe eine ganze andere Verbindlichkeit und eine ganz andere Schlagkraft als durch einen Verbund, bei dem jedes Haus seine eigene Leitung und seine eigenen Abläufe behält, so Würzner.

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Auch SPD und FDP im Landtag sehen die Entscheidung als Absage an eine Fusion. „Die grün geführten Ministerien haben sich über Monate gegenseitig blockiert, herausgekommen ist eine Minimallösung eines sogenannten Klinikverbundes“, so etwa die Einschätzung des Mannheimer SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei. (mko/dpa/PM)

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