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Chaos am Flughafen: Wegen Ver.di-Streik – Lufthansa streicht fast alle Flüge in Frankfurt

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Von: Jason Blaschke

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Die Gewerkschaft Ver.di ruft die rund 20.000 Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals am Mittwoch zu einem Warnstreik auf. Am Flughafen Frankfurt werden fast alle Flüge gestrichen:

Update vom 26. Juli: Mega-Chaos am Flughafen Frankfurt und München! Wie die Lufthansa in einer Pressemitteilung vom Dienstag (26. Juli) berichtet, werden „nahezu alle Flüge von und nach Frankfurt und München am Mittwoch gestrichen.“ Der Warnstreik von ver.di hat demnach immense Auswirkungen – vor allem zur Hauptreisezeit.

NameFlughafen Frankfurt
Adresse60547 Frankfurt am Main
Telefon069/6900
FlughafencodeFRA
Fläche20 km²

Streik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa streicht fast alle Flüge – „richtet enorme Schäden an“

„Mit Blick auf das kommende Wochenende, den Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg, arbeitet Lufthansa mit Hochdruck daran, den Flugbetrieb wieder so schnell wie möglich zu normalisieren. Dennoch können die Auswirkungen des Streiks auch am Donnerstag und Freitag noch zu einzelnen Flugausfällen oder Verspätungen führen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt werden 678 Flüge in Frankfurt gestrichen, betroffen sind rund 92.000 Fluggäste. In München bleiben über 340 Flugzeuge am Boden.

„Die frühe Eskalation nach nur zwei Verhandlungstagen in einer bislang konstruktiv verlaufenden Tarifrunde richtet enorme Schäden an. Das betrifft vor allem unsere Fluggäste in der Hauptreisezeit. Und es belastet unsere Mitarbeitenden in einer ohnehin schwierigen Phase des Luftverkehrs zusätzlich stark“, so Michael Niggemann, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Lufthansa AG. Wie betroffene Lufthansa-Fluggäste bis zu 600 Euro Entschädigung bekommen können, fast HEIDELBERG24 in einem Serviveartikel zum Warnstreik zusammen.

Lufthansa-Streik am Flughafen Frankfurt: „Größere Flugausfälle“ drohen

Erstmeldung vom 25. Juli: Am Donnerstag beginnen auch in Baden-Württemberg die Sommerferien. Und nach mehr als zwei Jahren Coronavirus-Pandemie ist die Reiselust in vielen Familien groß, wie eine Umfrage von MANNHEIM24 zeigt. Von knapp 130 Befragten gaben etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) an, im Sommer 2022 eine Flugreise machen zu wollen. Knapp 40 Prozent stimmten mit Nein ab und etwas mehr als sieben Prozent sind sich noch unsicher.

Warnstreik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Fest steht, dass all jene, die zu Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg per Flugzeug verreisen möchten, sich auf zum Teil lange Wartezeiten am Flughafen und sogar auf Flugausfälle einstellen müssen. Denn noch immer ist die Personalsituation an vielen deutschen Flughäfen wie Stuttgart kritisch, hinzu kommt noch ein Warnstreik von rund 20.000 Lufthansa-Beschäftigen – davon betroffen ist am Mittwoch auch der Flughafen in Frankfurt/Main.

In einer Mitteilung teilt die Gewerkschaft Ver.di mit, dass im Hinblick auf laufenden Tarifverhandlungen am Mittwoch (27. Juli) ein ganztägiger Warnstreik stattfinden wird. Zum großen Warnstreik aufgerufen sind die etwa 20.000 Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals. Auslöser ist das Tarif-Angebot der Arbeitgeberseite vom 13. Juli 2022, das von der Gewerkschaft als unzureichend kritisiert wird.

Streik am Frankfurter Flughafen: Laut Ver.di kommt es zu Flugausfällen

„Ver.di habe zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen“, heißt es in der Mitteilung. In der nächsten Verhandlungsrunde müsse ein deutlich verbessertes, abschlussfähiges Angebot vorgelegt werden. Die Streiks der in Frankfurt/Main und an allen anderen deutschen Flughäfen beschäftigten Lufthansa-Mitarbeiter beginnt am Mittwochmorgen um 3:45 Uhr und enden erst am Donnerstag (28. Juli) um 6 Uhr.

Da das komplette Lufthansa-Bodenpersonal zum Warnstreik aufgerufen ist, „wird es zu größeren Flugausfällen und Verzögerungen kommen“, heißt es von Ver.di. Wie viele Flüge am Flughafen Frankfurt/Main genau betroffen sein werden, ist Stand 25. Juli (12 Uhr) noch nicht bekannt. Wie man als Passagier auf einen Flugausfall richtig reagiert, fasst HEIDELBERG24 in einem Servicebeitrag über die Rechte von Flugreisenden zusammen.

Personalmangel, Überlastung, Inflation – Gründe für Warnstreik in Frankfurt

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Christine Behle, bittet alle betroffenen Passagiere um Verständnis und benennt die „äußerst problematische Situation der Beschäftigten“ als Grund für die Warnstreiks an zahlreichen deutschen Flughäfen. „ver.di informiere so frühzeitig über die anstehenden Warnstreiks, damit sich die betroffenen Passagiere darauf einstellen und möglicherweise noch umorientieren können.“

Behle weiter: „Die Beschäftigten – die tagtäglich einem enormen Druck ausgesetzt sind – haben in der zweiten Verhandlungsrunde auf ein starkes Signal gewartet, mit dem man ein gutes Ergebnis hätte erzielen können.“ Die Situation auf den Flughäfen eskaliere, die Überlastung der Beschäftigten aufgrund erheblichen Personalmangels, die hohe Inflation und ein dreijähriger Lohnverzicht würden die Beschäftigten immer mehr unter Druck setzen.

Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).
Kritisiert die Situation der Beschäftigten auf deutschen Flughäfen: Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende. © Kay Herschelmann/ver.di

Streit am Flughafen Frankfurt: Ver.di kritisiert Arbeitgeber-Angebot scharf

Wie extrem die Situation an immer mehr Flughäfen zum Teil ist, spüren auch die Reisenden. Als „Chaos pur“ schildern Passagiere am Flughafen Frankfurt das Durcheinander in der Urlaubszeit. Ver.di fordert daher, die Lufthansa-Beschäftigten mehr zu entlasten und besser zu bezahlen. „Dazu reicht das Arbeitgeberangebot vorne und hinten nicht“, erklärt Behle. Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro monatlich.

Zudem soll der Stundenlohn für die einzelnen Beschäftigtengruppen mindestens auf 13 Euro angehoben werden. Auch gelte es, mit Blick auf die nächste Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro, einen tariflichen Abstand zu vereinbaren, fordert die Gewerkschaft ver.di. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber würde „nicht annähernd die Inflation ausgleichen“, kritisiert Behle. Somit liegen Arbeitgeber und Gewerkschaft mit ihren Vorschlägen weit auseinander.

Passagiere am Frankfurter Flughafen trifft Warnstreik: Mit Tipps Zeit sparen

Für die Passagiere wie am Flughafen Frankfurt bedeutet das, dass auch weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen sind, sollte es zu keiner Einigung kommen. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig über seine Flugverbindung zu informieren und vor allem rechtzeitig am Flughafen zu sein. Und auch Tipps, etwa wie man stressfrei im Urlaub durch den Flughafen-Zoll kommt, können dabei helfen, am Flughafen wertvolle Zeit zu sparen.

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