Neue Beförderungs-Modelle

Tarife und Tickets im ÖPNV – das ändert sich 2020

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Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen - Traditionell gibt es zum Jahreswechsel Anpassungen im Tarifsystem – so auch im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Das ändert sich 2020: 

  • Änderungen von Tarif- und Ticketmodellen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar
  • Flexiblere ÖPNV-Angebote ab 2020
  • Neues Kurzstrecken-Ticket in Heidelberg
  • Neues Job-Ticket-Modell

Im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) gibt es zum neuen Jahr eine Reihe von Änderungen. ÖPNV-Nutzer sollen auf flexiblere und individuelle Tarife und Tickets im Verbundgebiet des VRN zurückgreifen können. Das ändert sich zum Jahreswechsel:

Neues Kurzstrecken- und Stadtteil-Ticket in Heidelberg

Ab dem 1. Januar wird in der Großwabe Heidelberg (125) ein neues Kurzstrecken-Ticket oder Stadtteil-Ticket eingeführt. Es soll den bisherigen City-Tarif ersetzen und 1,70 Euro kosten. 

Mit dem Kurzstrecken-Ticket kann man im Heidelberger Stadtgebiet drei Haltestellen weit fahren. Heißt: Ab der Einstiegshaltestelle können drei weitere Haltestellen befahren werden, auch wenn sie in anderen Stadtteilen liegen. Das Stadtteil-Ticket gilt in Bussen und Bahnen jeweils eines Heidelberger Stadtteils. Innerhalb des jeweiligen Stadtteils können mit dem Stadtteil-Ticket beliebig viele Haltestellen befahren werden. 

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Die Tickets gelten nicht in den Zügen der Deutschen Bahn und der Abellio GmbH (RB, RE und S-Bahn). Der Verkauf erfolgt zunächst nur bei den Busfahrern der RNV und an den Fahrscheinautomaten. Das Stadtteil-Ticket gibt es zusätzlich in der Mobilitätszentrale in Heidelberg.

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Neues Job-Ticket-Modell

Ab 2020 können Firmen lediglich für die Mitarbeiter den Grundbetrag für das Job-Ticket anrechnen, die das Job-Ticket auch tatsächlich erwerben. Bislang hatten Unternehmen für alle Mitarbeiter den Grundbetrag anrechnen müssen, selbst wenn nur ein geringer Anteil der Angestellten ein Job-Ticket nutzt. Dieses Modell ist besonders für Firmen mit einer niedrigeren ÖPNV-Nutzerquote von weniger als 23 Prozent interessant.

Der vom Arbeitgeber zu zahlende Grundbeitrag wird beim neuen Job-Ticket Modell aus der Differenz des monatlichen Abo-Preises zwischen dem Job-Ticket in Höhe von monatlich 45,20 Euro (Tarif 1/2020) und dem Rhein-Neckar-Ticket in Höhe von monatlich 89,90 Euro (Tarif 1/2020) errechnet: Unternehmen würden dann monatlich 44,60 Euro als Grundbeitrag für jeden Mitarbeiter mit einem Job-Ticket zahlen. 

Das neue Modell soll das bestehende Angebot mit Grundbeitragsfinanzierung für alle Mitarbeiter (Job-Ticket I) bzw. mit Mindestabnahmemenge (Job-Ticket II) nicht ablösen. Das Job-Ticket I ist nach wie vor für Firmen mit einer ÖPNV-Nutzerquote über 23 Prozent der Beschäftigten interessant, genauso das Job-Ticket II.

Flexiblere Jahreskarten

Künftig können Jahreskarten mit flexiblem Gültigkeitsdatum gekauft werden. Bislang begann der Vertrag jeweils zum Ersten eines jeden Monats. Die Zeitkarten können wie bislang auch im Scheckkartenformat oder digital auf das Smartphone ausgegeben werden. Zeitkarten für Schüler und Auszubildende sind von der Flexibilisierung ausgeschlossen. 

Seniorenticket Hessen

Zum Jahresbeginn 2020 wird in Hessen das landesweit gültige Seniorenticket eingeführt, dass dann auch im Kreis Bergstraße gilt. Das Seniorenticket Hessen wird in zwei Varianten angeboten. Bei der Basisversion können Senioren ab dem 65. Lebensjahr den Seniorenfahrschein für 365 Euro im Jahr erwerben und montags bis freitags ab 9 Uhr, sonst ganztägig alle öffentlichen Verkehrsmittel im ÖPNV landesweit in Hessen nutzen.

Das Seniorenticket Hessen Komfort gilt ebenfalls ab dem 65. Lebensjahr und ermöglicht eine Nutzung des ÖPNV ohne Sperrzeit, also auch montags bis freitags bereits vor 9 Uhr. Zudem kann mit dem Seniorenticket Komfort für 625 Euro im Jahr auch die 1. Klasse genutzt und zusätzlich am Wochenende und ab 19 Uhr wochentags eine erwachsene Person und beliebig viele Kinder unter 14 Jahren mitgenommen werden.

Die VRN verbundweit gültige Karte ab 60 bleibt weiter verfügbar für Senioren, die vom Landkreis Bergstraße aus mit der Karte ab 60 oder anderen Tarifangeboten für Senioren in Richtung Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus ins VRN-Verbundgebiet unterwegs sein möchten.

Weitere Informationen im Internet unter www.vrn.de sowie in den Tarif- und Beförderungsbedingungen des VRN.

pm/rmx

Quelle: Mannheim24

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