Psychiatrische Unterbringung

Viernheimer Babyleiche: Urteil gegen Mutter (32) rechtskräftig!

+
Im Viernheimer Wald sind die Babyknochen gefunden worden (Archivfoto)

Viernheim - Die Mutter des toten Babys, das im Viernheimer Wald gefunden wurde, musste sich vor Gericht verantworten. Nun ist das Urteil rechtskräftig:

Update 28. Februar: Im Fall der in Viernheim gefundenen Babyleiche muss die Mutter in eine geschlossene Psychiatrie. Das Urteil sei rechtskräftig, teilte das Landgericht Darmstadt am Donnerstag mit. 

Am 19. Februar war die Kammer dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft gefolgt, die wegen Tötung durch Unterlassen auf Totschlag und Unterbringung plädiert hatte. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert, da das Kind auch durch den plötzlichen Kindstod oder einen anderen Täter zu Tode gekommen sein könnte.

Oft gelesen: Gruselfund im Neckar – Menschliche Knochen in Heilbronn entdeckt!

Dennoch wurden keine Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, wie ein Sprecher des Landgerichts sagte. Zuvor hatte die Rhein-Neckar-Zeitung darüber berichtet. Das Skelett war im September 2017 in einer Tasche im Viernheimer Wald entdeckt worden. Die Angeklagte ermittelte die Polizei im Frühjahr 2018 nach Hinweisen aus ihrer Verwandtschaft. Ein DNA-Abgleich bestätigte, dass sie die Mutter des toten Säugling ist.

Urteil gefallen: Mutter des toten Säuglings muss in die geschlossene Psychiatrie 

Update 19. Februar, 13:15 Uhr: Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher des Landgericht Darmstadt das Urteil gegen die Mutter. Der Richter folgt der Forderung der Staatsanwaltschaft und schickt die Frau dauerhaft in eine geschlossene psychiatrische Klinik! Gegen das Urteil kann ihr Anwalt, der einen Freispruch gefordert hat, noch Revision einlegen.

Update vom 19. Februar, 8:10 Uhr: Am Dienstagvormittag um 11:30 Uhr wird das Urteil gegen die Mutter verkündet. Sie könnte wegen nicht ausreichender Beweise freigesprochen werden.

Plädoyers im Prozess um Babyknochen im Viernheimer Wald gehalten

Update vom 7. Februar, 20:22 Uhr: Am Donnerstag werden im Darmstädter Landgericht die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft hält die 32-Jährige und Mutter des toten Babys für verantwortlich. Sie soll den Jungen zwischen dem 12. und 20. April zu Tode gebracht haben.

Zeugen hatten aus der Zeit davor von einem lebendigen Baby berichtet. Doch der Zeuge, bei dem die Beschuldigte am 20. April kurzzeitig einzog, hatte kein Baby mehr gesehen. „Als am wahrscheinlichsten wurde von der Rechtsmedizin Verhungern, Verdursten oder eine tödliche Krankheit als Todesursache angegeben", sagt Oberstaatsanwalt Robert Hartmann. Damit komme auch Totschlag durch Unterlassen in Betracht. 

Dass die Mutter die Täterin ist, schließt er aus teilweise wirr klingenden Texten, die die Frau auf Facebook und in Chats mit anderen im April 2017 gepostet hatte. 

Da psychiatrische Gutachter bei der Beschuldigten eine seit Jahren unbehandelte paranoide Schizophrenie diagnostiziert hatten, plädiert die Staatsanwaltschaft darauf, die 32-Jährige in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik unterzubringen. Nach Ansicht der Verteidigung ist die Beschuldigte zwar psychisch krank. Sie hält es aber für nicht bewiesen, dass sie den kleinen Jungen tötete. So könnte der Junge am plötzlichen Kindstod gestorben sein oder von dem Mitbewohner der letzten Unterkunft ihrer Mandantin getötet worden sein, sagt Anwältin Claudia Lorz-Felten. 

Wir haben nichts ausreichend Konkretes, um meine Mandantin zu verurteilen", sagte sie und spricht sich für Freispruch und eine psychiatrische Betreuung aus. 

Das Urteil soll am 19. Februar um 11:30 Uhr verkündet werden.

Babyknochen in Viernheim: Vor Gericht schweigt Mutter Jasmin (31) eisern 

Update vom 29. Januar: Vor Gericht zeigt sich den Prozessbeobachtern aus erster Hand, dass die angeklagte Mutter Jasmin H. an paranoider Schizophrenie leidet. In ihren Wahnvorstellungen fühlt sie sich von einem Bundeswehrsoldaten verfolgt. Laut Gutachter, mit dem sie zwar nicht reden wollte, er aber während der Verhandlung Informationen und Erkenntnisse über die gesammelt hat, sei sie schon seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten paranoid-schizophren, lasse ihre Wohnung verwahrlosen und rede unzusammenhängendes Zeug. Das berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung

Das alles teilte die Schwester der Angeklagten schon im Jahr 2014 dem Jugendamt mit. Die Behörde reagierte und entzog ihr zusammen mit dem Familiengericht das Sorgerecht für die Tochter. Das Mädchen ist mittlerweile 11 Jahre alt und wohnt bei der Schwester der Angeklagten. 

Babyknochen im Viernheimer Wald: Wie starb der kleine Michael? 

Eine Frankfurter Rechtsmedizinerin hatte bei der Obduktion keine Knochenbrüche entdeckt. Es sei möglich, dass der kleine Michael zu Tode geschüttelt worden oder erstickt ist. Beides ist jedoch nicht nachzuweisen. Die Ärztin hält Verhungern, Verdursten oder Unterkühlung, vielleicht in Kombination mit einer Durchfallerkrankung oder Infektion für wahrscheinlicher. 

Behördenversagen: Könnte der kleine Michael jetzt noch leben? 

Der kleine Michael ist am 22 März im Klinikum Ludwigshafen zur Welt gekommen. Er ist klein und untergewichtig aber gesund. Nach fünf Tagen kann Jasmin die Klinik verlassen. Zur Zeit der Geburt lebt Michaels Mutter bei einem Freund in Ludwigshafen-Friesenheim. Auch er soll paraniod-schizophren sein und mit ihr zusammen Drogen, vor allem Amphetamine nehmen. 

Am 17. April 2017 schaut eine Betreuerin in der Wohnung vorbei und ist schockiert. Überall liegt Dreck und Müll – auf dem Boden krabbeln sogar Kakerlaken. Sofort informiert sofort die Stadt und einen Kammerjäger – und fühlt sich wie eine Denunziantin. 

Der Vorwurf: Die Behörde habe der Mutter mit Kind keine neue Bleibe vermittelt. Auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien sie recht unfreundlich gewesen. Acht Tage später kommt Jasmin bei einem Bekannten in Weinheim unter – ohne Baby. In der Zwischenzeit könnet Michael gestorben sein. Dazu will Jasmin nicht sagen – sie schweigt eisern. 

Oberstaatsanwalt Hartmann will nun prüfen ob Ermittlungen gegen die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes eingeleitet werden müssen. Die Kollegen in Frankenthal ermitteln bereits wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen das Ludwigshafener Klinikum.  

Update vom 15. Januar 2019: Die Mutter des kleinen Jungen steht wegen Totschlags vor Gericht! Der Prozess startet Anfang Januar am Landgericht Darmstadt. Aufgrund einer psychischen Erkrankung ist die Frau nicht schuldfähig und wird vermutlich weiterhin in der Psychiatrie bleiben.

Spaziergänger findet Babyknochen in Viernheim: Mutter ermittelt!

Am 9. September 2017 sind die Überreste eines Babys in einem Wald gefunden worden. Ermittlungen haben ergeben, dass es maximal drei Wochen alt wurde und bereits in den jungen Lebenstagen mit Drogen in Berührung kam. So konnten am Jungen Amphetamine festgestellt werden, die ihm schon in der Schwangerschaft zugeführt wurden. 

Menschliche Überreste? Pilzsammler findet Knochen! 

Die Kriminalpolizei (K10) in Heppenheim suchte seit dem Fund der Überreste intensiv nach der Herkunft und vor allem nach der Mutter des Säuglings. Die Ermittlungen und Fahndungsaufrufe, zuletzt in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" am 31. Januar, haben ein hohes Hinweisaufkommen ausgelöst, wie die Polizei am Mittwoch (11. April) bestätigt. Vier der rund 40 Hinweise „haben sich konkret auf Frauen bezogen, die als mögliche Mütter in Betracht kommen konnten“, so die Polizei in einer Mitteilung. 

Babyknochen im Viernheimer Wald: Mutter bereits vorbestraft

Die entscheidende Spur auf die Mutter habe die Sonderkommission ,Renatus‘, die sich auch mit dem toten Baby im Pfingstweiher befasst, gegeben. 

Eine 31-jährige Frau aus Mannheim soll wegen verschiedenen kleineren Delikten seit Juni 2017 eine Freiheitsstrafe in einem Gefängnis in Baden-Württemberg absitzen. Die Frau soll vor der Inhaftierung einen Sohn auf die Welt gebracht haben, von dem nun jede Spur fehlen würde. 

Die Überprüfungen der fallzuständigen AG ‚Kitz‘ zeigen, dass die inhaftierte Frau im März 2017 einen Jungen mit dem Namen ‚Michael‘ zur Welt gebracht hat. Die DNA des toten Jungen ist mit der DNA der 31-Jährigen verglichen worden und bringt den Durchbruch. 

Die Frau, die zuletzt in Mannheim wohnhaft war, ist die Mutter des kleinen Michael. Der Junge ist am 22. März 2017 zur Welt gekommen. 

Nach bisherigen Ermittlungen und Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchungen dürfte der Junge etwa drei Wochen gelebt haben, bevor er starb. 

Haftbefehl gegen 31-Jährige nach Fund von Babyknochen im Viernheimer Wald

Das Amtsgericht Darmstadt hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Untersuchungshaftbefehl gegen die 31 Jahre alte Mutter wegen des Vorwurfs des Totschlags erlassen. Der Haftbefehl ist am Dienstag (10. April) der 31-Jährigen eröffnet worden. 

Die Umstände, die zum Tod des kleinen Michaels geführt haben, sind noch unklar. Die Ermittlungen hierzu dauern an. „Zum Schutz des weiteren Ermittlungsverfahrens können erst einmal keine weiteren Auskünfte zu dem Fall gegeben werden“, so die Polizei weiter.

+++

Auch in Frankenthal steht ein Mann vor Gericht. Er soll seine Tochter Senna getötet haben! Gleichzeitig findet der Prozess gegen einen Arbeiter statt. Er soll für die BASF-Explosion im Oktober 2016 verantwortlich sein.

pol/jol/dpa

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare