Kerosin bedeckte die Stelle

Fast 9 Monate nach Tanklaster-Unfall: Boden entlang B292 immer noch kontaminiert!

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Ein Tanklaster kippt auf der B292 um und verliert Kerosin.

Waibstadt - Nachdem ein Tanklaster im Januar Kerosin, Diesel und Öl auf der B292 verloren hat, besteht immer noch die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung:

Am 17. Januar kommt ein US-Tanklaster von der B292 ab und verliert dabei hochexplosives Kerosin. Die Feuerwehr lässt das Kerosin aus dem Tank pumpen. Allerdings schwappen 3.600 Liter des Treibstoffs, etliche Liter Diesel und Motoröl auf die Erde. 

Kerosin ist zwar unlöslich im Wasser, allerdings kann ein Teil – insbesondere der Kohlenwasserstoff – ins Grundwasser sickern. Deshalb beginnt für die Einsatzkräfte eine große Sanierungsmaßnahme, da die rund 800 Kubikmeter große kontaminierte Erde abgetragen werden muss.

266 Tage später – weiterhin Sorge ums Grundwasser

Nach fast neun Monaten ist die Böschung entlang der B292 immer noch mit einer schwarzen Folie bedeckt. Das Unkraut wächst schon bis zur Hüfte. 

Das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt am Mittwoch (10. Oktober) bekannt, wie es nun mit der kontaminierten Fläche weitergeht. 

Unfall mit Tank-Lkw auf B292: Explosionsgefahr durch Kerosin!

Zwar habe die sofortige Sanierungsarbeit einen Großteil der Verunreinigungen entfernt, „aber noch ist die Gefahr für die nahegelegenen Trinkwasserbrunnen des Zweckverbandes Unterer Schwarzbach nicht gebannt“, heißt es in einer Mitteilung. 

Denn: Beim Ausbaggern musste eine Restbelastung in der Böschung bestehen bleiben, da ansonsten die Straße abgesackt wäre. Damit kein Regenwasser das Kerosin ausspülen kann, ist die Stelle mit der Folie bedeckt worden.

Mehrere Brunnen für Messkontrollen

Bereits ein Bohrbrunnen ist errichtet worden. Daraus werden regelmäßig Grundwasserproben entnommen und ausgewertet.

Nach aktuellem Stand seien weniger Kontaminationen in der Böschung verblieben, als ursprünglich angenommen, informiert das Wasserrechtsamt. Das flache Grundwasser zeige bislang nur ein einziges Mal Auffälligkeiten. Aber auch das reicht den Fachleuten nicht aus für eine Entwarnung, denn die Gefahr für die Trinkwasserversorgung sei noch nicht endgültig gebannt. 

Die erste Bohrung wird etwa 50 Meter von der Unfallstelle durchgeführt. Bei dieser Pilotbohrung kann die Beschaffenheit und Mächtigkeit der Gesteinsschichten sowie die Tiefenlage der Grundwasservorkommen geklärt werden, ohne dass Schadstoffverschleppungen zu befürchten sind. Danach wird unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen direkt an der Unfallstelle gebohrt.

Weil die beiden Trinkwasserbrunnen des Zweckverbandes etwa 200 Meter von der Unfallstelle entfernt liegen, sollen weitere Bohrbrunnen her. Zwei werden direkt an der Unfallstelle errichtet, einer zwischen dem Wasserwerk und dem Schadensbereich. Dort soll dann auch ein größerer Grundwasserbereich erfasst und geprüft werden. 

Arbeiten für Brunnen dauern drei Wochen

Die Brunnen sollen 40 Meter in die Tiefe gebaut werden. Für die Bohrarbeiten wird ein spezielles Fahrzeug mit einem 9 Meter hohen Bohrturm benötigt, der jeden Tag etwa 15 Meter ins Festgestein bohren kann. 

Man geht davon aus, dass die Arbeiten etwa drei Wochen dauern. Die Arbeiter müssen möglichst sorgfältig vorgehen, da der Untergrund nicht noch weiter beschädigt werden soll. Es kann deshalb immer wieder zu Zwangspausen kommen.

Nach den Arbeiten und den Probeergebnisse wird das Wasserrechtsamt entscheiden, wie es mit der kontaminierten Fläche weitergeht. Möglicherweise kann auch eine Grundwassersanierung erfolgen. 

Übrigens: Die Kosten für die Maßnahmen sind mit rund 105.000 Euro veranschlagt und werden hauptsächlich von den U.S.-amerikanischen Streitkräften getragen. 

pm/jol

Quelle: Mannheim24

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