Wieder zurück?

Nach 150 Jahren: Wolf streift durch den Odenwald!

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Ein Wolf streift durch den Odenwald.

Wald-Michelbach - Schon seit längerem wandelt ein Wolf wohl durch die Wälder der Metropolregion, nun hat ein Fotograf das seltene Tier ablichten können: 

Vor rund 150 Jahren lebten die Wölfe im Odenwald - kehren sie nun wieder zurück?

Der Fotograf Hans Oppermann hat das Tier in der Nähe von Wald-Michelbach gesehen und von ihm eine Aufnahme gemacht, berichtet der Naturschutzbund Hessen (Nabu) am Donnerstag (7. September) in Wetzlar. 

Das Foto wurde am Sonntag (3. September) geschossen. Es zeigt einen Wolf, der aufgerichtet zwischen den Bäumen des Odenwalds steht. 

Freude bei NABU

Die Naturschützer gehen davon aus, dass der Vierbeiner schon seit längerem durch die Wälder der Metropolregion streift. Wolfgang Wenner, Artenschutzbeauftragter des Nabu Wald-Michelbach, will das Tier bereits am 20. August beobachtet haben. Im Juni sei ein Artgenosse in Biebertal (Mittelhessen) gesichtet worden sein.  

„Die Rückkehr des Wolfs in den Odenwald ist ein gutes Zeichen. Die wald- und wildreiche Gegend bietet einen idealen Lebensraum für den faszinierenden Beutegreifer“, sagt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, in einer Pressemitteilung. 

Lange Zeit ausgerottet

Bereits 1780 waren die Wölfe im Odenwald ausgerottet. 1840 wurden Wölfe im Viernheimer Wald und in Lorsch erlegt und am 12. März 1866 starb der letzte Vierbeiner, den man bis heute im Eberbacher Museum ausgestopft sehen kann. „Wie alte Aufzeichnungen zeigen, haben Wölfe in der Geschichte des Odenwaldes nicht ein einziges Mal einen Menschen verletzt“, so der hessische Naturschutzbund.

Beobachtungen melden

Einen Wolf zu Gesicht zu bekommen, ist eine wahre Seltenheit. Doch falls jemand eine Beobachtung macht, sollte das sofort gemeldet werden. „Am besten ist immer ein Beweisfoto, das können die Wolfsexperten genau auswerten“, erklärt der Biologe Eppler. 

Wie bei anderen großen Wildtieren wie Wildschweinen gilt auch beim Wolf: Abstand halten, nicht darauf zugehen und nicht bedrängen“, erklärt Eppler. 

Wichtig: Man sollte die Tiere niemals füttern, damit sie den Respekt vor dem Menschen nicht verlieren. Falls ein Wolf doch mal näher kommt: laut rufen, in die Hände klatschen und gelassen bleiben!

dpa/pm/jol

Quelle: Mannheim24

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