Ermittlungen dauern bereits ein Jahr

Tragödie in Walldorf: Mutter für den Tod ihres Sohns (†6) verantwortlich?

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Laut Uniklinik heidelberg soll ihn die Mutter entgegen ärztlichen Rat aus der Klinik nach Hause gebracht haben. (Archivbild) 

Walldorf/Heidelberg - Der tragische Tod eines kleinen Jungen aus Walldorf schockierte 2018 die gesamte Region. Ein Jahr später sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen:

  • Am 31. Januar 2018 stirbt ein 6-jähriger Junge in Walldorf
  • Todesursache ist eine Lungenentzündung
  • Gerüchte um einen tödlichen, unbekannten Virus verbreiten sich in Region
  • Mutter soll ärztliche Behandlung abgelehnt haben
  • Gegen sie wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt

Ein Jahr nach dem Tod eines Kindes: Mutter der fahrlässigen Tötung verdächtigt

Update vom 13. Februar 2019, 16 Uhr: Ein Jahr nach dem Tod eines 6-jährigen Jungen dauern die Ermittlungen immer noch an. Wie uns Norbert Schätzle von der Mannheimer Polizei auf Nachfrage erklärt, befrage man immer noch Zeugen und gehe dem Fall, der die ganze Region erschütterte, weiter nach. Die Ermittlungen könnten sich laut Schätzle sogar noch mehrere Wochen lang ziehen. 

Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim auf HEIDELBERG24-Anfrage mitteilt, wird unter anderem gegen die Mutter des toten Kindes ermittelt. Sie steht im Verdacht, ihren Sohn fahrlässig getötet zu haben. Laut Uniklinik Heidelberg soll ihn die Mutter entgegen ärztlichen Rat aus der Klinik nach Hause gebracht haben. Der 6-Jährige starb daraufhin an einer Lungenentzündung

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Tod eines Jungen (†6) in Walldorf: Ermittlungen eingeleitet!

Meldung vom 5. Februar 2018, 15:33 Uhr: In der Nacht zum 31. Januar stirbt der 6-Jährige. Er soll laut dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis zuvor an einer Grippe und einer bakteriellen Zweit-Infektion erkrankt sein

Der Tod des Jungen beschäftigt nicht nur Eltern und Klinik, sondern jetzt auch die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg.

Denn die Todesumstände des Jungen seien noch nicht geklärt, so die Staatsanwaltschaft und das Mannheimer Polizeipräsidium am Montag (5. Februar) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Deswegen sind bereits am Samstag (3. Februar) die ersten Ermittlungen aufgenommen worden. 

In Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens soll geklärt werden, ob es Verantwortlichkeiten Dritter gab, die zum Tod des Jungen beigetragen haben könnten“, heißt es in der Mitteilung weiter. Es werden die Klinikakten erhoben und die behandelnden Klinikärzte als Zeugen vernommen.

Gerüchte um tödlichen, unbekannten Virus 

Meldung vom 5. Februar, 10:19 Uhr: Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis dementiert die Gerüchte, dass der Junge an einem unbekannten, tödlichen Virus verstorben sei. „Für die Bevölkerung besteht somit keine besondere gesundheitliche Gefährdung“, so Dr. Andreas Welker, Arzt im Gesundheitsamt der Kreisbehörde. 

Das Kind habe sich an einer saisonalen Grippe ‚Influenza Typ B‘ angesteckt, die aufgrund einer bakteriellen Zweitinfektion zu dessen Tod geführt habe. „Bei einer durch Viren geschwächten Lunge kann es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen“, erklärt der Amtsarzt.

Mutter soll Behandlung für kranken Sohn abgelehnt haben

Meldung vom 2. Februar, 17:20 Uhr: Auf Nachfrage bei der Uniklinik Heidelberg sagt uns eine Pressesprecherin, dass der 6-Jährige am 30. Januar in Begleitung seiner Mutter zur Untersuchung in die Kinderklinik des Universitätsklinikums gebracht wurde. „Es wurde eine schwere, aber gut behandelbare Krankheit diagnostiziert“, erklärt Professor Hoffmann, Leiter des Zentrums für Kinder und Jugendmedizin der Klinik.

Es sei eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen worden, versichert die Sprecherin. Die Mutter habe jedoch jegliche Behandlung abgelehnt und sei entgegen des ärztlichen Rats nach Hause gefahren. Noch in der selben Nacht habe sie den Notarzt gerufen. Das Kind sei noch während des Transports in die Klinik gestorben

Kurz darauf geht unter anderem über WhatsApp die Meldung um, dass ein Schüler der Schillerschule in Walldorf an einer ,mysteriösen Krankheit' verstorben sei. 

Aufregung in einer Gemeinschaftsschule: Innerhalb einer Woche steckt ein Schüler über 40 weitere Schulkameraden mit Tuberkulose an.

Hinweis: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Du oder eine Dir bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

pol/jol

Quelle: Mannheim24

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