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Walldorf: Katzen-Hausarrest wegen Haubenlerche – alles Wissenswerte zum Singvogel

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Von: Teresa Knoll

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Viele Walldorfer sind verärgert, weil sie ihre Katzen monatelang in der Wohnung einsperren müssen. Der Grund ist die unscheinbare Haubenlerche. Alle Fakten zum Singvogel:

Man erkennt sie an ihrem melodiösen Gesang und der lustigen Federhaube: die Haubenlerche. Klein und unscheinbar, wie sie ist, verlangt sie nur wenig zum Leben und stört dabei auch niemanden. Durch den Menschen, der Böden und Flächen zu seinem eigenen Nutzen umfunktionierte, wurde sie aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt. Jetzt haben Katzen und ihre Besitzer in Walldorf in Baden-Württemberg das Nachsehen.

VogelHaubenlerche
OrdnungSperlingsvögel
VerbreitungEuropa, Afrika, Asien

Walldorf: Katzen müssen wegen Haubenlerche weggesperrt werden – Brutzeit im Gange

Mit ihrem braun gefleckten Gefieder ist die Haubenlerche beim Brüten bestens getarnt. Katzen spüren die Nester trotzdem auf. Die Stadt Walldorf zieht jetzt die Konsequenzen: Um nicht noch die letzten Vögel ihrer Art zu verlieren, dürfen Katzenbesitzer ihre Freigänger fünf Monate lang nicht mehr nach draußen lassen. Denn die Brutzeit des kleinen Federviehs dauert von April bis August.

Es wäre schade, wenn die Haubenlerche völlig aussterben würde. Ihr Gesang klingt sehr melodiös, wie der ihrer Verwandten, der Feldlerche. Sie singt auch im Flug und stellt oft ihre Federhaube auf.

Walldorf: Katzen wegen Haubenlerche eingesperrt – kaum noch Brutplätze

Nur 17 bis 19 Zentimeter misst die Haubenlerche – und sorgt doch für so viel Missmut unter den Menschen. Auch unter einem Link von HEIDELBERG24 auf Facebook gab es eine hitzige Diskussion über den Hausarrest für Katzen. Dabei kann der Vogel ja nichts dafür. Die Menschen selbst verdrängen ihn aus seinem natürlichen Habitat.

Die Haubenlerche brütet bevorzugt auf dem Boden, auf Feldern und unbewachsenen Flächen. Dort ist sie jedoch sehr ungeschützt. Auch wird der Boden in menschlichen Siedlungen versiegelt, sodass der Vogel keine Brutplätze mehr findet. Auch Pestizide und Insektenschwund machen dem Tier zu schaffen, da es sich von Sämereien, Gräsern und Insekten ernährt.

Die Haubenlerche: Anpassungsfähig und doch vom Aussterben bedroht

Laut Angaben des Naturschutzbundes (NABU) Walldorf-Sandhausen ist die europäische Gesamtpopulation seit 1980 um 98 Prozent gesunken. In ganz Deutschland gilt die Haubenlerche als vom Aussterben bedroht. In Baden-Württemberg soll es noch an die hundert Brutpaare geben, vorwiegend in der Oberrheinebene. Tierliebe Menschen kümmern sich um ihre Hühner, denen sie extra Tunnel aus Draht bauen. Darüber berichtet Landtiere.de.

So auch in Walldorf. Die hier ansässige NABU-Gruppe vermutet fünf bis sechs Brutreviere im Ort. Der Vogel passt sich an und nistet auch auf Brachflächen, in verwaisten Industriegebieten und auf kiesbedeckten Flachdächern. Aber wenn er nicht mehr genug Nahrung findet oder ständig vor Katzen fliehen muss, kann er sich natürlich nicht mehr ausbreiten. (resa)

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