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Katzen-Lockdown in Walldorf: Bürgermeister will „bessere Lösung“ für Beteiligte finden

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Von: Daniel Hagen

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Walldorf - Der Katzen-Lockdown ist vorbei und den gefährdeten Haubenlerchen geht es gut. Doch wirklich glücklich mit dem Arrest für die Vierbeiner ist niemand.

Aufatmen in Walldorf! Seit dem 15. August ist der Katzen-Lockdown endlich beendet – sogar zwei Wochen früher als geplant. Im Stadtteil Walldorf-Süd müssen Katzen für insgesamt fünf Monate – zwischen April und August – in den eigenen vier Wänden bleiben. Dadurch soll die vom Aussterben bedrohte Vogelart Haubenlerche beim Brüten beschützt werden. Die Regelung sorgt aber für jede Menge Ärger!

Insgesamt 43 Widersprüche gegen Katzen-Lockdown in Walldorf

Denn nicht nur Katzenbesitzer aus Walldorf sehen den Fellnasen-Lockdown kritisch. Immerhin ist es schwer, einen Freigänger für mehrere Monate zu Hause einzuschließen. Wer gegen die von der unteren Naturschutzbehörde erlassene Allgemeinverfügung verstößt, muss sogar mit einem Bußgeld rechnen. Kein Wunder also, dass zahlreiche Widersprüche eingehen.

Laut Landrat Stefan Dallinger sind insgesamt 43 Widersprüche eingegangen, die derzeit noch geprüft werden. In einem Fall hat ein Katzenhalter eine Befreiung erhalten, ein Widerspruch wird zurückgenommen und ein anderer ist noch ungeklärt. Die übrigen 40 sind am 17. August an das Regierungspräsidium weitergeleitet worden.

Sylvia M. Felder, Stefan Dallinger und Matthias Renschler bei einer Pressekonferenz.
Sylvia M. Felder, Stefan Dallinger und Matthias Renschler bei einer Pressekonferenz. © RPK

Katzen-Lockdown in Walldorf: Acht neue Haubenlerche sind flügge geworden

„Auch wenn die Allgemeinverfügung verständlicherweise bei Katzenhalterinnen und -haltern nicht auf ein positives Echo stößt, zeigt sich, dass sie ein wirksames Instrument ist, die Rahmenbedingungen für einen stärkeren Reproduktionserfolg der Haubenlerche zu verbessern“, sagt Stefan Dallinger am Montag (5. September) bei einer Pressekonferenz. Es sei allerdings das Ziel, im Laufe der Zeit einen „lebbaren Konsens“ mit allen Beteiligten zu erreichen.

Doch der Katzen-Lockdown von Walldorf hat auch einen positiven Effekt gezeigt. „In diesem Jahr wurden acht Haubenlerchen flügge. Im Vergleich zu den Vorjahren haben im Ergebnis die meisten dieser Jungvögel die kritischste Phase erfreulicherweise unversehrt überstanden“, erklärt Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Wie erfolgreich der Schutz der Haubenlerche in diesem Jahr ist, lasse sich aber erst beurteilen, wenn nächste Jahr mehr Brutpaare zurückkehren.

Walldorfs Bürgermeister will „bessere Lösung“ für Beteiligte finden

Auch Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler gehört zu den Kritikern des Katzen-Lockdowns und hält die Maßnahme für „realitätsfern“. Bei der Pressekonferenz betont er jedoch, dass es nicht einfach sei, den Bedürfnisse der Bauherren im Neubaugebiet und die Auflagen des Naturschutzes gerecht zu werden. Auf der anderen Seite habe Rentschler aber auch vollstes Verständnis für die Katzenhalter, die von dem Verbot betroffen sind.

„Die Stadt Walldorf ist gefordert, eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung anzubieten“, meint der Walldorfer Bürgermeister, der nach wie vor auf eine „bessere Lösung im Sinne aller Beteiligter“ hoffe. Dass die Allgemeinverfügung, auf die der Katzen-Lockdown beruht, noch bis 2025 Bestand haben soll, stimme Rentschler nicht zufrieden. (PM/dh)

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