Bei Unfällen auf Autobahn

Kampf den Gaffern! Diese Methode soll Opfer und Helfer schützen

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Durch Sichtschutzwände sollen Schaulustige vom Gaffen abgehalten werden.

Walldorf – Täglich kommt es zu Unfälle auf Autobahnen, bei denen Personen verletzt werden. Dabei erschweren immer wieder Gaffer die Arbeit der Retter. Wie die Autobahnmeisterei dagegen vorgehen will:

Die Polizei muss den Leichnam eines Mannes aus dem Führerhaus eines Lkw bergen. Plötzlich horten sich Schaulustige um das Geschehen und behindern die Retter. Die Feuerwehr muss zwei Fahrzeuge als Sichtschutz aufstellen.

Nach einem Unfall fängt ein Auto Feuer. Die drei Insassen werden aus dem Wagen gerettet und vor Ort medizinisch versorgt. Mehrere Fahrer und Beifahrer zücken daraufhin ihre Handys und halten voll drauf! Die Polizei muss eingreifen, um das zu verhindern.

Auf der A6 wird ein Lkw-Fahrer nach einem Unfall eingeklemmt und schwer verletzt. Mehrere Gaffer laufen zum Unfallort und behindern die Rettungskräfte. Die Bereitschaftspolizei muss anrücken und die Leute zurück in ihre Autos bitten.

Sichtschutzwände sollen helfen

Das sind nur drei von mittlerweile unzähligen Vorfällen, bei denen Gaffer den Rettern das Leben schwer machen. Vor allem auf Autobahnen kann das schnell gefährlich werden. Die Fahrer bremsen plötzlich ab oder achten nicht mehr auf ihre Umgebung, nicht selten kommt es dadurch zu Folgeunfällen

Bisher konnten sich die Helfer nur damit helfen, dass sie Fahrzeuge oder Decken als Sichtschutz nutzten. Das hat sich nun allerdings geändert. Bei der Autobahnmeisterei Walldorf steht seit kurzem ein Anhänger mit Sichtschutzwänden bereit. Sollte es zu einem Unfall auf einer Autobahn kommen, der sich über eine längere Zeit streckt, sollen die ab sofort zum Einsatz kommen.

Durch Sichtschutzwände sollen Schaulustige vom Gaffen abgehalten werden.

Bis zu 100 Meter können mit den Wänden umzäunt werden. Transport und Aufbau würden laut Pressesprecher  Norbert Schätzle von der Polizei Mannheim aber etwas Zeit in Anspruch nehmen, weshalb sie nicht überall zum Einsatz kämen. Seit der Anschaffung seien die Wände auch noch nicht im Einsatz gewesen. Es bleibe nach wie vor das primäre Ziel, die Straße so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen und die Verletzen abzutransportieren.

Smartphones erschweren Situation

Laut Schätzle sei dieses Problem schon lange bekannt und durch Smartphones noch vergrößert worden. In solchen Situationen sei es zudem schwer, die Gaffer zu ertappen, da alle verfügbaren Einheiten mit der Unfallsicherung beschäftigt seien – und die gehe vor! Man könne aber immer wieder Nadelstiche setzen, indem man ein paar Schaulustige zur Verantwortung ziehe.

Gaffen kann von einer teuren Ordnungswidrigkeit bis hin zur Straftat gehen“, erklärt Schätzle. Das muss ein 31-Jähriger am eigenen Leib erfahren, nachdem er ein schwer verletztes Unfallopfer fotografiert! Das Gericht verurteilt den Mann zu 2.000 Euro Strafe.

Laut Paragraph 323c im Strafgesetzbuch ist die Behinderung von Rettungskräften eine Straftat – zusammen mit unterlassener Hilfeleistung. Verstößt man dagegen, drohen einem eine Geld- oder sogar Haftstrafe!

dh

Quelle: Mannheim24

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