Wegen Totschlags an „Outlaw“

Rocker erstochen! 8,5 Jahre Haft für Zenel S. (43)!

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Der Angeklagte Zenel S. (43) mit seiner Anwältin.

Walldürn/Mosbach – Er soll einen Rocker der „Outlaws“, Stefan R. (†49), erstochen haben – dafür muss Zenel S. (43) jetzt für 8,5 Jahre ins Gefängnis. Das Urteil am Landgericht Mosbach:

Schwere Motorräder parken am Montagmorgen ‚bedrohlich‘ vor dem Mosbacher Landgericht – zweiter Tag im Prozess um den erstochenen „Outlaws“-Rocker Stefan R. (†49).

Und im Gegensatz zum Verhandlungsauftakt geht es diesmal hoch her: Laute Zwischenrufe, Türen werden geknallt, Unruhe im Gerichtssaal 101.

Emotional wird es, als die Schwester des Opfers spricht: „Ich sitze hier, weil ich an Gerechtigkeit glaube – dieser Mann sitzt hier, weil er meinen Bruder eiskalt ermordet hat!

Der Mosbacher Landgericht-Vizepräsident Dr. Alexender Ganter.

Der Anwalt der Opfer-Eltern, der aus dem TV bekannte Jurist Franz Obst (RTL, „Nachbarschaftsstreit!“), fordert die Anklage von Totschlag auf Mord zu ‚erweitern‘. Er bringt drei neue Zeugen ins Spiel, will, dass diese vom Vorsitzenden Richter Dr. Alexander Ganter gehört werden.

Hintergrund: Der Angeklagte Zenel S. (43) soll am späten 20. März 2014 in einer Kneipe in Walldürn mit einem Küchenmesser (Klingenlänge 11,5 Zentimeter) seinen Kontrahenten in einem Handgemenge mit zwei brutalen Stichen links in die Brust getötet haben. 

Laut besagter Zeugen soll er diese Tat im Vorfeld mit den Worten „Wenn der mich noch einmal schlägt, bring‘ ich ihn um!“ angedroht haben. 

Doch Richter Ganter lehnt Obsts Antrag ab! Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering fordert 8,5 Jahre Haft wegen Totschlags. Obwohl Unsicherheit über den Tathergang herrscht, gibt es für die Staatsanwaltschaft ein „Kerngeschehen“. 

Die Tat

Gegen 22:30 Uhr trifft Zenel S. auf einige „Outlaws“, die ihn gewaltsam aus dem Gastraum ‚verscheuchen‘. Er soll mit den Ausruf „Kommt raus! Ich stech euch alle ab...“ mit dem Messer in der Hand in der Tür gestanden haben.

Unklar ist, ob der geständige Messerstecher das Lokal extra nochmal verlassen hat oder es sich um ein durchgehenden Vorfall handelt? Vergeblich versucht Wirtin Doris W. zu schlichten – doch ohne Vorwarnung soll S. zugestochen haben!  

Das Urteil

Unruhig wird´s im Saal, als Täter-Verteidigerin Vanessa Höch ihr Plädoyer hält: „Die Zeugen haben tendenziös ausgesagt, weil im Hintergrund gewisser Druck auf sie ausgeübt wurde!“ Außerdem sei der subjektive Tatbestand nicht gegeben, da der Angeklagte das Opfer nicht töten wollte. „Er hat in Notwehr gehandelt, weil er bedrängt wurde – deshalb plädiere ich auf Freispruch.“ 

Doch Richter Ganter sieht dies anders, verurteilt den mehrfach vorbestraften Zenel S. wegen Totschlags zu acht Jahren und sechs Monaten Gefängnis.

Verteidigung und Nebenklage haben bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

>>>Prozess um erstochenen „Outlaws“-Rocker (†49)

lin

Quelle: Mannheim24

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