Geschichte nimmt Wendung

Nach Niqab-Streit: Stadt bereut Umgang mit muslimischer Frau

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Eine Frau wird im Weinheimer Passamt abgewiesen, weil sie ihren Gesichtsschleier nicht ablegen will. (Symbolbild)

Weinheim - Die Abweisung einer verschleierten Frau im Weinheimer Bürgerbüro sorgt für Aufregung. Die Stadt meldet sich erneut zu Wort – und auf einmal erscheint die Geschichte in ganz neuem Licht.

Als eine deutsche Staatsbürgerin beim Weinheimer Passamt verweigert, ihren Gesichtsschleier (Niqab) abzulegen, wird sie von einer Stadt-Mitarbeiterin weggeschickt. 

Im Übrigen kein Einzelfall: Ein weiteres Mal wird sie abgewiesen, als sie dem Neubürgerempfang der Stadt beiwohnen will.

Als sich ihr muslimischer Ehemann bei der Stadt beschwert, meldet diese sich per Pressemitteilung zu Wort. Unter anderem bietet man ihr in dieser „großzügig“ an, den Schleier in einem Nebenraum zu lüften

Stadt räumt Fehler ein

Nur hat die Frau das beim ersten Amtsgang bereits selbst vorgeschlagen: „Dass dieses Angebot (...) von den Mitarbeiterinnen abgelehnt wurde, war aus heutiger Sicht gesehen nicht korrekt“, so Thomas Fischer, Sprecher der Stadt Weinheim.

Doch ein Gutes ergibt sich aus dem Vorfall. Das Bürgerbüro handhabt Angelegenheiten dieser Art nun auch zukünftig so, dass die Möglichkeit gegeben wird, einen Lichtbildabgleich in einem Nebenraum mit einer weiblichen Mitarbeiterin durchzuführen.

Für die Idee darf das Rathaus wohl der Frau danken, die es gleich zwei Mal fortgeschickt hat...

gs

Quelle: Mannheim24

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