Nach erneuter Vergewaltigung

So will das Miramar seine Besucher künftig schützen

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Das Freizeitbad Miramar in Weinheim: Hier haben sich in seit 2017 27 Taten mit sexuell motiviertem Hintergrund ereignet.

Weinheim - Wieder erschüttert ein sexueller Übergriff in einem Freizeitbad die Bevölkerung, wieder ist der Tatort das Miramar. Wie die Verantwortlichen künftig für mehr Sicherheit sorgen wollen:

Ist der Besuch im Miramar noch sicher? Diese Frage stellen sich derzeit zahlreiche (potentielle) Besucher des Freizeitbades in Weinheim.

Grund: Rund einen Monat nach einem schrecklichen Übergriff, bei dem ein 25-jähriger Mannheimer eine 49-jährige Frau im FKK-Bereich brutal attackiert und anschließend vergewaltigt hat, kommt es in dem Bad erneut zu einem sexuellen Übergriff! Diesmal wird eine 56-Jährige in einem Whirlpool im FKK-Bereich Opfer einer Vergewaltigung. Wenig später wird ein 48-jähriger Mann vorübergehend festgenommen.

Zwar stand Miramar-Geschäftsführer Marcus Steinhart nicht für eine persönliche Stellungnahme zur Verfügung, doch per Pressemitteilung wurde der Vorfall bestätigt.

Seit 2017 ist es im Miramar zu insgesamt 27 Taten mit sexuell motiviertem Hintergrund gekommen - darunter auch mehrere sexuelle Belästigungen, bei denen jugendliche Mädchen Opfer von Exhibitionisten werden. Davon 9 Vorfälle im Jahr 2018, in dem bisher 400.000 Gäste den Weg in das Freizeitbad gefunden haben.

Wie können solche Taten künftig verhindert werden?

Nach der Vergewaltigung im Juli hat das Bad ein neues Sicherheitskonzept vorgestellt: Neben einer erneuten Schulung aller Mitarbeiter soll die Zahl der Bademeister aufgestockt und ein ehemaliger Polizist als Sicherheitsfachmann angestellt worden sein.

Darüber hinaus gebe es ein eigenes Sicherheitspersonal – in hochfrequentierten Besucherzeiten werde zudem ein privater Sicherheitsdienst beschäftigt, der ausschließlich mit Kontrollgängen beschäftigt sei. 

Übergriffe, die blitzschnell erfolgen, lassen sich meist nicht verhindern. Als Erfolg betrachten wir, dass die Tatverdächtigen für mutmaßliche Straftaten rechtsstaatlich zur Verantwortung gezogen werden können“, heißt es in der Mitteilung. „Unser Sicherheitskonzept lernt aus vergangenen Erfahrungen und betreibt erheblichen Aufwand, um mögliche Probleme zu erkennen und zu lösen“, heißt es weiter.

Mithilfe eines Protokollkonzepts soll jeder Vorfall detailliert erfasst werden, um mögliche Problemzeiten und Problemorte ausmachen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse und gesammeltes Videomaterial würden dann den Behörden weitergegeben.

Obendrein wurde die Haus- und Bäderordnung überarbeitet, Verstöße werden mit Bußgeldern bis zu 250 Euro geahndet. Dies sei bereits einige Male geschehen – insgesamt habe es im ersten Halbjahr 29 Hausverbote gegeben, „darunter vier Fälle von onanistischen Handlungen, bei denen allerdings keine Gäste belästigt wurden“.

Doch das Bad setzt auch auf eine Sensibilisierung seiner Gäste: „Melden Sie ungebührliches Verhalten von anderen, gleich welcher Art an unsere Mitarbeiter. Lieber ein Mal zu viel, als ein Mal zu wenig.

Fest steht: Das Bad hat viel getan, um für mehr Sicherheit bei seinen Gästen zu sorgen. Fest steht aber auch: Das aktuellste Verbrechen hat sich NACH der Einführung des neuen Sicherheitskonzeptes ereignet, weswegen die Frage bleibt: Hat das Bad genug getan?

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Hinweis in eigener Sache: In einer ersten Fassung des Artikels hatten wir fälschlicherweise geschrieben, dass es allein im Jahr 2018 zu insgesamt 27 Taten mit sexuell motiviertem Hintergrund im Miramar gekommen ist. Richtig ist jedoch, dass es seit 2017 zu insgesamt 27 Taten mit sexuell motiviertem Hintergrund gekommen ist. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

rob

Quelle: Mannheim24

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