Entstehung, Gefahr und Maßnahmen

Wetter-Fakten: Gewitter, Blitz und Donner

Gewitter sind für die einen wunderschön, für andere ein Horror. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Wetter-Phänomen? Hier gibt es die Antworten:

  • Blitze, Donner, Regen und Hagel – das sind die Bestandteile eines Gewitters.
  • Wie entsteht ein Gewitter und was macht es so gefährlich?
  • Wie verhält man sich bei einem Gewitter?

Seit Jahrtausenden ranken sich die wildesten Geschichten um die Entstehung von Gewittern, Blitz und Donner. In der griechischen Mythologie schleuderte Göttervater Zeus die Blitze, in der römischen Mythologie war es der allmächtige Jupiter und in der nordisch-germanischen Mythologe war Thor mit der Hilfe seines Hammers Mjölnir für den Donner verantwortlich. In der iranischen Mythologie kommt das Grollen von einem alten Weib, das im Himmel Hosen ausschüttet. Und in einigen Regionen in Zentralasien sorgten Drachen für den lauten Knall. Doch mit dem Aufstieg der Wissenschaft und der Meteorologie wich der Aberglaube immer mehr den Fakten. Doch was steckt wirklich dahinter?

Wetter: Wie entsteht eigenlich ein Gewitter?

Ein Gewitter ist eine mit luftelektrischen Entladungen verbundene meteorologische Erscheinung. Die Sonne heizt den Erdboden auf und die Hitze steigt nach oben. Falls sie feucht genug ist, bildet sich eine Wolke. Stimmen dann Faktoren wie Wind- und Luftdruckverhältnisse, die Topographie, sowie die Luftschichtung, löst die Hebung der feucht-warmen Luftschicht am Boden ein Gewitter aus.

Ein Blitz kann eine Temperatur von bis zu 30.000 Grad erreichen.

Die Gewitterwolke wird immer größer und bildet zwei Temperatur-Pole: oben ist es eisig kalt und von unten warm und feucht. Treffen sich beide, baut sich dadurch elektrische Spannung auf. Unten in der Wolke sammeln sich negativ geladene Teilchen, oben positiv geladene. Um einen entstandenen Ladungsunterschied auszugleichen, entlädt sich ein Blitz! Doch manchmal bildet auch die Erde den Pluspol und zieht dadurch die Blitze an. Durch die schlagartige Ausdehnung der Luft ertönt der laute Donner.

Wetter: Arten von Gewittern

Eine Gewitterzelle ist die kleinste abgeschlossene Einheit, aus der ein Gewitter aufgebaut sein kann. Eine Einzelzelle ist die kleinste mögliche Form und hat eine Lebensdauer von etwa 30 bis 60 Minuten und verursacht meist relativ schwache Gewitter. Kräftiger sind Impulsgewitter, die sogar Tornados, kräftige Fallböen (Downbursts) und Hagel verursachen können. Ein Superzellengewitter dauert mehrere Stunden und dehnt sich stark aus. Die intensiven Begleiterscheinungen wie Wolkenbrüche, Hagel über 4 Zentimeter, schwere Fallböen und sogar Tornados machen diese Art des Gewitters zur gefährlichsten. Oft treten die verschiedenen Formen als Mutlizellengewitter gemeinsam auf.

Wetter: Richtiges Verhalten bei Gewitter – Bäume und Häuser

Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“, sagt eine alte Volksweisheit. Das stimmt allerdings nicht – denn beide Bäume können gefährlich werden. Ein Blitz sucht sich hohe Stellen für einen Einschlag aus. Wer während eines Gewitters unter einem Baum steht, läuft Gefahr, dass die Elektrizität auf einen überspringt. Selbst wenn das nicht passiert, könnten Äste herunterfallen und einen treffen! Anders sieht es bei Metallmasten von Stromleitungen aus, die einen vor dem Blitzeinschlag sichern können. Auch in einem Auto oder in einem Gebäude mit Blitzableiter ist man sicher. Metallgegenstände wie Masten oder Zäune sollten aber gemieden werden.

Wer zu Hause Schutz vor einem Gewitter sucht, sollte ebenfalls einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten. So sollten alle Türen und Fenster geschlossen bleiben. Sollte das Haus über ein Blitzschutzsystem verfügen, ist es sicher zu duschen und den Wasserhahn zu nutzen. Falls nicht, könnten gerade in alten Gebäuden die Metallleitungen Strom leiten. In neuen Wohnungen sind diese meist aus nichtleitendem Kupfer.

Wetter: Richtiges Verhalten bei Gewitter – Elektrische Geräte

Der Blitz während eines Gewitters kann bis zu 30.000 Grad Celsius heiß werden und eine Stromstärke von 20.000 Ampere erreichen. Sobald ein Blitz in den Boden einschlägt – selbst in einiger Entfernung zu einem Haus – kann die Elektrizität über Strom- und Wasserleitungen, Antennenkabel sowie den Telefonanschluss weitertransportiert werden! Die Folgen: Überspannungsschäden an Elektrogeräten oder sogar ein Brand!

Aus diesem Grund empfehlen Experten, alle Elektrogeräte auszuschalten und die Stecker aus den Streckdosen zu entfernen, sobald sich ein Gewitter ankündigt. Es reicht zudem nicht, die Mehrfachsteckdosen einfach auszuschalten. Gegen die Gefahr eines solchen Vorfalls helfen Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz, die an VDE-Zeichen oder TÜV-Siegeln erkennbar sind. Innerhalb des Hauses sollte es zudem einen Überspannungsschutz und außerhalb einen Blitzableiter geben.

Wetter: Entfernung eines Gewitters berechnen

Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und ein Gewitter kündigt sich an. In der Entfernung erscheint kurz ein Blitz, kurz darauf hört man ein dumpfes Donnern. Um zu berechnen, wann das Unwetter bei Dir auftaucht, gibt es einen Trick. Sobald Du den Blitz siehst, zählst Du die Sekunden bis zum Donner. Die anschließende Zahl wird durch 3 geteilt. Das Ergebnis gibt grob die Kilometer wieder, die das Gewitter entfernt ist. Wiederhole diese Rechung mehrfach, um zu erkennen, ob das Unwetter näher kommt.

Falls das Ergebnis etwas genauer sein soll, gibt es auch eine andere Rechnung. Der Schall bewegt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 20 Grad Celsius mit einer Geschwindigkeit von 343,2 Metern pro Sekunde durch die Luft. Die Rechnung lautet Entfernung in Metern = Abstand Blitz und Donner in Sekunden mal Schallgeschwindigkeit. Zu Beginn wird wieder der zeitliche Abstand zwischen Blitz und Donner gezählt. Die Sekunden werden mit 343,2 multipliziert und anschließend durch 1.000 geteilt.

Wetter: Was passiert bei einem Blitzeinschlag mit dem Körper?

Wird ein Mensch während eines Gewitters von einem Blitz getroffen, durchströmt den Körper laut VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) eine Spannung von mehreren 100.000 Volt! Doch trotzdem sterben in Deutschland pro Jahr „nur“ sieben bis 10 Personen durch einen Blitzeinschlag, obwohl es mehrere erwischt. Das ist dadurch zu erklären, dass der Strom nicht durch den Körper fließt, sondern über die Haut. Folgen sind Narben, Verbrennungen und im schlimmsten Fall ein Herzstillstand. Je nachdem, wo eine Person getroffen wird, kann es auch zu Verletzungen der Organe kommen.

Neben Schädigungen der Gleichgewichtsorgane kann es auch zu Hirnschäden, Koma oder Lähmungen kommen. Auch das Herz kann darunter leiden und der Blutdruck für längere Zeit erhöht sein. Doch keine Sorge: die Chance von einem Blitz getroffen zu werden ist in etwa so hoch, wie den Jackpot im Lotto zu gewinne. Eine Ausnahme war der US-Amerikaner Roy Sullivan, der zwsichen 1942 und 1977 insgesamt acht Mal vom Blitz getroffen wurde – und jedes Mal überlebte! (dh)

Rubriklistenbild: © Nicolas Maeterlinck/dpa

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