Was bestimmt die Luftfeuchtigkeit?

Was bestimmt die Luftfeuchtigkeit, welche Luftfeuchtigkeit ist ideal und wann wird es gefährlich?

Hygrometer zeigt Luftfeuchtigkeit an.
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Luftfeuchtigkeit wird mit einem Hygrometer gemessen.

Auch wenn wir sie nicht sehen können: Die richtige Luftfeuchtigkeit ist wichtig für unsere Gesundheit und unser Körper reagiert sensibel auf ihre Veränderungen.

  • Die richtige Luftfeuchtigkeit ist wichtig für unsere Gesundheit.
  • Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 % bis 60 %.
  • Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls eine Prognosegröße für Niederschlagswahrscheinlichkeit.

In der kalten Jahreszeit haben Brillenträger ein ganz spezielles Problem: Beim Bummeln durch die Innenstadt betritt man das nächste Geschäft und die Sicht verklärt sich. Die Brillengläser beschlagen. Die Erklärung: Kondensation der Luftfeuchtigkeit. Die uns umgebende Luft besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff, 20 Prozent aus Sauerstoff und zu einem Bruchteil auch aus Wasserstoff. Durch Kondensation, also den Übergang eines Stoffes vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand, reagieren Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle und werden zu Wasser. Dies geschieht, wenn die Temperatur abnimmt. Dann sinkt die maximale Luftfeuchtigkeit und das überschüssige Wasser kondensiert.

Genau diesen Effekt erleben Brillenträger im Winter: Weil die Brille beim Eintreten durch die niedrigere Außentemperatur sehr kalt ist, sinkt um sie herum die Aufnahmefähigkeit der Luft und das Wasser kondensiert auf dem Glas. Selbiges ist auch beim Duschen an Fenstern und Spiegeln zu beobachten.

Bei allen Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes kann Verdunstung stattfinden. Je wärmer das Wasser ist, desto stärker wirkt der Effekt. Wärme ist im allgemeinen Energie, die Moleküle beschleunigt. Dadurch können immer mehr aus dem Verband ausbrechen und in den gasförmigen Zustand übergehen.

Wie viel Wasser die Luft aufnehmen kann, hängt von der Lufttemperatur ab: Bei 10 Grad Celsius sind es weniger als 10 Gramm pro Kubikmeter (1000 Liter), bei 35 Grad bereits etwa 40 Gramm. Diese Menge wird maximale Luftfeuchtigkeit genannt.

Die enthaltene Menge in Gramm wird absolute Luftfeuchtigkeit genannt. Gebräuchlicher ist allerdings die relative Luftfeuchtigkeit, also wie viel Prozent der maximalen Luftfeuchtigkeit tatsächlich in der Luft sind. 70 Prozent im Sommer und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit im Winter ist typisch für das Wetter in Deutschland.

Wetter und Luftfeuchtigkeit: Wann kondensiert Wasser und wie entstehen Wolken?

Als Kondensation bezeichnet man den Übergang eines Stoffes vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand. Das Produkt der Kondensation nennt man Kondensat. Dieser Prozess erfolgt unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen, die man als Kondensationspunkt bezeichnet. Der Übergang geschieht beispielsweise, wenn warme und kalte Temperaturen aufeinandertreffen. Dann sinkt die höchstmögliche Luftfeuchte und das Wasser, dass die Umgebungsluft nicht mehr aufnehmen kann, kondensiert.

Die bekannteste Erscheinung dieses Phänomens ist aber Regen. Weil Wasserdampf leichter als die restliche Luft ist, steigt sie nach oben. In großer Höhe nimmt die Temperatur aber ab und die gasförmigen Moleküle werden wieder flüssig. Am Anfang sind sie allerdings noch winzig klein und sehr leicht, sodass Luftströmungen sie in der Luft halten können.

Diese Verbände kondensierenden Wassers sehen wir von der Erde aus als Wolken, in Bodennähe kennen wir sie als Nebel. Erst wenn der Tropfen durch Zusammenprall mit anderen Tropfen größer wird, beginnt er zu sinken. Je nachdem, wie viel Wasser der Tropfen auf dem Weg nach unten aufnimmt, kommt er als leichter Nieselregen oder als starker Platzregen während Unwettern bei uns an.

Wetter und Luftfeuchtigkeit: Warum trocknet Wäsche bei Kälte und wie viel Wasser kann die Luft aufnehmen?

Die Luft ist bei 100 Prozent gesättigt, sie kann dann kein weiteres Wasser aufnehmen. Aus diesem Grund trocknet feuchte Wäsche manchmal auch im Winter besser als im Sommer: Die Luftfeuchtigkeit ist entscheidend.

Wenn die Temperatur steigt, kann die Luft mehr Wasser aufnehmen. Bei 10 Grad Celsius entspricht eine Luftfeuchtigkeit von 10 Gramm pro Kubikmeter Luft einer relativen Luftfeuchte von 100 Prozent, bei 35 Grad Celsius sind 10 Gramm nur noch 25 Prozent. 

Wie viel Wasser die Luft aufnimmt, hängt neben der Temperatur der Luft vor allem vom verfügbaren Wasser ab. Als Extreme sind die tropische Hitze im Regenwald und die Trockenheit der Wüste zu nennen – dort gibt es einfach kein Wasser, das verdunsten könnte.

Wetter und Luftfeuchtigkeit: Ist zu feuchte oder zu trockene Luft schädlich?

Um Schimmelbildung vorzubeugen, sollte man beim Wäschetrocknen die Fenster öffnen. Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit können sich Pilze bilden. Dies gilt ebenso für Bad und Küche. Hier sollte nach dem Duschen bzw. Kochen ebenfalls gelüftet werden.

Feuchte Wäsche trocknet besser bei kalter Luft.

Doch auch zu niedrige Luftfeuchtigkeit sollte vermieden werden. Diese strapaziert besonders unsere Schleimhäute. Austrocknung und Reizungen sind die Folge. Besonders im Winter wird trockene Luft zum Problem.

Wetter und Luftfeuchtigkeit: Welche Luftfeuchtigkeit ist gesund?

Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % ist ideal und gesund. Kurzzeitige Überschreitungen wie etwa nach dem Duschen sind jedoch nicht schädlich. Gefährlich wird es erst bei längeren Überschreitungen ab 70 % relativer Luftfeuchte. Mit einem Hygrometer lässt sich die Luftfeuchtigkeit bestimmen.

Noch stärker als der Mensch sind Pflanzen von der Luftfeuchtigkeit abhängig. Flüssigkeit wird zwar durch die Wurzeln aufgenommen, ihren Wasserhaushalt regulieren Pflanzen aber durch die Spaltöffnungen (Stomata) an ihren Blättern, wo das Wasser verdunstet.

Wetter: Regen und Schnee werden nicht zur Luftfeuchtigkeit gerechnet – Warum?

Kurz gesagt: Zur Luftfeuchtigkeit wird nur Wasser im gasförmigen Zustand gerechnet. Bei Kälte z. B. wird dieses gasförmige Wasser zu Eis und es schneit. Bei plötzlichem Temperaturabfall in Verbindung mit starken Winden werden Wassertropfen in höhere und kältere Lagen gewirbelt. Dort gefrieren sie zu Hagel. Diese meteorologischen Erscheinungen zählen zu „Unwetter“ und haben nichts mit der Luftfeuchtigkeit zu tun.

Um außergewöhnliches Wetter wie Sturm und Schnee vorauszusagen, ist die meteorologische Größe „Luftfeuchtigkeit“ dennoch ein wichtiger Faktor. Meteorologen können anhand des Anteils an gasförmigem Wasser in der Luft Niederschlagsprognosen abgeben sowie die Entwicklung von Hoch- und Tiefdruckgebieten vorhersagen. Von der Luftfeuchtigkeit hängt auch die gefühlte Temperatur ab.

lpb

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