Wetter im Südwesten

Heuschnupfen in der Region: Wann ist der Pollenflug am stärksten und was hilft gegen die Allergie?

Wetter in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen: Heuschnupfen bringt viele Allergiker um die Frühlingsgefühle. Doch was tun bei Allergie? 

  • Im Frühling beginnen die Pflanzen im Südwesten zu blühen.
  • Der resultierende Pollenflug sorgt bei knapp 15 Prozent der Deutschen für Heuschnupfen.
  • Mit einem Pollenflugkalender oder einer App können sich Allergiker besser auf die Heuschnupfenzeit vorbereiten.
  • Symptome, Ursachen, Behandlung und andere praktische Tipps gegen Heuschnupfen.
Die ersten Wochen des Frühlings sind für viele hier im Südwesten die schönste Zeit im Jahr. Der graue, nass-kalte Winter wird vom grünen Frühling verdrängt und die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut sorgen für eine Überdosis Endorphine. Doch bei knapp 15 Prozent der deutschen Bevölkerung kommen nach dem Winterschlaf so gar keine Frühlingsgefühle auf – Grund hierfür ist der Heuschnupfen. Bei manch einem äußert sich dieser in relativ harmlosen Niesattacken und juckenden Augen. Andere wiederum ringen im Frühling sogar nach Luft und kämpfen mit Atemnot und Asthma. Schon ab Februar kitzelt es bei den ersten hier im Südwesten in der Nase, wenn die Hasel und die Erle beginnen zu blühen. Und ab März, wenn die Birke und die Esche in die Blüte gehen, wird ein Spaziergang in der Natur für den Großteil der Allergiker schon richtig unangenehm. Bis in den August wehen verschiedene Blütenpartikel durch die Luft und setzen sich auf die Schleimhäute unserer Atemwege ab, wo sie bei Allergikern zu einer starken Reaktion des Immunsystems führen.

Pollenflugkalender: Beste Vorbereitung für die Heuschnupfenzeit

Je nach Wetterlage fangen die ersten Kräuter, Gräser oder Bäume schon im Februar an zu blühen und die letzten hören im August auf. In dieser Zeit leiden die meisten Allergiker an Heuschnupfen. Je nach Witterung kann die Blütezeit der jeweiligen Pflanzen früher oder später ausfallen. Auch der Klimawandel beeinflusst Heuschnupfen, denn wärmere Winter lassen viele Pflanzen viel früher als in der Vergangenheit in die Blüte gehen. In den vergangenen Jahren war der Monat April der heftigste Monat für Allergiker; was die Zukunft bringt, ist allerdings ungewiss.

In einem Pollenflugkalender für das jeweilige Jahr kann man sehen, wann Pflanzen in die Blüte gehen und wann der Pollenflug am stärksten ist:

  • Erle: Februar bis Ende März
  • Hasel: Februar bis Mitte März
  • Esche: März bis Anfang Mai
  • Pappel: Mitte März bis Anfang Mai
  • Weide: Ende März bis Anfang Mai
  • Ulme: Ende März bis Anfang Mai
  • Birke: Ende März bis Anfang Mai
  • Buche: Mitte April bis Mitte Mai
  • Eiche: Ende April bis Ende Mai
  • Ampfer: Mitte Mai bis Mitte Juli
  • Roggen: Ende Mai bis Mitte Juni
  • Gräser: Mitte Mai bis Mitte August
  • Wegerich: Mitte Mai bis Ende Juni
  • Beifuß: Mitte Juli bis Anfang September
  • Ambrosia: Ende August bis Anfang September
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf ihrer Webseite einen Pollenflug-Gefahrenindex, der tagesaktuell die Belastungsintensität der jeweiligen Regionen anzeigt.

Was ist Heuschnupfen?

Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Blütenpollenallergie, die durch zig verschiedene Pflanzenpollen ausgelöst werden kann. In Fachkreisen als allergische Rhinokonjunktivitis bekannt, wird der saisonale allergische Schnupfen durch kleinste Blütenstaubteilchen in der Luft verursacht, die meist gerade mal ein Zehntel so breit sind wie ein menschliches Haar. Beim Einatmen setzen sich diese Blütenstaubteilchen auf die Schleimhäute der Atemwege oder der Augenbindehaut ab. Bei Allergikern werden dann die eigentlich ungefährlichen Pollen vom Immunsystem falsch eingestuft und als schädliche Eindringlinge klassifiziert. Sofort läuten die Alarmglocken des Immunsystems und alle nötigen Maßnahmen werden eingeleitet, um den Fremdstoff aus dem System zu befördern: Der Körper versucht sich durch Niesen, Husten und tränende Augen zu schützen.

Der Blütenstaub der Birke sorgt bei besonders vielen Menschen für Heuschnupfen.

Symptome bei Heuschnupfen

Wie schon erwähnt, äußert sich der Heuschnupfen in sehr unterschiedlichen Symptomen. Die typischsten Symptome hierbei sind:

  • Laufende Nase, behinderte Nasenatmung, Niesattacken.
  • Juckende, tränende Augen, geschwollene Augenlider.
  • Juckreiz oder Brennen am Gaumen und im Rachen, der bis zu den Ohren ausstrahlt.
  • Schlafstörungen.
  • Schwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit.
Bei manchen Personen kann sich eine Blütenstauballergie sogar in einem Bronchialasthma äußern. Dabei sind typische Symptome Husten, anfallsartige Atemnot (besonders in der Nacht) und pfeifende Atemgeräusche. Falls solche Symptome auftreten, ist es ratsam einen fachkundigen Lungenarzt aufzusuchen. Seltener kommt es zu chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen oder zu einem ständigen Schleimfluss im Rachen, verschlechterte Nasenatmung, Kopfschmerzen oder eingeschränktes Riechvermögen. Falls diese Symptome auftreten, sollten sie mit einem Hals-Nasen-Ohrenarzt abgeklärt werden. Blütenpollen können auch allergische Reaktionen auf der Haut auslösen. Beispielsweise ist es möglich, dass sich Hautkrankheiten in der Heuschnupfensaison verschlimmern, wie Neurodermitis oder Nesselsucht.

Ursachen von Heuschnupfen

Wie das Robert Koch-Institut erklärt, zählt Heuschnupfensowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen zu den häufigsten allergischen Erkrankungen“. Generell lässt sich sagen, dass Jungen häufiger von Heuschnupfen betroffen sind als Mädchen, besonders im Teenager-Alter. Außerdem wissen wir, dass Vererbung bei Heuschnupfen eine Rolle spielt; doch auch die Umwelt beeinflusst die Erkrankung. Es gibt viele Hypothesen zur Entstehung von Allergien, doch viele lassen sich nicht eindeutig belegen. Viele Forscher sind sich allerdings einig, dass Reizstoffe das Allergierisiko erhöhen. Hierzu zählen Tabakrauch und Autoabgase, aber auch Lösemitteldämpfe, die aus neuen Möbeln diffundieren.

Eine weitere Theorie besagt, dass sich das Pollenspektrum durch den Klimawandel wandelt und so Allergien begünstigt werden. Nicht-heimische Pflanzen gedeihen neuerdings auch hier in Deutschland und bringen erhöhtes Allergiepotenzial mit sich, beispielsweise die Beifußambrosie (engl. ragweed). Des Weiteren beeinflussen Schadstoffbelastungen den Stoffwechsel der Pflanzen und diese könnten als Reaktion mehr Pollen freisetzen.

Heuschnupfen: Was passiert im Körper?

Eine allergische Reaktion wird durch das Immunsystem ausgelöst. Normalerweise wehrt unser Immunsystem unerwünschte Partikel oder Krankheitserreger ab, sodass wir Schädlinge bekämpfen können oder gar nicht erst krank werden. Bei einer allergischen Reaktion verkennen bestimme Zellen des Immunsystems plötzlich einen harmlosen Stoff, wie Pflanzenpollen, und signalisieren dem Immunsystem, dass ein Feind im Körper ist. Prompt stellen sich Antikörperzellen diesem vermeintlichen Feind und sorgen dafür, dass jeder weitere Eindringling derselben Art gebunden und „unschädlich“ gemacht wird. Bei dieser Reaktion werden jede Menge entzündungsfördernde Stoffe freigesetzt, wie zum Beispiel Histamin. Betroffene spüren das sofort in der Nase oder in den Augen.

Behandlung von Heuschnupfen: Hyposensibilisierung

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen. Von rezeptfreien Präparaten, die Symptome lindern, bis hin zu „Allergieimpfungen“, die an der Ursache der Allergie anknüpfen und sogar Heilchancen versprechen. Eine Allergieimpfung ist eine Hyposensibilisierung des Immunsystems. Die Therapie erfolgt meist über mehrere Monate oder sogar Jahre, in denen der Patient einer steigenden Dosis des Allergens ausgesetzt wird. So soll das Immunsystem an das Allergen langsam gewöhnt werden in der Hoffnung, dass irgendwann die Immunreaktion ausbleibt. Bei der Hyposensibilisierung gibt es zwei Typen: die Subkutane Immuntherapie (SCIT) und die Sublinguale Immuntherapie (SLIT).

Bei der SCIT wird dem Patienten ein Präparat injiziert, was die jeweiligen Allergene beinhaltet. In der Vergangenheit ist es hierbei vereinzelt zu tödlichen Zwischenfällen gekommen; grundsätzlich soll SCIT heutzutage aber sicher sein. Vor und nach der Injektion, die nur vom Arzt vorgenommen werden darf, müssen Patienten unbedingt körperliche Anstrengung vermeiden. Nach jeder Behandlung müssen Patienten außerdem noch 30 Minuten beobachtet werden und einen Fragebogen ausfüllen.

Bei SLIT wird dem Patienten ein Präparat, was die jeweiligen Allergene enthält, unter die Zunge getropft oder als Tablette eingenommen. Dies wird täglich für drei Jahre vorgenommen.

Praktische Tipps und Hausmittel gegen Heuschnupfen

Abgesehen von einer Therapie mit Antihistaminen oder einer langwierigen Hyposensibilisierung gibt es eine Reihe von Tipps, die helfen können Heuschnupfenbeschwerden zu lindern.

  • Pollenflugvorhersage im Radio oder im Internet beachten.
  • Pollenflugkalender oder Pollenflug-App benutzen.
  • Wohnung in der Pollensaison nur morgens (in der Stadt) oder abends (auf dem Land) lüften.
  • Freizeitaktivitäten bedacht planen.
  • Möbel häufig nass wischen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Häufig die Bettwäsche wechseln.
  • Autofenster geschlossen halten und Lüftung ausschalten; Pollen-Luftfilter erneuern.
  • Abends Haare waschen, damit Pollen nicht ins Bett gelangen.
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren.
  • Fenster Nachts geschlossen halten.
  • Pollenschutzgitter an den Fenstern einbauen.

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/Arno Burgi/ZB/dpa

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