2 Männer in U-Haft 

Nach Schlägerei und „Heil Hitler“-Rufen: Einer der Beschuldigten arbeitet bei der Polizei!   

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Vor einer Eisdiele in Wiesloch spielen sich am Samstagabend schreckliche Szenen ab.

Wiesloch - Am Abend des 8. September geht eine Männergruppe an einer Eisdiele vorbei. Sie brüllen fremdenfeindliche Parolen und gehen dann auf die Besucher los! Nun hat die Polizei 2 Verdächtige verhaftet. 

Am Samstagabend (8. September) entbrennt eine Massenschlägerei zwischen mehrere Personen. Schauplatz der Prügelei ist eine Eisdiele in der Hauptstraße. Eine Gruppe aus sieben betrunkenen Männern soll erst die Gäste des Geschäfts mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und dann angegriffen haben.

Bei den weiteren Ermittlungen des Polizeipräsidiums Mannheim steht daher neben dem Landfriedensbruch und der gefährlichen Körperverletzung auch der Tatbestand der Volksverhetzung im Fokus. 

Die Ermittlungsgruppe „Marktbrunnen“ des Polizeipräsidiums Mannheim hat am 17. September 2018 gegen zwei Beschuldigte Untersuchungshaftbefehle erwirkt und vollstreckt, sowie bei vier weiteren Tatverdächtigen strafprozessuale Maßnahmen durchgeführt. 

Die Ermittlungen haben auch ergeben, dass ein Tarifbeschäftigter der Polizei an den Geschehnissen beteiligt war. Auf HEIDELBERG24-Nachfrage beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, erklärt ein Sprecher, dass es sich bei dem 30-Jährigen um einen Angestellten im öffentlichen Dienst handle. Er sei jedoch kein Polizeibeamter. 

Wo genau der Tarifangestellte aus Baden-Württemberg bislang tätig war, gab das Innenministerium aus Datenschutzgründen nicht bekannt. Es sei der erste Fall dieser Art, sagt ein Sprecher. Die rasche Reaktion solle zeigen, dass in der Polizei rechtsradikales Gedankengut keinen Platz habe.

Der Inspekteur der Polizei, Detlef Werner, informierte Innenminister Thomas Strobl darüber. „Mit dem Innenminister besteht Einvernehmen darüber, dass aus einem solchen Verhalten umgehend personelle Konsequenzen gezogen werden müssen“, so Werner. 

Der 30-jährige Tarifbeschäftigte wurde deshalb mit sofortiger Wirkung freigestellt und von sämtlichen Aufgaben entbunden. „Die Polizei in unserem Land leistet hervorragende Arbeit. Die Menschen im Land können und sollen vollstes Vertrauen in sie haben. Gerade deshalb darf ein Einzelner nicht die gesamte Organisation diskreditieren. Nirgendwo in den Reihen der Polizei ist Platz für Straftäter oder fremden- feindliches Gedankengut“, sagt der Inspekteur der Polizei, Detlef Werner. Sollten sich im Zuge des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens die Anschuldigungen gegen den 30-Jährigen erhärten, muss er mit der Entlassung aus seinem Angestelltenverhältnis rechnen. 

Hintergrund 

Am Samstagabend (8. September) entbrennt eine Massenschlägerei zwischen mehreren Personen. Schauplatz der Prügelei ist eine Eisdiele in der Hauptstraße. Eine Gruppe aus sieben betrunkenen Männern soll erst die Gäste des Geschäfts mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und dann angegriffen haben.

Der Schock sitzt bei den Opfern und Zeugen noch immer tief: „Schon hochkommend haben die geschrien: Ausländer raus und Deutschland gehört den Deutschen. Wir haben erst gedacht, die machen Spaß“, sagt Sevda Kog, die mit ihrer Familie vor dem Laden sitzt.

Am Montag (17. September) um 19 Uhr versammeln sich am Adenauer-Platz insgesamt 800 Menschen, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen! Unter dem Motto #auchmehrinwiesloch knüpfen die Demonstranten an die #wirsindmehr-Demos an.

Nach Massenschlägerei vor Eisdiele: 800 Menschen bei Kundgebung gegen Rechts!

kp/dpa

Quelle: Mannheim24

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