Türken und Portugiesen vor Eiscafé angegriffen 

Massenschlägerei vor Eisdiele in Wiesloch: Sechs Männer müssen sich vor Gericht verantworten! 

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Vor einer Eisdiele in Wiesloch spielen sich am Samstagabend schreckliche Szenen ab.

Wiesloch - Der Vorfall im September 2018 schockte die ganze Region: Jetzt werden sechs Männer wegen fremdenfeindlicher Übergriffe vor einer Eisdiele zur Verantwortung gezogen!

Nach einem fremdenfeindlichen Übergriff vor einer Eisdiele in Wiesloch am 8. September 2018 hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg Anklage gegen sechs Männer im Alter zwischen 24 und 36 Jahren erhoben. Die Angeklagten müssen sich wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Verwenden von „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ in Tateinheit mit Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Wiesloch verantworten.

Rückblick: Massenschlägerei vor Eisdiele in Wiesloch im September 2018

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sollen die sechs Angeklagten am 8. September 2018 vor einem Eiscafé in der Innenstadt von Wiesloch fremdenfeindliche Parolen gerufen haben. Anschließend sollen sie türkisch- und portugiesischstämmige Menschen, die im Außenbereich der Eisdiele saßen, unter anderem mit Stühlen angegriffen und verletzt haben. 

Vor Eiscafé in Wiesloch: Fremdenfeindliche Parolen und Massenschlägerei

Am 8. September wird eine Eisdiele in Wiesloch zum Schauplatz einer Massenschlägerei. Es fliegen Tische und Stühle durch die Luft, Menschen schreien „Heil Hitler“ und „Scheiß Ausländer“ in Richtung der vor dem Café sitzenden Gäste. Die Ermittlungen zum mutmaßlich fremdenfeindlichen Angriff laufen seitdem auf Hochtouren. Die Ermittlungsgruppe ,Marktbrunnen‘ des Mannheimer Polizeipräsidiums hat bislang sechs Verdächtige ausfindig machen können. Unter den Tatverdächtigen soll auch ein Tarifbeschäftigter der Polizei sein, der bereits freigestellt ist. 

Massenschlägerei vor Eisdiele in Wiesloch: Ermittlungsende erst 2019?

Laut Staatsanwaltschaft Heidelberg können die Ermittlungen bis 2019 andauern. Es werde derzeit geprüft, wer aus der Gruppe der sechs Angreifer was getan habe, erläutert am Freitag (21. September) Tim Haaf, Sprecher der Behörde. Dabei helfe auch das Video, das im Netz kursiere. 

Laut Haaf dürfen die Verdächtigen nicht untereinander Kontakt aufnehmen. Gegen zwei der mutmaßlichen Rädelsführer im Alter von 23 und 36 Jahren sind Haftbefehle erteilt, aber gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Ansonsten haben die beiden Männer Meldeauflagen zu erfüllen. Bei ihnen bestehe dringender Tatverdacht. Deshalb sei damit zu rechnen, dass Anklage erhoben werde, so Haaf. 

Schlägerei und fremdenfeindliche Beschimpfungen vor Eidiele in Wiesloch: Hintergrund

Am Samstagabend (8. September) entbrennt eine Massenschlägerei zwischen mehreren Personen. Schauplatz der Prügelei ist eine Eisdiele in der Hauptstraße. Eine Gruppe aus sieben betrunkenen Männern soll erst die Gäste des Geschäfts mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und dann angegriffen haben. Fünf Gäste des Eissalons erleien nach Angaben der Polizei Prellungen und oberflächliche Hautabschürfungen. 

Der Schock sitzt bei den Opfern und Zeugen noch immer tief: „Schon hochkommend haben die geschrien: Ausländer raus und Deutschland gehört den Deutschen. Wir haben erst gedacht, die machen Spaß“, sagt Sevda Kog, die mit ihrer Familie vor dem Laden sitzt. 

Am Montag (17. September) um 19 Uhr versammeln sich am Adenauer-Platz insgesamt 800 Menschen, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen! Unter dem Motto #auchmehrinwiesloch knüpfen die Demonstranten an die #wirsindmehr-Demos an.

In Wiesloch ereignet sich am 10. Juli ein brutaler Vorfall: Ein 55-jähriger Mann wird von zwei jungen Männern geschlagen und getreten. Schauten die Passanten bei dieser Attacke einfach nur zu?

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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