„Verquickung ungünstiger Umstände“

Toter PZN-Patient (†41): Ermittlungen gegen Polizisten und Pfleger eingestellt

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Wiesloch - Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat die Ermittlungen zum Todesfall eines PZN-Patienten Ende 2017 eingestellt. Der Grund:

Es hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet, nun steht fest: Die Ermittlungen zu einem Vorfall am PZN in Wiesloch im Dezember 2018, bei dem ein 41-jähriger Patient während eines Polizeieinsatzes ums Leben gekommen war, wurden eingestellt.

Da die Todesumstände zunächst nicht eindeutig geklärt werden konnten, rückten zwischenzeitig insgesamt 13 Personen ins Visier der polizeilichen Ermittlungen – darunter die behandelnde Ärztin des Mannes, vier Pfleger und acht Polizisten. Erstere wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, Pfleger und Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Mangels hinreichenden Verdachts hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg nun das Verfahren beendet.

Nach dem rechtsmedizinischen Gutachten starb der 41-Jährige im Rahmen eines sogenannten „Excited Delirs“ an einem Ersticken in Kombination mit einem Herzversagen und einem zentralen Versagen nach hochdosierter Medikamentengabe. 

Ob die Festhaltemaßnahmen durch die Polizeibeamte und Pflegekräfte, die Medikamentengabe durch die Ärztin oder die schweren Vorerkrankungen in Bezug auf den Todeseintritt im Vordergrund stehen, ließ sich aus rechtsmedizinischer Sicht nicht mit der erforderlichen Sicherheit unterscheiden“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Der Eintritt des Todes stelle sich somit als eine Verquickung ungünstiger Umstände dar.

Rückblick

Am Morgen des 18. Dezember schlägt und tritt ein 41-jähriger Patient des PZN mehrfach gegen eine Betonsäule im Innenhof einer Station, randaliert anschließend in einem angrenzenden Raucherraum. Dabei wirft er Einrichtungsgegenstände gegen das Sicherheitsglas in Richtung der Pfleger.

Der 41-Jährige ist völlig in Rage, hebelt einen Fensterflügel aus der Verankerung. Die Mitarbeiter der Einrichtung fordern die Polizei zur Unterstützung an. Unter dem Einsatz von Pfefferspray gelingt es, den Mann zu überwältigen und an Händen und Füßen zu fesseln.

Mit einem Krankenwagen des PZN wird der Mann von Pflegekräften und Beamten zur forensischen Station gebracht. Während der Fahrt wehrt er sich weiter massiv.

Als der 41-Jährige aus dem Fahrzeug geholt werden soll, erleidet er einen Kollaps! Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstirbt der Mann wenig später im Universitätsklinikum Heidelberg.

rob

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