Auf der Suche nach neuem Revier

Wolf in Mainz überfahren: Tier wird in Museum ausgestellt! Neue Details zu seinem Schicksal 

Mainz - Der Wolf, der auf einer Autobahn in Mainz totgefahren wurde, wird Teil einer Ausstellung im Museum. Mittlerweile sind neue Details zum Schicksal des Tieres bekannt: 

  • Ein Wildunfall ereignet sich am 16. Januar am Autobahnkreuz Mainz.
  • Das Umweltministerium bestätigt den Verdacht, dass es sich bei dem Tier um ein Wolf handelt.
  • Der Wolf war offenbar ohne Rudel unterwegs.
  • Tier soll nun präpariert und im Naturhistorischen Museum Mainz ausgestellt werden.  

Update vom 19. Februar: Eine Autobahn bei Mainz wurde einem jungen Wolf Mitte Januar zum Verhängnis. Hier geriet das Tier auf der Suche nach einem neuen Revier unter die Räder. Jetzt soll der tote Wolf bis Ende 2020 im Naturhistorischen Museum Mainz präpariert und dann ausgestellt werden. „Das ist unser Mainzer Wolf“, sagt Museumsdirektor Bernd Herkner. Der Wolf, der am 16. Januar in Mainz tot aufgefunden wurde, habe eine besondere Geschichte, die das Museum authentisch vermitteln könne. 

Museumsdirektor Herkner wünscht sich den präparierten Wolf in einer möglichst freundlichen Haltung - auch um das Image vom bösen Raubtier zu revidieren. Aber entschieden ist noch nichts, und Herkner weiß: „Präparatoren sind Handwerker und Künstler, sie müssen ihren eigenen Weg entwickeln.“ Einen Wolf in laufender Haltung gibt es schon in einer Vitrine des Naturhistorischen Museums – dieser kommt ebenfalls aus der italienischen Alpenregion und wurde 2012 von einem Jäger im Westerwald illegal erschossen. Er war der erste Wolf, der nach mehr als 100 Jahren wieder in Rheinland-Pfalz gesichtet wurde. Mit dem „Mainzer Wolf“ stieg die Zahl der bestätigten Nachweise in diesem Bundesland auf 27, wobei es für einige Tiere mehrere Nachweise gibt.

Wolf in Mainz überfahren: Neue Details zu seinem Schicksal bekannt

Die Untersuchungen des toten Wolfes am Leibniz-Insitut für Zoo- und Wildtierforschung ergaben, dass der Wolf mit der Eingangsnummer GW1478m etwa zwei Jahre alt wurde und aus dem norditalienischen Alpenraum kam. „Er ist dunkler und weniger robust als die Wölfe aus Russland oder Polen", erklärt Präparatorin Sylva Scheer. Die Untersuchung des Mageninhalts habe ergeben, dass er noch ein Rehkitz verspeist habe, bevor er überfahren worden sei.

 „Der Mainzer Wolf musste aus dem Familienverband raus und sich ein Gebiet suchen, in dem er eine neue Familie gründen könnte. Das Rhein-Main-Gebiet wurde für ihn zur Sackgasse", erklärt Bernd Herkner. Der Biologe hält es für möglich, dass sich künftig immer mal wieder Wölfe ins dicht besiedelte Rhein-Main-Gebiet verirren könnten. In Hessen wurden in diesem Jahr bereits zwei Wölfe tot aufgefunden, in der Nähe des Wiesbadener Ostbahnhofs und in Frankfurt-Sachsenhausen. „Ich hoffe, dass sie lernfähig sind und dann solche viel befahrenen Straßen meiden.“

Wolf in Mainz überfahren – war er alleine oder im Rudel unterwegs?

Update vom 23. Januar: Traurige Gewissheit! Das Tier, das am 16. Januar auf der A60 erfasst bei Mainz wurde, war tatsächlich ein Wolf. Das bestätigt das Umweltministerium Rheinland-Pfalz am Donnerstag. Es handelt sich um einen Rüden aus der Alpenpopulation, dem jetzt − wie jedem nachgewiesenen Wolf in Deutschland − eine Individuenbezeichnung (GW1478m) zugewiesen wird. Über sein Herkunftsrudel ist nichts bekannt. Man geht weiterhin davon aus, dass der Wolf alleine unterwegs war. 

Die Analyse des toten Tieres erfolgte durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, die immer die genetischen Proben in Wolfsverdachtsfällen untersucht. Weitere Analysen finden derzeit noch am Internationalen Wildtierzentrum in Berlin statt. Dort soll Beispielsweise die genaue Todesursache geklärt werden. Das Umweltministerium schreibt weiter: „Wölfe sind scheue Tiere, die Menschen eher meiden. In verdichteten Räumen und besiedelten Bereichen halten sie sich in der Regel nicht länger auf, sondern durchqueren diese nur gelegentlich als Durchzügler. Dabei können sie als hochmobile Art bis zu 80 km täglich zurücklegen. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte werden sie dabei häufig wie in diesem Fall Opfer von Autounfällen.“

Anfang Februar bestätigt das Umweltministerium die Sichtung eines Wolfs im Pfälzerwald. Das Tier war Ende Dezember bei Elmstein in der Nähe von Bad Dürkheim fotografiert worden. 

Mainz: Wildunfall am Autobahndreieck Mainz – Wurde ein Wolf überfahren?

Meldung vom 16. Januar: Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr wird der Autobahnpolizei Heidesheim bei Mainz ein Wildunfall gemeldet. Bei dem überfahrenen Tier handelt es sich wahrscheinlich um einen Wolf. Zur weiteren Untersuchung und Bestätigung des Verdachts wird der Kadaver in das Internationale Wildtierzentrum nach Berlin gebracht werden. Sollte es sich tatsächlich bestätigen, dass es sich um einen Wolf handelt, geht das Umweltministerium davon aus, dass es sich um ein einzelnes wanderndes Tier handelte, das beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, erfasst und überfahren wurde. Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert: Erst im Februar 2019 wurde ein aus dem Wildgehege ausgebrochenerWolf auf der A6 überfahren

Auch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat genetische Proben von dem Wolf entnommen, um weitere Umstände zu klären.

Mainz: So viele Wölfe gibt es in Rheinland-Pfalz

Bisher wurden in 26 Fällen Wolfsvorkommen in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf zehn bis 14 Wölfe zurückzuführen sind. In Rheinland-Pfalz sind mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeitzwei Fähen (weibliche Wölfe) sesshaft: Ein Tier lebt am Stegskopf, eine zweite Wölfin ist in der Nähe von Bad Hönningen beheimatet. Einer der in Rheinland-Pfalz lebenden Wölfe hat schon Nutztiere gerissen. Wildtiere, insbesondere Rehe, Schwarz- und Rotwild sind die Hauptnahrung von Wölfen. Wölfe gelten als wichtige Tiere zur Regulierung des großen Wildbestands. Auch in Baden-Württemberg, genauer gesagt in der Region um Sinsheim, könnte sich ein Wolf aufhalten.

Für das Monitoring in Rheinland-Pfalz ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft zuständig. Der im Jahr 2015 beschlossene Wolfs-Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. 

Mainz: So solltest Du Dich beim Kontakt mit einem Wolf verhalten

  • Abstand halten und den Wolf nicht bedrängen.
  • Bei Kontakt mit einem Wolf langsam entfernen und auf sich aufmerksam machen.
  • Sollte der Wolf folgen, langsam laufen und dabei laut reden.
  • Falls Du Dich dabei unwohl fühlst, laut rufen, in die Hände klatschen und Dich groß machen.
  • Einen Wolf niemals füttern! 
  • Hunde bei einem Kontakt mit einem Wolf anleinen
  •  Sollte der Wolf verletzt oder tot sein, darfst Du ihn nicht anfassen oder verfolgen.
  •  Sofort Naturschutzbehörde, Forstbehörde oder Polizei informieren. Oder melde Dich beim Wolfsmonitoring unter ☎ 0761 4018-274.

Ein etwas anderes Tier sorgt in Eppingen für viel Wirbel: Nachdem eine Biberfamilie einen Staudamm baut, wird ein Feld überflutet und es entsteht der „Bibersee“, den man sogar auf Google Maps findet.

pm/kp

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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