Genetische Untersuchung

Drei Schafe gerissen – ist der Wolf zurück im Odenwald?

Ein Wolf schaut hinter einem Baum im Wildpark Poing hervor. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich drei weitere Wolfsrudel angesiedelt
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Ob der männliche Wolf weitergezogen ist oder sich noch in der Region aufhält, ist unklar.

Mudau - Mitte September sind drei tote Schafe im Neckar-Odenwald-Kreis entdeckt worden. Hat sie ein Wolf gerissen? Nun liegt das Ergebnis der genetischen Untersuchung vor:

Ein Wolf hat im Neckar-Odenwald-Kreis drei Schafe gerissen. Das hat eine genetische Untersuchung der Spuren ergeben, wie das Umweltministerium am Mittwoch (30. September) mitteilte. Die toten Schafe sind Mitte September in Mudau entdeckt worden.

Der männliche Wolf stammt demnach aus den Alpen oder einer Population aus Italien. Ob sich der bislang nicht erfasste Wolf noch in der Region aufhält oder weitergezogen ist, ist noch unklar klar. Wölfe können auf der Suche nach einem eigenen Territorium weite Strecken zurücklegen. 2017 hatte ein Wolf im wenige Kilometer von Mudau entfernten Kailbach mehrere Schafe gerissen.

Mehrere Wölfe in Baden-Württemberg

Seit 2015 wurden in Baden-Württemberg mehrere Wölfe nachgewiesen. Im Schwarzwald haben sich nach Angaben des Umweltministeriums zwei Tiere dauerhaft niedergelassen. Nutztierhalter erhalten deshalb für den Schutz ihrer Herden Geld vom Land. Unter anderem werden die Materialkosten für die Anschaffung neuer wolfsabweisender Zäune oder für die Nachrüstung von offenen Ställen übernommen.

Die Gemeinde Mudau liegt im Norden Baden-Württembergs an der Grenze zu Hessen und Bayern. Auch in diesen beiden Bundesländern wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Wölfe gesichtet. Die Tiere sind streng geschützt.

Bereits 1780 waren die Wölfe im Odenwald ausgerottet. 1840 wurden Wölfe im Viernheimer Wald und in Lorsch erlegt und am 12. März 1866 starb der letzte Vierbeiner, den man bis heute ausgestopft im Eberbacher Museum sehen kann. „Wie alte Aufzeichnungen zeigen, haben Wölfe in der Geschichte des Odenwaldes nicht ein einziges Mal einen Menschen verletzt“, so der hessische Naturschutzbund. (kp/dpa)

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