Mehr als tausend Jahre alt

Sensationeller Fund bei Grabungen am Wormser Dom

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An der Südseite des Doms wurde ein bedeutender Fund gemacht.

Worms – Archäologen nennen den Fund eine „kleine Sensation“: Bei Grabungen am Wormser Dom stoßen sie auf Überreste eines mehr als tausend Jahre alten Taufbeckens. 

Im Rahmen der Arbeiten zum Bau des neuen Gemeindezentrums „Haus am Dom“, graben Archäologen seit Januar auf dem Gelände des Wormser Doms, um es noch einmal genau zu überprüfen.

Vorsichtig wird das Taufbecken gesäubert.

Dann diese Woche der sensationelle Fund: Bei den Grabungen kommen Überreste eines im Durchmesser etwa 1,50 Meter langen Taufbeckens für Erwachsene zum Vorschein – Umrandung und Boden des Beckens sind noch deutlich zu sehen.

„Wir kennen im deutschsprachigen Raum nur vier vergleichbare Anlagen“, so Holger Grewe, Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim. Weitere Anlagen dieser Art wurden bereits in Ingelheim, Trier, Köln und Boppard gemacht.

Grewe schätzt, dass der Fund aus dem sechsten, siebten oder achten Jahrhundert stammt. Die Becken seien in frühchristlicher Zeit genutzt worden, um überwiegend andersgläubige Erwachsene zu taufen.

In der Zeit Karls des Großen habe dann ein Wandel von der Erwachsenentaufe zur Kindstaufe eingesetzt – das Becken wurde nicht mehr gebraucht.

In welcher Beziehung der Fund zum Dom steht, ist noch nicht geklärt. Um herauszufinden von wann genau das Taufbecken stammt, wird nun die schwarze Holzkohle untersucht, die am Boden des Beckens gefunden wurde.

Fest steht: Dieser Fund bestätigt die frühchristliche Bedeutung von Worms.

Der Bau des neuen Gemeindehauses soll sich nun verzögern. Domprobst Tobias Schäfer kündigte an, dass der Fund in das Sockelgeschoss des neuen Gebäudes integriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

Die Stadt Worms feiert bereits in drei Jahren (2018) das tausendjährige Bestehen seines Doms.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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