Tierärztin hielt 3 Kängurus, 18 Katzen und 44 Hunde

Aus Messie-Hölle befreit: Hündin Nanni wartet im Tierheim auf ‚ihre‘ neuen Menschen!

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Nanni wartet seit ihrer Befreiung 

Worms - 44 Hunde holen Ermittler im April 2017 aus der verwahrlosten Wohnung einer Tierärztin. Darunter auch Hündin Nanni, die im Tierheim Worms noch immer auf ‚ihre‘ Menschen wartet: 

Den Ermittlern bietet sich ein Bild des Schreckens, als sie im April 2017 ein Haus in Bornheim betreten: 44 Hunde, 18 Katzen und drei Kängurus (!) hausen hier in völlig verdreckten Räumen, teilweise in Käfigen. Die Besitzerin der Tiere: ausgerechnet eine Tierärztin! 

Nach ihrer Befreiung aus dem Horror-Haus werden die Tiere auf verschiedene Tierheime aufgeteilt. Das Tierheim in Worms beispielsweise nimmt vier der Hunde auf. Für Josef, Gabi und Hanni haben sich bereits drei Familien gefunden, die die teilweise traumatisierten Tiere bei sich aufgenommen haben. Nur Labrador-Hündin Nanni wartet im Tierheim noch auf ein neues Zuhause.

Furchtbare Vergangenheit – bessere Zukunft?

Wenn man bedenkt, aus welchen Zuständen Nanni befreit wurde, ist klar, dass sie Menschen gegenüber zurückhaltend und ängstlich ist. Deswegen will das Tierheim sie im besten Fall an eine Familie mit einem „souveränen, offenen Ersthund“ vermitteln, von dem sie sich ein normales Hundeleben abschauen kann und der ihr ein Stückchen Sicherheit gibt. Doch auch wenn ‚ihre‘ neuen Menschen noch viel mit Nanni arbeiten müssten – im Tierheim ist man sich sicher, dass sich Nanni in ihrem eigenen Zuhause super entwickeln würde. „Nanni sucht Menschen, die wissen, dass keine Wunder passieren werden, sondern sie so akzeptieren wie sie ist.“

Krankheit: Animal-Hoarding

Christiane Gumpert vom Tierheim Worms hat erlebt, wie traumatisiert die Hunde waren, als sie aus ihrer schlimmen Lage befreit wurden. „Wir haben nicht so oft Animal-Hoarding Fälle bei uns. Die Tierärztin war bisher aber wirklich der schlimmste Fall.“, erklärt sie. 

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Wenn Nachbarn oder Bekannte Fälle von Animal-Hoarding anzeigen, sollte grundsätzlich schneller reagiert werden, findet Gumpert. „Die Leute sind krank, da bringen auch Auflagen seitens des Veterinäramtes nichts. Die Tiere müssen umgehend beschlagnahmt und ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden.“ Auch sei es wichtig, diese Menschen auch mehrere Jahre nach Wegnahme der Tiere noch regelmäßig zu kontrollieren. 

Die Frau aus Bornheim, deren Tiere jetzt hoffentlich in eine bessere Zukunft blicken, wird im Oktober 2018 wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Betruges zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und 6 Monaten verurteilt. Sie darf außerdem in den nächsten Jahren weder Tiere halten, noch ihrer Arbeit nachgehen.

Du kannst Dir vorstellen, Nanni ein neues Zuhause zu geben? 

Kontakt:
Tierschutzverein Worms Stadt und Land e.V
Ludwigslust 2
67547 Worms
☎ 06241 230 66
tierheim.worms@gmx.de

kab

Quelle: Mannheim24

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