„Das Baden erfolgt auf eigenes Risiko“

Nach Tragödien im Rhein: Kinder spielen an Unglücksstelle!

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Die Unfallstelle sieht harmlos aus.

Worms - Nachdem drei Menschen in Rheindürkheim tragisch ums Leben kamen, entdecken wir an der Unglücksstelle spielende Kinder. Und auch die Stadt meldet sich zu Wort: 

Worms wird derzeit von furchtbaren Tragödien heimgesucht: Nachdem vor wenigen Tagen zwei Mädchen im Rhein ertrinken, fällt am Wochenende ein 39-Jähriger dem Gewässer zum Opfer.

Der Mann hat versucht, einen Jugendlichen aus dem Wasser zu retten. Doch nachdem er in den Rhein springt, geht er im Fluss unter. Zwar kann sich der Teenager noch an Land retten, der Familienvater überlebt jedoch nicht. Seine Leiche wird am Montag (13. August) gefunden. Beide Unfälle ereigneten sich an der gleichen Stelle. 

Kinder spielen an Todesstelle

Als wir am Dienstag (14. August) an der Unfallstelle sind, sehen wir, wie Kinder auf den Steinen am Rhein spielen. Zwar pfeift ihr Opa sie schnell wieder zurück, doch man möchte sich nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn die Kinder auf den Steinen ausrutschen und ins Wasser fallen. 

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Alles wirkt so harmlos

Das Gefährliche an der Unglücksstelle ist, dass sie harmlos aussieht! Das Ufer wirkt schön, ruhig und hat für den ersten Eindruck einen optimalen Einstieg ins Wasser. Dadurch wird vermutlich diese Stelle schnell unterschätzt.

Wie kann man die Unfälle in Zukunft verhindern? Stadt nimmt Stellung!

„Wir sind zutiefst erschüttert, dass wir nur wenige Tage, nachdem die beiden Mädchen zu Grabe getragen wurden, ein weiterer Mensch im Rhein sein Leben verloren hat", sagt Oberbürgermeister Michael Kissel betroffen kurz nach der zweiten Tragödie.

Die Unglücksstelle in Rheindürkheim

Der erneute Vorfall bestärke seinen Vorschlag, zumindest im Bereich der Sandbänke im Süden und im Norden verständliche Warnschilder anzubringen. 

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Aber können Schilder wirklich solche Unfälle verhindern?

Der Stadtchef betont, dass Erfahrungen anderer Kommunen zeigen, dass auch Schilder nicht jeden Badeunfall verhindern.

Der Rhein birgt bekanntlich viele Gefahren, besonders durch gefährliche Strudel. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu tödlichen Unglücksfällen gekommen, obgleich den Menschen bewusst sein muss, dass ein fließendes Gewässer unkalkulierbare Risiken birgt, selbst für einen erfahrenen Schwimmer. Das Baden im Rhein erfolgt auf eigenes Risiko“, so der Oberbürgermeister. 

Ein generelles Badeverbot hält er jedoch weder für umsetz- noch für durchsetzbar. „Alleine im Wormser Stadtgebiet müssten wir 20 Rheinkilometer kontrollieren. Zudem gehört der Fluss dem Bund, der deshalb dieses Verbot aussprechen und durchsetzen müsste“, so der OB. 

Müssen Asylsuchende verstärkt auf die Gefahren des Rheins aufgeklärt werden?

Alle drei Opfer sind Flüchtlinge. Es stellt sich demnach die Frage, ob Asylsuchende auf die Gefahren des Rheins aufgeklärt werden müssen „Die Abteilung Asyl hat schon in der Vergangenheit auf die Gefährlichkeit des Rheins – insbesondere für Kinder - in den Erstgesprächen mit den Flüchtlingen hingewiesen", so Sozialdezernent Waldemar Herder. 

Die Unglücksstelle in Rheindürkheim

Nach dem Unglück mit den zwei Mädchen mache zudem ein Sozialarbeiter Hausbesuche – insbesondere in Rheindürkheim. 

Der am Wochenende verunglückte Mann war zu Besuch bei Bekannten, lebte jedoch nicht in Worms. „In solchen Fällen können Schilder in der Tat wirkungsvoll sein“, so OB Kissel.

pm/jol

Quelle: Mannheim24

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