Die tragische Geschichte des Ehepaars Straus

Dieses berühmte Paar aus „Titanic“ lebte in der Region!

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Spezialeffekte-Studio Digital Domain kämpft ums Überleben

Worms/Otterberg - Eine Geschichte, so tragisch wie die von Jack und Rose: Der gemeinsame Tod des Ehepaars Straus aus Rheinland-Pfalz auf der Titanic:

1997: Die ganze Welt verfolgt gebannt das Spielfilmdrama „Titanic“ von Regisseur James Cameron. Bei Millionen Zuschauern bleibt kein Auge trocken, als Rose (Kate Winslet) ihren Jack (Leonardo DiCaprio) an den eiskalten nordatlantischen Ozean verliert. 

Doch es ist nicht nur das tragische Schicksal dieses fiktiven Liebespaares, das uns ans Herz geht: Wer erinnert sich nicht an die Szene, in der ein älteres Ehepaar eng umschlungen auf dem Bett liegt, während das Wasser in der Kabine immer weiter steigt? 

Dieses Paar entspringt nicht der dramaturgischen Feder Hollywoods – sondern ist angelehnt an das traurige Ende von zwei Menschen, die wie 1.512 weitere den Tod auf der RMS Titanic fanden. 

Die Geschichte dieses Paares beginnt in Rheinland-Pfalz...

Die tragische Geschichte von Ida und Isidor Straus

Am 6. Februar 1849 wird Rosalie Ida Blun als fünftes Kind einer jüdischen Familie in Worms geboren. Spuren der Familie Blun kann man noch heute auf dem jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ finden. Gemeinsam mit ihrer Familie wandert die junge Ida in einem unbekannten Jahr nach Amerika aus. 

1853 wandert auch Isidor Straus mit seiner Familie aus Otterberg bei Kaiserslautern in die USA aus, wo sich die beiden kennenlernen. Ida und Isidor heiraten im Jahr 1871, das Paar bekommt sieben Kinder. 1888 wird Isidor Straus Teilhaber des berühmten Kaufhauses „Macy‘s“ (damals: R.H. Macy) in New York. Von 1894 bis 1895 ist er außerdem für die Demokraten Mitglied im Repräsentantenhaus.

Hochzeitsfoto von Isidor Straus und Rosalie Ida Blun (1871)

Treue bis in den Tod

Anfang 1912 reist das Ehepaar Straus mit dem britischen Luxusdampfer RMS Titanic von einem Europa-Aufenthalt zurück nach Amerika. Das damals größte Schiff der Welt läuft zu seiner Jungfernfahrt mit über 2.200 Menschen an Bord in Southampton aus. Ida und Isidor Straus bewohnen eine Suite in der ersten Klasse. 

Am 14. April 1912 um 23:40 Uhr nimmt die größte Katastrophe der Seefahrt seinen Lauf. Die Titanic rammt einen Eisberg und sinkt innerhalb von zweieinhalb Stunden. Zwar bleibt für eine Evakuierung genug Zeit, doch es gibt zu wenige Rettungsboote. 1.514 Menschen sterben.

In der Nacht des Unglücks sollen Isidor und Ida Straus in eines der Rettungsboote steigen. Hier unterscheiden sich die Quellen: Isidor durfte entweder nicht einsteigen, da nur Frauen und Kinder erlaubt waren, oder er weigerte sich an Bord zu gehen, um andere zu retten. 

Ida soll sich geweigert haben, das sinkende Schiff ohne ihren Mann zu verlassen. „Wo Du hingehst, gehe auch ich hin“, soll sie gesagt haben. Überlebende des Unglücks sehen das Paar zuletzt Arm in Arm an Deck der Titanic – und berichten die Geschichte bei ihrer Rettung an Land.

Idas Leiche wird nie gefunden. Ihr Mann wird in New York beigesetzt. 

Ida und Isidor im Film

Die tragische Geschichte des Ehepaars taucht in vielen Verfilmungen des „Titanic“-Unglücks auf – zum Beispiel in „Untergang der Titanic“ (1953) oder „S.O.S Titanic“ (1979). Die meisten Filme zeigen auch Idas Entschluss, an Bord des sinkenden Dampfers zu bleiben. In seiner oscarprämierten Version aus dem Jahr 1997 schnitt James Cameron diese Szene jedoch heraus.   

Noch heute steht ein Denkmal in Gedenken an Isidor und Ida Straus in Manhattan – und erinnert Touristen aus der ganzen Welt an eine unglaubliche Liebesgeschichte, die ihren Anfang in unserer Region nahm.

kab

(Quelle: Wikipedia/Stadt Worms)

Quelle: Mannheim24

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