Auftakt der Nibelungen-Festspiele

Gewalt, Rache und starke Frauen: Premiere von „Siegfrieds Erben“

+
Die Nibelungen-Festspiele 2018

Worms -  Gewalt, Rache und starke Frauen. Mit diesen Worten lässt sich das  Stück „Siegfrieds Erben“ wohl am Besten beschreiben. Die Premiere des Stücks gibt es bei den Nibelungen-Festspielen:

Die Macher hinter den Nibelungen-Festspielen mussten sich in den letzte Jahren einige Kritik anhören. Die Stücke seien zu überladen, sodass man sich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren könne. Darauf reagiert Intendant Hofmann: „Mit „Siegfrieds Erben“ starten wir in eine neue Ära der Festspiele und bewegen uns wieder näher an den Ur-Stoff der Nibelungenerzählung heran.“

Dafür holt man das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel und den Regisseur Roger Vontobel mit ins Boot. Das Ergebnis ist ein düsteres und schmutziges Stück, bei dem den Zuschauern zeitweise der Atem stockt! Am Freitag (20. Juli) feiert das Epos Premiere am Wormser Dom und rund 1.300 Besucher wollen sich das nicht entgehen lassen.

‚Siegfrieds Erben‘: Bühnenprobe für die Nibelungen-Festspiele

Die Geschichte

Eine Woche ist es her, als das grausame Gemetzel am Hof des Hunnenkönigs Etzel stattgefunden hat. Kriemhild, Hagen und die Burgunder sind tot. Doch sie haben Etzels Sohn Ortlieb mit ins Jenseits genommen. Der Hunnenkönig beschließt daraufhin Rache zu nehmen und reist nach Worms, um seinen Anspruch als Erbe des Burgunderlandes und des sagenumwobenen Nibelungenschatzes geltend zu machen.

Fotos vom roten Teppich der Nibelungen-Festspiele

Dort trifft er auf die zurückgebliebene Brunhild, die sich gerade mit Siegfrieds Eltern um das Erbe streitet. Die Stimmung ist düster. Alle sind von Rache getrieben und leben in den Erinnerungen an alte Tage. Doch als Etzel vor den Toren steht, geht es ums nackte Überleben. Es entwickelt sich eine Spirale aus Hass, Gewalt und Wahnsinn, die in schwindelerregendem Tempo nach unten dreht!

Die Schauspieler

Auch Jürgen Prochnow spielt eine Rolle bei den Nibelungen-Festspielen!

Auch dieses Jahr spielen wieder große Namen im Ensemble. So kann man, unter anderem, Jürgen Prochnow als Etzel und Ursula Strauss als Brunhild gewinnen. Ein kompletter Neuling auf der Bühne ist Jimi Blue Ochsenknecht, der die Rolle des Gunter spielt.

Alle Schauspieler machen an diesem Abend einen großartigen Job. Doch einer muss extra genannt werden, für den Einsatz, den er zeigt. Felix Rech, der den Gotenkönig Dietrich von Bern mimt, wird zwei Tage vor der Premiere in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wird im der Blinddarm heraus operiert! Trotzdem steht er auf der Bühne und legt eine fantastische Performance hin. 

Das Stück

„Siegfrieds Erben“ ist eine sehr konsequent weiter erzählte Geschichte des Nibelungenmythos. Gerade der erste Teil zieht einen direkt in seinen Bann und lässt einen erst wieder los, wenn das Erlöschen des Lichts einen an die Pause erinnert. Leider kann das hohe Niveau in der zweiten Hälfte nicht gehalten werden - gerade gegen Ende. 

Zwei Dinge sind aber wirklich herausragend: die Musik und die Effekte! Die Musiker machen einen großartigen Job, allen voran der mongolische Kehlkopfsänger Enkhjargal Dandarvaanchig. Dessen „Gesang“ passt einfach perfekt in das Stück und untermalt die Stimmung auf der Bühne. Auch die Effekte sind gewaltig und spielen mit der Umgebung. Einen solchen „Wow“-Effekt hat man im Theater wirklich selten. 

Das Ensemble - Schauspieler Max Mayer (l-r), Petra Simon, Künstlerische Direktorin, Schauspieler Michael Ransburg, Schauspielerin Linn Reusse, die Schauspieler Felix Rech und Jürgen Prochnow, Regisseur Roger Vontobel, Schauspielerin Ursula Strauss, Autor Feridun Zaimoglu, Thomas Laue, Künstlerischer Leiter, Schauspielerin Karin Pfammatter, die Schauspieler Miguel Abrantes Ostrowski und Wolfgang Pregler, Autor Günter Senkel, Schauspielerin Pheline Roggan und Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungenfestspiele

Die Bühne ist zu Beginn nur ein kleiner Ausschnitt, wird aber nach kurzer Zeit auf spektakuläre Weise erweitert. Um auf das Leid und die Not der Burgunder aufmerksam zu machen, wird viel Matsch auf die Bühne getragen. Dafür hat die erste Reihe der Zuschauer sogar extra Regencapes erhalten, um die Kleidung zu schützen.

Noch ein Tag vor der Premiere: Die Probe der Nibelungen-Festspiele!

Insgesamt lohnt sich ein Besuch von „Siegfrieds Erben“. Nach etwa drei Stunden verlässt man das Theater und hat viel zum Nachdenken. Vor allem zeigt es eines auf - Rache endet niemals gut!

Spielzeiten

 „Siegfrieds Erben“ wird vom 20. Juli bis zum 5. August an insgesamt 16 Abenden aufgeführt. Das Stück beginnt um 20:30 Uhr und endet gegen 23:30 Uhr.

Tickets gibt es ab 39 Euro auf der Homepage der Nibelungen-Festspiele.

>>> Mehr zu den Festspielen findest Du auf unserer Themenseite.

dh

Quelle: Mannheim24

Kommentare