Rechtsstreit mit Stadt Dresden

Xavier Naidoo weigert sich Strafzettel zu zahlen – Gericht knallhart

Xavier Naidoo hat sei seit drei Jahren in einem Rechtsstreit mit der Stadt Dresden. Der Grund dafür ist mehr als kurios.

Am 1. Juli 2017 gab Xavier Naidoo ein Konzert in Dresden. Im Anschluss stieg der skandalträchtige Sänger laut den „Dresdner Neuesten Nachrichten" in sein Auto und raste los. In der Dohnaer Straße wurde der Sänger dann geblitzt – mit 73 statt den erlaubten 50 Stundenkilometern. Die Stadt Dresden schickte dem Mannheimer daraufhin eine Rechnung von 130 Euro, da Naidoo Wiederholungstäter war. Doch dieser scheinbar einfache Fall beschäftigte die Justiz bis heute. Über die Hintergründe des Falls berichtet MANNHEIM24.de*.

Name Xavier Kurt Naidoo
Geboren2. Oktober 1971 in Mannheim
Größe1,76 Meter
Bekannte AlbenNicht von dieser Welt, Hin und Weg
ElternEugene Naidoo, Rausammy Naidoo
EhefrauJulia

Xavier Naidoo: Wegen Strafzettel vor Gericht

Warum zieht sich ein Fall von Geschwindigkeitsüberschreitung über einen Zeitraum von fast drei Jahren? Die Dresdner Bußgeldstelle konnte den Brief nicht zustellen. Nach Informationen der „Dresdner Neuesten Nachrichten" sei der Adressat nicht zu ermitteln gewesen, obwohl das Einwohnermeldeamt in Mannheim die Adresse bestätigte. Dieses Spiel wiederholte sich mehrmals, sodass die Verjährungsfrist von drei Monaten einzusetzen drohte. Dann wäre der Sänger straffrei davon gekommen. Damit das nicht passiert, wurde der Bescheid im Rathaus öffentlich ausgehangen.

Xavier Naidoo hat vor dem Oberlandesgericht Dresden verloren. (Fotomontage)

Plötzlich kam Bewegung in den Fall – denn Xavier Naidoo reichte einen Widerspruch ein. Die Anwälte des Sängers leugneten zwar nicht, dass ihr Mandant zu schnell gewesen war, sahen die Tat aber bereits als verjährt an. Das sah die Richterin am Dresdner Amtsgericht allerdings anders, weil die Verjährungskette regelmäßig unterbrochen worden wäre. Aus diesem Grund verurteilte sie Xavier Naidoo zu einer Strafe von 80 Euro. Dazu musste der Sänger noch zwei Prozesstage, seine Anwälte und ein von diesen gefordertes Gutachten bezahlen.

Xavier Naidoo scheitert vor dem Oberlandesgericht

Doch auch damit endete der Prozess um den Strafzettel nicht. Xavier Naidoo legte Einspruch ein und zog vor das Oberlandesgericht Dresden. Doch auch hier kommt der Sänger nicht weit. Denn nach Informationen der „Sächsische Zeitung“ lehnt das Gericht den Einspruch ab und bestätigt damit die Strafe, die im Jahr 2019 gegen den 48-Jährigen verhängt wurde. Damit ist das Urteil rechtskräftig und der Mannheimer kann keine Rechtsmittel mehr einlegen!

Doch warum kämpft der Mannheimer Sänger, der mit seiner Musik und seinem Engagement bei DSDS eigentlich genug Geld für einen Strafzettel haben dürfte, gegen den Beschluss? Das könnte auch etwas mit seiner Einstellung als Reichsbürger zu tun haben. Laut Xavier Naidoo und den anderen Anhängern dieses Verschwörungsmythos ist Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach wie vor von den Siegermächten besetzt. Deutschland sehen sie als eine GmbH und die Bürger als Personal.

Xavier Naidoo übernimmt Strategie von Reichsbürgern

Die Reichsbürger und Selbstversorger, die in ihrer Welt immer noch im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich leben, achten die Gesetzte und Regeln des Staates nicht und erschaffen teilweise sogar ihren eigenen. Es gibt sogar einen König von Deutschland namens Stefan Ratzeburg*, den Naidoo auf Telegram unterstützt hat. Da sie Deutschland nicht anerkennen, widersetzen sie sich auch der Polizei und den Gerichten.

Um Strafen zu entgehen, greifen Reichsbürger und Selbstversorger auch immer wieder zu Waffengewalt oder bombardieren die Behörden mit Widersprüchen und unnötigen Briefen. Damit ließe sich vermuten, dass Xavier Naidoo eine ähnliche Strategie verfolgt. Dazu passt auch, dass es für ein Amt fast unmöglich ist, einen Brief an ihn zuzustellen. (dh) *MANNHEIM24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/Henning Kaiser/dpa

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