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Stolzer Preis! Nächstes Turley-Gebäude in Mannheim versteigert

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Vor zehn Jahren wird das Gelände der ehemaligen Turley Barracks an die Tom Bock Group verkauft, die große Pläne hat. Jetzt werden mehrere Gebäude zwangsversteigert!

Update vom 20. Oktober, 19:15 Uhr: Und ein weiteres Turley-Gebäude ist verkauft. Wie der Mannheimer Morgen berichtet, handelt es sich dabei um das Wohn- und Geschäftshaus am Turley-Platz 11-12. Das Bauwerk geht für zehn Millionen Euro an die Claus Wisser Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH in Frankfurt. Was die Gesellschaft damit vorhat, ist noch unklar. Gegenüber dem MM heißt es aber, dass man die 3.000 Quadratmeter große Immobilie wieder in Schuss bringen wolle. Man habe im Vorfeld erhebliche Bauschäden gefunden.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – erstes Turley-Gebäude in Mannheim zwangsversteigert

Update vom 13. Oktober, 12:35 Uhr: Der Ausverkauf auf dem früheren Turley-Areal in der Neckarstadt-Ost hat begonnen. Am heutigen Donnerstag stehen die ersten Zwangsversteigerungen auf dem Programm, insgesamt vier kommen am ersten Auktionstag unter den Hammer, fünf weitere im kommenden Frühjahr. Und den ersten Zuschlag hat es inzwischen gegeben, wie der Mannheimer Morgen am Vormittag berichtet.

Bei der Auktion im Käfertaler Kulturhaus ging ein Gewerbegebäude, in dem sich derzeit eine Tanzschule befindet, für 801.000 Euro an eine Bietergemeinschaft. Was nach einem stolzen Preis klingt, entspricht aber nicht ganz den Erwartungen – der Schätzwert lag mit 900.000 Euro nochmal ein gutes Stück höher.

Ausverkauf auf Turley: Alte Militärgebäude in Mannheim werden heute zwangsversteigert

Erstmeldung vom 27. September, 09:12 Uhr: Die früheren Turley Barracks in der Neckarstadt-Ost gehören bereits seit über 120 Jahren zum Stadtbild von Mannheim. Vor zehn Jahren wird das Areal an die Tom Bock Group verkauft, die große Pläne damit hat. Insgesamt sollen 800 Wohneinheiten entstehen, dazu gemeinschaftliche Wohngruppen und Kitas. Doch bis heute ist das Gebiet eine einzige Baustelle, auf der es nicht weiterzugehen scheint. Jetzt werden sogar sieben der Gebäude zwangsversteigert.

Zwangsversteigerung in Mannheim: Alte Militärgebäude auf Turley unter dem Hammer

Als Kaiser-Wilhelm-Kaserne ist das Areal gegen 1900 erbaut worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Truppen der US-Armee darin stationiert, bis im Jahr 2007 das Gelände an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgegeben wird. Seit dem Jahr 2012 hat Investor Tom Bock Group auf dem Areal das Sagen. Zu Beginn tut sich auch etwas und es entstehen Wohnungen, Straßen und drei Kindertagesstätten.

Doch viele der denkmalgeschützten Gebäude auf dem Areal der Turley Barracks bleiben scheinbar unberührt. So soll das ehemalige Offizierscasino laut dem Fachbereich Geoinformation und Stadtplanung der Stadt Mannheim eigentlich zu einem „öffentlichen Treffpunkt für die Gemeinschaft auf Turley“ werden – ist aber bis heute eine Bauruine. Im Jahr 2019 tritt die MWS Projektentwicklungsgesellschaft von allen Verträgen zurück, weil sich nichts tut.

Sieben Turley-Gebäude werden zwangsversteigert.
Sieben Turley-Gebäude werden zwangsversteigert. © Screenshot Versteigerungspool.de

Gebäude auf den Turley Barracks in Neckarstadt werden zwangsversteigert

Ob diese Pläne der Tom Bock Group jemals umgesetzt werden, ist jedoch fraglich. Denn sieben der insgesamt 14 Gebäude sollen im Oktober zwangsversteigert werden! Wie man auf www.versteigerungspool.de sehen kann, werden die Versteigerungen jeweils am 13., 20. und am 27. Oktober im Kulturhaus Käfertal stattfinden. Wer ein ungewöhnliches Gebäude kaufen möchte, kann aber auch ein Auge auf den Wasserturm in Mannheim-Feudenheim werfen.

Es geht dabei um Summen zwischen 155.000 Euro für das ehemalige Friseurgebäude und 15 Millionen Euro für ein großes Wohn- und Geschäftshaus. Auch ein Gebäude direkt am Eingang, eine ehemalige Reiterhalle, ein Büro und Praxisgebäude (mit Neubau) sowie ein noch freies Baugrundstück sind zu haben.

Turley-Gebäude werden zwangsversteigert – und MPWS feiert Fest

Besonders tragisch ist an der Sache: Erst am Samstag (24. September) feiert die MWSP nach zwei Jahren Corona-Pause das Turley-Fest mit rund 800 Besuchern, während bereits seit zwei Monaten die Zwangsversteigerungen bekannt sind. Die Feierlaune dürfte das doch sehr trüben.

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Zudem scheint das Scheitern der Tom Bock Group ein großer Fall zu sein, der mit unterschlagenem Geld und einem der größten Finanzskandale der Welt zu tun hat. Der Neckarstadtblog hat den Fall tiefer beleuchtet. (dh)

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