Viele Regionen betroffen

Brände in Portugal & Co.: Wie gefährlich ist die große Trockenheit wirklich?

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In vielen Ländern besteht aktuell die Gefahr für Waldbrände, wie hier in Portugal.

Es stinkt, dunkle Wolken vernebeln das Urlaubsparadies: In vielen Ländern gibt es aktuell Waldbrände. Was Urlauber dazu jetzt wissen sollten.

Wer wünscht sich im Urlaub nicht Sonne satt? Durch die große Hitze und die dadurch entstandene Trockenheit kommt es allerdings in vielen Ländern derzeit zu Waldbränden.

Waldbrände in Portugal

Wegen des extrem heißen Wetters mit Temperaturen von bis zu 45 Grad sind in Portugal zahlreiche Waldbrände ausgebrochen. Besonders schlimm sei die bergige Gegend um die Kleinstadt Monchique am Nordrand der auch bei deutschen Touristen sehr beliebten Algarve betroffen, berichteten portugiesische Medien.

Allein dort waren am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Lusa noch 700 Feuerwehrleute mit fast 200 Fahrzeugen sowie Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz. Die Flammen würden durch starke Winde immer wieder angefacht.

Insgesamt waren am Wochenende laut Zeitung "Público" landesweit fast 1600 Einsatzkräfte mit der Bekämpfung von etwa 30 Feuerfronten beschäftigt. Ein großer Teil sei aber mittlerweile gelöscht. Einige Menschen hätten zeitweise ihre Häuser verlassen müssen.

Auf der gesamten Iberischen Halbinsel herrscht seit Tagen eine von Sahara-Winden ausgelöste Hitzewelle. Neben den Portugiesen schwitzen auch die Spanier bei ungewöhnlich hohen Werten über 40 Grad. Erst in der kommenden Woche sollen die Werte leicht zurückgehen.

Video: Iberische Halbinsel erwartet Temperaturen bis zu 45 Grad

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Extreme Hitze in Schweden

Die Waldbrände in Schweden kommen langsam unter Kontrolle. Grund dafür sei die Wetterlage, sagte der Sprecher des nationalen Zivilschutzes, Mikael Tofvesson, am Montag. "Wir befinden uns in einer neuen Phase. Gegenwärtig ist die Aussicht besser." Trotz örtlicher Regenfälle am Wochenende blieb es aber weiter extrem trocken. In Schweden wüten seit Wochen zahlreiche Waldbrände, die meisten davon in der Mitte des Landes. Nach Angaben des Zivilschutzes sind rund 25 000 Hektar Wald betroffen.

Die ersten Helfer aus dem Ausland sollen diese Woche das Land wieder verlassen, darunter auch Feuerwehrleute aus Niedersachsen. "Wir rechnen damit, dass das niedersächsische Kontingent am späteren Dienstagabend wieder in Nienburg sein wird", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover am Montag. Die 52 Feuerwehrmänner aus Niedersachsen waren am 21. Juli mit neun Fahrzeugen Richtung Schweden gestartet. Die Truppe war seit Montag vergangener Woche in der Region Dalarna im Einsatz.

Zwei Löschflugzeuge aus Frankreich sollten am Dienstag wieder nach Hause zurückkehren, zwei Flugzeuge aus Portugal sollten am Mittwoch folgen. Ein weiteres von der Türkei angebotenes Löschflugzeug werde nicht gebraucht, hieß es weiter. Schweden hatte unter anderem auch Unterstützung aus Finnland, Norwegen, Italien und Polen erhalten.

Der höchste Gipfel Schwedens fällt zudem allmählich dem Klimawandel zum Opfer. Schwedens höchster Punkt liegt an einem Gletscher auf dem Kebnekaise-Berg, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchschnittlich um einen Meter pro Jahr schrumpfte, wie die Universität von Stockholm am Mittwoch mitteilte. Besonders schlimm sei die Schmelze in diesem Jahr gewesen, teilte die Geografieprofessorin Gunhild Ninis Rosqvist mit, die die Forschungsstation in der Nähe des Berges leitet.

Allein zwischen dem 2. und dem 31. Juli sei der südliche Gipfel um vier Meter geschrumpft, erklärte Rosqvist. Bei ihrer letzten Messung sei der vergletscherte südliche Gipfel noch 2097 Meter hoch gewesen - nur noch 20 Zentimeter höher als der eisfreie nördliche Gipfel mit 2096,8 Metern. Im vergangenen Jahr hatte der Unterschied zwischen den beiden Gipfeln noch zwei Meter betragen.

Das in Lappland nahe des Polarkreises gelegene Kebnekaise-Massiv ist ein beliebtes Ziel von Touristen. Seit 1880 wird die Höhe des südlichen Gipfels gemessen. In diesem Jahr herrschen in Schweden Rekordtemperaturen. Bei extremer Hitze und Trockenheit brachen verheerende Waldbrände in dem nordeuropäischen Land aus.

Video: Extremer Sommer am Polarkreis

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Waldbrände in Kalifornien

Im Kampf gegen verheerende Waldbrände an der Westküste der USA hat der kalifornische Gouverneur aus Washington Hilfe erbeten. Nach einem Besuch in ausgebrannten Gebieten am Samstag verlangte Gouverneur Jerry Brown, dass die Regierung von Präsident Donald Trump für das Katastrophengebiet Gelder und Hilfsgüter bewilligen sollte.

Seit Wochen kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen mehr als ein Dutzend große Brände an. Im Bezirk Mendocino County, nördlich von San Francisco, haben zwei Brände mittlerweile über 815 Quadratkilometer Fläche zerstört. Die Feuer seien erst zu einem Drittel eingedämmt, teilte die Feuerwehr am Samstag mit. Mehr als 12 000 Gebäude waren bedroht, Anwohner mussten die gefährdete Regionen verlassen.

Das "Carr Fire" nahe der nordkalifornischen Stadt Redding hat mehr als tausend Häuser zerstört. In den vergangenen Wochen waren dort zwei Feuerwehrleute und vier Anwohner ums Leben gekommen. Nur mit einem massiven Löscheinsatz konnte ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindert werden.

Ein weiterer großer Brand - nur wenige Kilometer vom weltberühmten Yosemite-Nationalpark entfernt - ist inzwischen zu gut einem Drittel eingedämmt. Das bei Touristen beliebte Yosemite-Tal war wegen starker Rauchentwicklung für Besucher weiter gesperrt. Meteorologen zufolge soll es in den nächsten Tagen weiter heiß, trocken und windig bleiben.

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Waldbrände in Griechenland

Die Zahl der Toten bei den bislang tödlichsten Waldbränden in Griechenland ist nach offiziellen Angaben auf 91 gestiegen. 25 Menschen würden noch vermisst, erklärte Feuerwehrsprecherin Stavroula Maliri am Sonntag und gab damit erstmals eine konkrete Vermisstenzahl an. Nach heftiger Kritik an der Regierung besuchte Ministerpräsident Alexis Tsipras am Montag erstmals die Brandgebiete.

Zivilschutzsprecher Spyros Georgiou sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei möglich, dass die Vermissten unter 28 noch nicht identifizierten Leichen seien.

Bei der Katastrophe wurden so viele Menschen getötet wie bei keinem anderen Feuer in Europa im 21. Jahrhundert. Es sind die bislang verheerendsten Waldbrände in Griechenland. Unter den bislang identifizierten Toten sind auch mehrere Kinder sowie vier ausländische Touristen. Besonders betroffen sind die Küstenorte Mati und Rafina östlich von Athen.

Die Kritik am Umgang der Behörden mit der Katastrophe nahm am Sonntag weiter zu. Die Opposition warf der Regierung vor, zunächst versucht zu haben, den Verlust von Menschenleben zu verschleiern.

Tsipras' Besuch war unangekündigt. In griechischen Medienberichten hieß es, der Regierungschef wolle damit den Unmut betroffener Bürger eindämmen. Er trage die "politische Verantwortung" für die Tragödie, hatte Tsipras am Freitag gesagt. Am Montag, 6. August 2018 sollte vor dem Parlament in der Hauptstadt Athen eine Mahnwache für die Opfer stattfinden.

Die Suche nach der Ursache der Brände in Badeorten bei Athen ging am Sonntag weiter. Die Regierung vermutet kriminelles Verhalten. Die Tageszeitung "Kathimerini" berichtete, ein erster Untersuchungsbericht deute auf strafbare Fahrlässigkeit eines Anwohners hin, der ein Feuer aus alten Blättern und Ästen entfacht habe.

Video: Zu heiß für Urlaub

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dpa / glomex / sca

Aus der Vogelperspektive: So schön ist Mallorca von oben

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