Analyse

Trotz Verboten und Lockdown: Deutsche in Corona-Zeiten so mobil wie immer

Zwei Nahverkehrszüge stehen am Bahnhof Herdecke.
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Im Herbst zeigten sich Deutsche vom Coronavirus scheinbar unbeeindruckt. (Symbolbild)

Viele empfinden das Corona-Jahr durch Lockdowns und Reisewarnungen als einschränkend. Tatsächlich sind die Deutschen aber nicht weniger mobil als vorher.

Sie haben das Corona-Jahr 2020* gefühlt nur in den eigenen vier Wänden verbraucht? Dann sind Sie nicht allein: Laut einer Umfrage des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums nahmen sich 43 Prozent der 1.000 Befragten im Juni und Juli als weniger mobil wahr. Aber vielleicht trügt dieser Schein auch nur. Eine Analyse der Schweizer Firma Teralytics ergab nämlich, dass wir so mobil wie vor der Corona-Zeit sind – aber wie funktioniert das?

Deutsche im Herbst so mobil wie vor Corona-Pandemie

Während der ersten Corona-Welle und dem bundesweiten Lockdown in Deutschland ging die Mobilität tatsächlich stark zurück, wie die Auswertung von anonymisierten Mobilfunkdaten durch Teralytics ergab. Seither gab es aber wieder einige Lockerungen und selbst die steigenden Fallzahlen zu Beginn des Herbsts verschreckten die Deutschen bei der „Reiselust“ nicht. Nur wie wir uns bewegen hat sich während der Pandemie geändert.

Der Tagesspiegel hat die Ergebnisse der Analyse umfangreich in Grafiken und Tabellen ausgearbeitet. Die Quintessenz aus allem ist: Reisen mit der Bahn oder im Flugzeug haben massiv an Popularität eingebüßt, während Hauptverkehrsträger derzeit die Straße ist – viele Deutsche sind also lieber mit dem Auto verreist. Als Reise qualifizierte Teralytics Strecken über 30 Kilometer.

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Reisen in Corona-Zeiten: Deutsche bleiben näher bei der Heimat

Gleichzeitig haben sich die „Reiseziele“ verändert. Die Menschen haben die Herbstferien sowie die Wochen davor lieber im eigenen Landkreis verbracht, anstatt Fernreisen zu tätigen – ob aus beruflichen Gründen, für Einkäufe oder Tagesausflüge gereist wurde, geht aus den Daten allerdings nicht hervor. Zudem zeigen die Daten eine gestiegene Mobilität in ländlichen Regionen. Vor allem betroffen sind Gebiete, die als Urlaubsdestinationen bekannt sind. An erster Stelle stehen laut Auswertung der Landkreis Cochem-Zell mit einer Veränderung von 62,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – vermutlich wegen der Weinlese –, der Landkreis Vorpommern-Rügen (52,26 Prozent) und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (50,75 Prozent). *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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