Go-around

Droht Gefahr, wenn ein Flugzeug vor der Landung erneut durchstartet?

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Piloten üben intensiv in Simulatoren, wie Sie ein Flugzeug vor einer geplanten Landung nochmal durchstarten.

Go-around – so nennt sich das Verfahren, wenn das Flugzeug kurz vor der Landung nochmal aufsteigt. Was das genau bedeutet – und ob das riskant ist, lesen Sie hier.

Vielleicht haben Sie es selbst schon mal erlebt – kurz vor der Landung des Flugzeugs gibt der Pilot nochmal richtig Gas und zieht den Flieger wieder nach oben in die Luft. Im ersten Moment ist man verwundert – schließlich geschieht das nicht häufig. Doch schnell gibt die Crew Entwarnung – dabei hat es sich lediglich um ein Go-around-Verfahren gehandelt.

Go-around-Verfahren: Wenn das Flugzeug vor der Landung nochmal durchstartet

So bezeichnet man das "Durchstarten" eines Flugzeugs – dabei bringt der Pilot das Flugzeug wieder auf eine bestimmte Höhe und wartet darauf, bis der Tower des Flughafens neue Anweisungen gibt, dass ein weiterer Anflug möglich sei. Doch wer glaubt, dass das Manöver riskant ist, den kann Bastian Stank, Pilot bei Lufthansa, beruhigen.

Er verriet gegenüber express.de, dass das Go-around-Verfahren eigens in Simulatoren ausgiebig geübt werde. Er selber habe in seinen zehn Jahren Berufserfahrung erst dreimal durchstarten müssen. Ursachen für ein Go-around sind ihm zufolge oft äußerliche Rahmenbedingungen.

"Wenn wir durchstarten, dann weil es sicherer ist, als eine Landung zu erzwingen oder externe Faktoren dies erforderlich machen", erklärt Stank weiter. Zum Beispiel, wenn sich ein Gegenstand, ein anderes Flugzeug oder Lebewesen auf der Startbahn  befinden. "In Tripolis hatte ich mal einen Wüstenfuchs auf der Bahn."

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Das sind die Gründe für ein Go-around-Verfahren

Aber auch schlechte Witterungsverhältnisse wie zum Beispiel Stürme oder heftiger Regen können einen sicheren Landeanflug erschweren: "Ein Grund kann sein, dass wir das Gefühl haben, nicht stabilisiert zu sein", so Stank. "Das muss nicht kurz vor dem Aufsetzen so sein, in der Regel schon früher, so in 300 Metern Höhe. Bereits dann müssen wir einen stabilen Endanflug haben."

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Zudem müssten auch die Sink-Rate sowie die optimale Landegeschwindigkeit erreicht sein. Schließlich kann ebenfalls eine Ursache sein, dass der gesetzliche Mindestabstand zum vorderen Flugzeug unterschritten wurde. Was auch der Grund sein mag - in den meisten Fällen verzögert ein Durchstarten nur minimal die Ankunftszeit. Am Ende sollten Passagiere wohl mit etwa zehn bis 15 Minuten Verspätung rechnen.

Dagegen hatten die Passagiere in diesem Flugzeug nicht so viel Glück - ein Horror-Video zeigt, wie die Crew die Passagiere auf einen Aufprall vorbereitet.  

jp

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