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Weil Bürger Evakuierung ignorierten – Bomben-Entschärfung in Ludwigshafen verzögerte sich

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Von: Daniel Hagen

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Ludwigshafen - Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe startet die Entschärfung am Mittwoch. Gegen Mitternacht ist der Sprengkörper sichergestellt:

Update vom 18. August, 7:54 Uhr: Um kurz vor Mitternacht gibt die Stadt Ludwigshafen Entwarnung: Die rund 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft. Rund eineinhalb Stunden hat der Kampfmittelräumdienst für die Sicherung der Bombe gebraucht.

Der Beginn der Entschärfung hat sich zeitlich hinausgezögert, da einige Bürger zunächst der Evakuierung nicht nachgekommen sind. Rund 6.800 Bürger mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen und kamen zum Teil in der Friedrich-Ebert-Halle unter. Nach der Sicherstellung der Bombe konnten alle betroffenen Bewohner aus Ludwigshafen wieder in ihre Wohnung zurückkehren. Rund 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Bomben-Entschärfung heute: Rund 6.800 Menschen betroffen – diese Straßen werden evakuiert

Update vom 16. August, 8:30 Uhr: Wie die Stadt Ludwigshafen auf ihrer Homepage sowie die Feuerwehr Ludwigshafen über die Warn-App KATWARN vermelden, soll die am gestrigen Montag gefundene Weltkriegsbombe am Mittwoch (17. August) ab 19:30 Uhr evakuiert werden. Der 500-Kilo-Blindgänger war bei Erdarbeiten auf einem Grundstück in der Frankenthaler Straße gefunden worden. Massiv von der Bombenentschärfung betroffen sind auch Straßenverkehr und ÖPNV in Ludwigshafen.

Bomben-Entschärfung in Ludwigshafen: Diese Straßen sind von der Evakuierung betroffen

Für die Entschärfung werde um den Fundort in der Nähe des Gemeinschaft-Müllheizkraftwerks ein Sicherheitsradius von 500 Metern gezogen, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Am Mittwoch muss das betroffene Gebiet bis 18 Uhr geräumt sein. Im Evakuierungsgebiet befinden sich den Angaben zufolge 6.800 gemeldete Anwohner, die von der Evakuierung betroffen sind. Folgende Straßenzügen und Hausnummern sind betroffen:

Das Evakuierungsgebiet für die Bombenentschärfung am Mittwoch.
Das Evakuierungsgebiet für die Bombenentschärfung am Mittwoch. © David Inderlied/dpa/Stadt Ludwigshafen/Montage

Die Stadt bittet die betroffenen Bürger, die Fenster ihrer Wohnungen bzw. Betriebe geschlossen zu halten, die Rollläden herunterzuziehen sowie ihre Wohnungen und Häuser abzuschließen. Wer nicht anderweitig unterkommen kann, dem steht ab 16:30 Uhr am Mittwoch die Friedrich-Ebert-Halle als Ausweichquartier zur Verfügung. Unter der Nummer 0621 5708-6000 ist am Dienstag, 16. August 2022, bis 20 Uhr und am Mittwoch, 17. August 2022, ab 8 Uhr das Gefahren-Informationstelefon erreichbar.

Evakuierung nach Bombenfund in Ludwigshafen – Straßenbahn- und Buslinien unterbrochen

Stadtverwaltung und Polizei werden die Zufahrtsstraßen zum betroffenen Bereich in Ludwigshafen absperren. Straßenbahnen und Busse der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH können bis 18 Uhr den Absperrbereich passieren. Für den Zeitraum der Entschärfung sind die Straßenbahn- und Buslinien unterbrochen, was Auswirkungen auf viele Verbindungen im Stadtgebiet haben wird. Von den Einschränkungen im Zuge der Bombenentschärfung ist auch der Betrieb der Deutschen Bahn betroffen.

Der westliche Abschnitt der Hochstraße Nord, der im Sicherheitsradius liegt, ist ab 18 Uhr für die Dauer der Entschärfung ebenfalls nicht befahrbar. Von den Sperrmaßnahmen ist unter anderem auch der Hauptfriedhof betroffen. Die Absperrungen gelten so lange, bis der Kampfmittelräumdienst Entwarnung gibt.

Bombenfund in Ludwigshafen: „Derzeit keine Gefahr für die Öffentlichkeit“

Erstmeldung vom 15. August: Wie die Stadt Ludwigshafen mitteilt, ist am Montag (15. August) eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der 500-Kilogramm-Blindgänger sei bei Erdarbeiten auf Höhe der Straßenkreuzung Frankenthaler Straße/Rohrlachstraße entdeckt worden. Kurz darauf sichern Feuerwehr und Kommunaler Vollzugsdienst den Fundort, der sich nahe des Ludwigshafener Hauptfriedhofs befindet.

Die Weltkriegsbombe ist mittlerweile vom Kampfmittelräumdienst begutachtet worden. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe allerdings nicht, heißt es in der Mitteilung der Stadt Ludwigshafen vom Montagnachmittag, weshalb es bisher auch keine Evakuierung der umgebenden Region gegeben hätte. Vor wenigen Wochen ist nur ein paar Kilometer weit entfernt ebenfalls eine Weltkriegsbombe in Ludwigshafen gefunden worden.

Warum gibt es so viele Bombenfunde in Ludwigshafen?

Im Zweiten Weltkrieg wird Ludwigshafen Opfer von insgesamt 124 Luftangriffen – 65 davon zielen auf die BASF! Etwa 41.000 Brandbomben wurden dabei abgeworfen.

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Direkt nach den Angriffen wurden etwa 1.000 Blindgänger gefunden und entschärft. Aufgrund der BASF ist Ludwigshafen damals ein großes Ziel der Alliierten. (pm/dh)

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