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Ludwigshafen: Verbesserter Katastrophenschutz – Stadt braucht neue Sirenen

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Von: Marten Kopf

Sirene
Eine Sirene ragt in den Himmel. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Ludwigshafen - In Rheinland-Pfalz stehen Sirenen und andere Warnsysteme auf dem Prüfstand. Einheitliche Standards existieren nicht. Auch die Stadt Ludwigshafen plant Neuerungen.

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal mit 133 Toten im vergangenen Sommer stehen die Warnsysteme in Rheinland-Pfalz auf dem Prüfstand. Einen landesweiten Überblick über die Sirenen gibt es nicht. Zuständig sind Kommunen und Kreise – und einige haben bereits konkrete Pläne. Die Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden entscheiden eigenverantwortlich, wie, womit und in welchem Umfang sie ihre Bürger warnen. So sieht es das Brand- und Katastrophenschutzgesetz des Landes vor. Eine Übersicht etwa über alle Sirenen im Land gibt es nicht.

StadtLudwigshafen (Rheinland-Pfalz)
Einwohnerzahl172.557 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche77,55 km²
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

„Insbesondere fehlt uns der Gesamtüberblick, auf welchem Stand die Sirenen sind“, sagt der Direktor des Städtetags, Rheinland-Pfalz, Michael Mätzig. „Wir gehen davon aus, dass viele veraltet sind und erneuert werden müssen.“ Der von der Flutkatastrophe Mitte Juli schwer getroffene Kreis Ahrweiler will laut Kreistagsbeschluss eine Firma zur Planung und dem
Aufbau eines elektronischen Sirenenwarnnetzes beauftragen. Gesamtvolumen: rund zwei Millionen Euro. Zunächst geht es um die Gemeinden direkt an der Ahr. Die Warnmöglichkeit solle mit Blick auf den Winter und mögliches Hochwasser so schnell wie möglich geschaffen werden, berichtet Kreis-Sprecherin Cora Blechen.

Sirenen in Ludwigshafen: Erneuerung bis Ende 2022

Die Stadt Ludwigshafen kann auf 34 Sirenen bauen, davon 6 Hochleistungssirenen und 28 aus der Nachkriegszeit, wie Sprecherin Sandra Hartmann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt. „Diese 28 Sirenen werden bis Ende 2022 gegen moderne Hochleistungssirenen ausgetauscht.“ Einen Probealarm gibt es in der Regel einmal im Jahr. Eine hochmoderne Sirene, die nicht nur mit Tönen, sondern auch mit Textnachrichten warnen kann, kostet nach Darstellung der kommunalen Spitzenverbände ungefähr 22.500 Euro.

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Innenminister Roger Lewentz kündigt derweil an, die Ausstattung des Sirenen-Förderprogramms des Bundes auf rund acht Millionen Euro zu verdoppeln. „Mit einem Warnmittel-Mix können die Bürgerinnen und Bürger auf einer Vielzahl von Kanälen erreicht werden. Die Sirene ist dabei ein zentrales Warnmittel, das in der Fläche meist am eindeutigsten als Warnung erkannt wird“, so der SPD-Politiker.

Warnsysteme in Rheinland Pfalz: Bund will „Cell-Broadcasting“

Nach Auffassung von Karl-Heinz Frieden (CDU), Vorstand des Gemeinde- und Städtebundes, ist das zwar der richtige Ansatz, aber nur ein Anfang. „Wir gehen davon aus, dass die neue Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern den zivilen Bevölkerung- und Katastrophenschutz neu aufstellen wird, um auf zukünftige Gefahren besser vorbereitet zu sein“, sagt Frieden. Der Bund habe zudem ja bereits den Auftrag für das sogenannte Cell-Broadcasting erteilt. „Das bedeutet, dass im Unglücks- oder Katastrophenfall auf allen Handys eine entsprechende Warninformation, aber auch eine Verhaltensanordnung übermittelt werden kann.“ (dpa/mko)

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