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Siebenschläfertag: Stimmt die Bauernregel? Experten finden klare Worte

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Von: Daniel Hagen

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Laut mehrerer alter Bauernregeln spielt der „Siebenschläfertag“ für die Bestimmung des Wetters eine große Rolle. Doch was ist dran an dem Mythos?

„Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“, „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt“ oder „Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag“, sind nur ein paar der Bauernregeln über den Siebenschläfertag, der jedes Jahr am 27. Juni stattfindet. Doch stimmen diese alten Sprichwörter oder hat dieser spezielle Tag überhaupt nichts zu sagen?

NameSiebenschläfertag
Datum27. Juni

Stimmen die Bauernregeln zum Siebenschläfertag? Experten finden klare Worte

Kann das Wetter an einem bestimmten Tag wirklich voraussagen, wie es die nächsten sieben Wochen aussehen wird? Wie zuverlässig diese überlieferte Prognose ist, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Wenn wir die Bauernregel zum Siebenschläfertag an einen einzigen Tag wie den 27. Juni knüpfen, trifft sie nicht zu“, sagt der Experte.

Beziehe man die Regel aber auf den Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli, könne das eher Hinweise auf das Wetter der nächsten Wochen bringen. „Denn ab dieser Zeitspanne stellt sich oftmals eine stabile Wetterlage ein, die danach tatsächlich länger andauert“, erklärt Goldhausen. Klarere Worte findet Meteorologe Jörg Kachelmann. Demnach sei das Wetter am Siebenschläfertag für den Rest des Sommers „scheißegal“.

Irrtum um Namen: Siebenschläfertag hat nichts mit Nagetier zu tun

Generell ist die Geschichte des Siebenschläfertags verworren. So handelt es sich beim Namen nicht um eine Anlehnung an das süße Nagetier, sondern um eine christliche Legende, laut der sich sieben Jünglinge vor der Christenverfolgung in eine Höhle retten konnten. Hinzu kommt, dass durch eine Reform des Kalenders durch Papst Gregor XIII im Jahr 1582 der Siebenschläfertag eigentlich in der ersten Juliwoche liegen müsste – und nicht am 27. Juni.

Doch auch, wenn man die erste Juliwoche für das Wetter der nächsten Wochen zurate ziehen will, ist die Erfolgsquote nicht gerade überragend. „Die Trefferquote für die Siebenschläferregel liegt bei überschaubaren 55 bis 60 Prozent. Nur im Süden ist sie etwas höher – aber auch nur, wenn man den Zeitraum von sieben Wochen auf drei bis vier verkürzt“, sagt Björn Goldhausen.

Siebenschläfertag: So beeinflusst der Jetstream das Wetter in Deutschland

Der Grund für eine längere Phase gleichbleibende Wetterlage ab Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli ist der sogenannte Jetstream, ein dynamisch verlagerndes Starkwindfeld. Er beeinflusst die Zugbahn der Hoch – und Tiefdruckgebiete und ist damit für das Wetter verantwortlich. Je nach Lage des Jetstreams lässt sich ableiten, welche Gebiete wo in Europa das Wetter dominieren und welche abgeleitet werden.

Wenn das Wetter wirklich so wird, wie am Siebenschläfertag am 27. Juni, ist der Ausblick laut wetter.net eher pessimistisch. Der Montag hat teils kräftige Regenschauer und Gewitter im Angebot, während die Temperaturen zwischen 16 und 35 Grad im Land variieren. Sofern man also auf die Bauernregeln vertraut, fällt der Juli ins Wasser. Meteorologe Dominik Jung hat bereits eine Wetter-Prognose für den Sommer abgegeben. (dh)

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